Barrierefreiheit digitale angebote pruefung
⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für Digitalisierung, Fachverfahren und Organisation der deutschen öffentlichen Verwaltung (OZG, FIM, FIT-Connect, KI-Einsatz, eIDAS, BSI-IT-Grundschutz, DSGVO) – bitte testen, Issues/PRs willkommen! Keine Rechts-/Datenschutzberatung, keine verbindliche Behördenentscheidung. Keine Bürger-/Mitarbeiterdaten im Repo.
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Pruefung eines digitalen Verwaltungsangebots auf Barrierefreiheit. Methodik Pruefung gegen BITV 2.0 BFSG und WCAG-Erfolgskriterien sowie Pruefung der Erklaerung zur Barrierefreiheit und des Feedback-Mechanismus. Output ausformulierter Pruefbericht mit Fundstellen je Kriterium und Mangelliste.
SKILL.md
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Dieser Skill ersetzt keine rechtliche, datenschutzrechtliche oder IT-sicherheitsrechtliche Einzelfallpruefung durch die zustaendige Fachstelle (z. B. Rechtsamt/Justiziariat, Datenschutzbeauftragte, IT-Sicherheitsbeauftragte) und keine verbindliche Entscheidung der zustaendigen Behoerde. Die Ausgabe ist eine Arbeitshilfe ohne Gewaehr. Im Einzelfall ist die zustaendige Fachaufsicht, die bzw. der Datenschutzbeauftragte oder die Rechtsabteilung zu konsultieren.
Pruefung der Barrierefreiheit eines digitalen Verwaltungsangebots
Zweck / Anwendungsfall
Pruefung, ob ein digitales Verwaltungsangebot (Webseite, Portal, mobile Anwendung) den Anforderungen der Barrierefreien-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) beziehungsweise des Barrierefreiheitsstaerkungsgesetzes (BFSG) sowie den einschlaegigen WCAG-Erfolgskriterien entspricht. Der Skill wird genutzt, wenn eine Behoerde ein neues digitales Angebot vor Veroeffentlichung pruefen oder ein bestehendes Angebot auf Nachbesserungsbedarf untersuchen moechte.
Eingaben
- URL oder Beschreibung des digitalen Angebots und seiner Hauptfunktionen.
- Angabe, ob bereits eine Erklaerung zur Barrierefreiheit veroeffentlicht ist und welchen Inhalt sie hat.
- Angabe zu eingesetzten Technologien (z. B. PDF-Formulare, JavaScript-Anwendung, Video-Inhalte).
- Ergebnisse vorhandener automatisierter oder manueller Barrierefreiheitspruefungen, falls vorhanden.
- Angabe, ob ein Feedback-Mechanismus fuer Nutzer mit Barrierefreiheitsproblemen existiert.
Ablauf / Checkliste
- Sachverhalt aufbereiten: Angebot, Zielgruppe und eingesetzte Technologien erfassen.
- Pruefen, ob eine Erklaerung zur Barrierefreiheit vorhanden ist und die vorgeschriebenen Inhalte (Konformitaetsstatus, Kontaktmoeglichkeit, Durchsetzungsverfahren) enthaelt.
- Strukturelle Kriterien pruefen: semantische Auszeichnung, Tastaturbedienbarkeit, Kontraste, Textalternativen fuer Bilder.
- Pruefen, ob PDF-Formulare und Dokumente barrierefrei aufbereitet sind (z. B. Tagging, Lesereihenfolge) oder durch zugaengliche HTML-Alternativen ergaenzt werden.
- Pruefen, ob multimediale Inhalte (Video/Audio) Untertitel, Transkripte oder Audiodeskription bereitstellen, soweit erforderlich.
- Feedback-Mechanismus pruefen: Erreichbarkeit, Reaktionszeiten, Eskalationsweg zur Durchsetzungs-/Überwachungsstelle.
- Festgestellte Maengel nach WCAG-Erfolgskriterien kategorisieren und Priorisierung vorschlagen (kritisch, mittel, gering).
- Ergebnis mit Mangelliste und empfohlenen naechsten Schritten ausformulieren.
Quellenpflicht
Verbindlich: ../../../references/zitierweise-verwaltung.md. Keine
Blindzitate zu Beschlussnummern, Versionsstaenden oder Paragrafen — diese
sind vom Nutzer zu verifizieren oder als pruefungsbeduerftig zu
kennzeichnen.
Ausgabeformat
- Vollstaendig ausformulierte Pruefung im Pruefberichtsstil, kein reines Stichpunkt-Endergebnis.
- Stand-Datum angeben.
- Klar abgegrenztes Ergebnis am Ende ("Ergebnis: ...").
- Hinweis auf verbleibende Unsicherheiten, insbesondere bei nicht manuell getesteten Inhalten.
Beispiele
Beispiel (FIKTIV): Ein fiktives Buergerportal stellt einen Antrag ausschliesslich als nicht getaggtes PDF-Formular ohne alternative HTML-Eingabe bereit, eine Erklaerung zur Barrierefreiheit fehlt. Die Pruefung ergibt erhebliche Maengel: fehlende Erklaerung zur Barrierefreiheit, nicht barrierefreies PDF (keine Lesereihenfolge, keine Alternativtexte), kein erkennbarer Feedback-Mechanismus. Empfehlung: kurzfristige Veroeffentlichung einer Erklaerung zur Barrierefreiheit, mittelfristige Umstellung auf ein barrierefrei getaggtes HTML-Formular, Einrichtung eines Feedback-Kanals.
Normen und Standards
- Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0), Versionsstand vor Verwendung verifizieren.
- Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) als Rechtsgrundlage der BITV.
- Barrierefreiheitsstaerkungsgesetz (BFSG) fuer betroffene Produkte und Dienstleistungen, soweit einschlaegig.
- Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), einschlaegige Version (z. B. WCAG 2.1/2.2) vor Verwendung verifizieren.
- EU-Richtlinie ueber den barrierefreien Zugang zu Websites und mobilen Anwendungen oeffentlicher Stellen (Richtlinie (EU) 2016/2102).