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Erechnung pflicht b2b 2025 2026

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Wenn es um eRechnung-Pflicht B2B seit 01.01.2025 in Steuerrecht – Steuerberater und Anwälte geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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eRechnung-Pflicht B2B seit 01.01.2025

Fachlicher Anker

  • Normen: § 6a, § 14 Abs. 1, § 14 Abs. 1 S. 3 UStG.
  • Entscheidungs-/Quellenanker: Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
  • Quellenhygiene: references/quellenhygiene.md und references/zitierweise.md beachten.

Kernsachverhalt

Seit 01.01.2025 sind alle inlaendischen B2B-Unternehmer verpflichtet, eRechnungen empfangen zu können (§ 14 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 UStG n.F., Wachstumschancengesetz vom 27.03.2024, BMF-Schreiben vom 15.10.2024). Die Versandpflicht ist demgegenueber gestaffelt: Bis 31.12.2026 dürfen Rechnungen weiterhin als PDF/sonstige elektronische Form mit Empfaengerzustimmung versendet werden; bis 31.12.2027 bleibt dies für Kleinunternehmen mit Vorjahresumsatz bis 800.000 EUR möglich. Ab 01.01.2028 ist der eRechnungs-Versand zwischen inlaendischen Unternehmern verbindlich. Akzeptierte Formate: XRechnung (CIUS-konform, reines XML) und ZUGFeRD ab Version 2.0.1 (Hybridformat). Der Steuerberater muss Mandanten über die Pflicht informieren und insbesondere die Empfangsbereitschaft sicherstellen.

Kaltstart-Rueckfragen

  1. Welche Umsatzgroesse hat der Mandant (Uebergangsfristen)?
  2. Welche Kunden — B2B (eRechnung-pflichtig) oder B2C (PDF weiterhin möglich)?
  3. Welche Lieferanten senden bereits eRechnungen?
  4. Welche ERP/Faktura-Software wird genutzt?
  5. Welche Empfangs-Adresse (Mail-Postfach oder Peppol)?
  6. Welche Archivierung GoBD-konform?
  7. Welche Format-Praeferenz XRechnung vs. ZUGFeRD?
  8. Welche Mandanten-Beratungsbedarf?

Rechtlicher Rahmen

Primaernormen

§ 14 Abs. 1 S. 3 UStG n.F. — Definition eRechnung als strukturiertes elektronisches Format gemäß EN-16931.

§ 14 Abs. 2 UStG n.F. — Ausstellungspflicht in eRechnungsform zwischen inlaendischen Unternehmern (mit Uebergangsregeln § 27 Abs. 38 UStG).

§ 27 Abs. 38 UStG n.F. — Uebergangsregeln (sonstige Rechnungsform bis 31.12.2026 / 31.12.2027 für Kleinunternehmer mit Umsatz <= 800.000 EUR).

§ 33 UStDV, § 34 UStDV — Ausnahmen (Kleinbetrag, Fahrausweis).

Wachstumschancengesetz vom 27.03.2024 — BGBl. I 2024 Nr. 108.

EU-RL 2014/55/EU — eRechnungs-Standard EN-16931.

Verwaltungsanweisungen

  • BMF v. 15.10.2024, GZ III C 2 - S 7287-a/23/10001 :007 — Einfuehrungsschreiben zur obligatorischen eRechnung ab 01.01.2025 (verfuegbar unter bundesfinanzministerium.de).
  • BMF v. 15.10.2025, GZ III C 2 - S 7287-a/00019/007/243 — Zweites (klarstellendes) Schreiben mit Anpassung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses; unterscheidet Format- und Inhaltsfehlerklassen, definiert Pflichten des Empfaengers und Validierungsempfehlung des Senders (verfuegbar unter bundesfinanzministerium.de).
  • BMF v. 22.06.2023 ViDA (Hintergrund).

Workflow

Phase 1 — Geltungsbereich (Wachstumschancengesetz 2024)

PhaseZeitraumPflicht
EmpfangAb 01.01.2025Alle inlaendischen B2B-Unternehmer (zwingende Empfangsbereitschaft, ohne Schwellenwert)
Versand sonstige elektr. Rechnungen01.01.2025 - 31.12.2026Versand als PDF / sonstige elektronische Form weiter zulässig, sofern Empfaengerzustimmung
Versand sonstige elektr. Rechnungen, Kleinunternehmer01.01.2025 - 31.12.2027Verlaengert für Rechnungsausstellung durch Unternehmer mit Vorjahresumsatz <= 800.000 EUR
eRechnung-Versand vollumfaenglichAb 01.01.2028Verbindlich; PDF/Papier zwischen inlaendischen Unternehmern nicht mehr ausreichend
AusgenommendauerhaftKleinbetragsrechnungen § 33 UStDV (bis 250 EUR), Fahrausweise § 34 UStDV, B2C-Rechnungen

Stand BMF-Schreiben vom 15.10.2024 (IV D 2 - S 7287-a/23/10001:007); Aktualisierungen laufend über bzst.de und BMF-Newsletter abrufen.

Phase 2 — Format-Wahl

FormatEigenschaften
XRechnungReines XML nach CIUS der KoSIT; Standard für öffentliche Auftraggeber (E-Rech-VO Bund seit 27.11.2020)
ZUGFeRD ab Version 2.0.1Hybridformat PDF/A-3 mit eingebettetem XML; menschen- und maschinenlesbar; ab Profil EN-16931 eRechnung-konform
Sonstige (z.B. EDIFACT)Nur zulässig, wenn EN-16931-konforme strukturierte Rechnungsdaten enthalten / extrahierbar sind

Hinweis: Das ZUGFeRD-Profil MINIMUM und BASIC-WL sind nicht eRechnung-konform i.S.d. § 14 Abs. 1 S. 6 UStG.

Phase 3 — Empfangs-Setup

  • Mailpostfach für eRechnung definieren.
  • Peppol-Anschluss (selten in DACH; wachsend).
  • DATEV Empfang über DUO oder externes Tool (z.B. Inposia, Coupa).

Phase 4 — Versand-Setup

  • Faktura-Software mit eRechnungs-Ausgabe in XRechnung (XML) und/oder ZUGFeRD (PDF/A-3 + XML).
  • Datenmapping: Konten- und Stammdaten zu den Pflichtfeldern nach EN-16931 (BT-Felder); insbesondere Leitweg-ID bei B2G-Rechnungen.
  • Test-Rechnungen mit Lieferanten / Kunden vor Echtbetrieb (Validierung über KoSIT-Validator für XRechnung).

Phase 5 — Archivierung

  • GoBD-konforme Archivierung im Originalformat XML.
  • 10 Jahre Aufbewahrung.
  • Lesbarkeitserhaltung.

Phase 6 — Mandanten-Information

Mustertext für den Mandantenrundbrief (anzupassen an Mandantenstruktur):

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit dem 01.01.2025 sind alle inlaendischen B2B-Unternehmer verpflichtet,
eRechnungen empfangen zu koennen (§ 14 UStG i.V.m. Wachstumschancengesetz).
Eine reine PDF-Rechnung erfuellt nicht mehr die Anforderungen an eine eRechnung;
ein Vorsteuerabzug kann gefaehrdet sein.

Wir bitten Sie, folgende Schritte zu pruefen:
1. Empfangs-E-Mail-Adresse für eRechnungen festlegen
 (z.B. [email protected]) und Lieferanten mitteilen.
2. Buchhaltungssoftware auf eRechnungs-Empfang konfigurieren
 (XRechnung XML / ZUGFeRD ab Profil EN-16931).
3. GoBD-konforme Archivierung im Originalformat XML sicherstellen.
4. Bis 31.12.2026 (bzw. 31.12.2027 für Mandanten mit Umsatz <= 800.000 EUR)
 kann der Versand weiterhin als PDF mit Empfaengerzustimmung erfolgen;
 ab 01.01.2028 ist der eRechnungs-Versand zwingend.

Fuer die Einrichtung des Empfangs- und Versand-Workflows beraten wir Sie gerne.

Mit freundlichen Gruessen
[StB-Kanzlei]
  • Konfigurationsberatung als separater Auftrag nach § 13 StBVV (Beratungstaetigkeit) oder Pauschalvereinbarung nach § 14 StBVV.
  • Bei kleineren Mandanten Software-Empfehlung (z.B. DATEV Unternehmen Online, ZUGFeRD-faehige Faktura-Loesungen).

Strategie und Praxis-Tipps

  • Die wichtigste Stufe ist seit 01.01.2025 die Empfangsbereitschaft — ohne sie kann ein eRechnungs-pflichtiger Lieferant nicht ordnungsgemaess abrechnen, der Mandant verliert ggf. den Vorsteuerabzug.
  • Mindest-Empfangsweg ist ein E-Mail-Postfach, das XML-/PDF-Anhaenge bis ueblicher Groesse annimmt; ein dediziertes eRechnungs-Postfach erleichtert und GoBD-Archivierung.
  • ZUGFeRD eignet sich als Einstiegsformat für Mittelstand und Kleinunternehmer (PDF bleibt für den Anwender lesbar). XRechnung ist Pflichtformat im B2G-Verkehr mit Bundesstellen (E-Rech-VO seit 27.11.2020) und in einigen Ländern.
  • DATEV-Hinweis: In DATEV Unternehmen Online lässt sich der eRechnungs-Empfang über das Postfach "Eingangsrechnungen" und das ZUGFeRD-Auswertungsmodul konfigurieren; konkrete Programmpfade in DATEV-Onlinehilfe und Versionshinweisen nachschlagen.
  • StBVV: Konfigurationsberatung als Beratungsleistung gem. § 21 StBVV oder Pauschalvereinbarung gem. § 14 StBVV (Mandanten frueh per Rundschreiben informieren — Mustertext im Skill stb-mandantenanfrage-reaktion-frist-laufend).

Quellen und Updates

Stand: 05/2026.

  • UStG §§ 14, 27 Abs. 38; UStDV §§ 33, 34.
  • Wachstumschancengesetz vom 27.03.2024 (BGBl. I 2024 Nr. 108).
  • BMF-Schreiben vom 15.10.2024, GZ III C 2 - S 7287-a/23/10001 :007 (Einfuehrungsschreiben).
  • BMF-Schreiben vom 15.10.2025, GZ III C 2 - S 7287-a/00019/007/243 (Zweites Anwendungsschreiben, Anpassung UStAE).
  • EU-RL 2014/55/EU; Norm EN-16931.
  • KoSIT XRechnung-Spezifikation Version 3.0.2 (Stand: Winter 2025/26, gueltig ab 31.01.2026; jeweils aktuelle Fassung unter xeinkauf.de abrufbar).
  • ZUGFeRD-Spezifikation (FeRD), aktuelle Profile prüfen.
  • ViDA (VAT in the Digital Age) — Beschluss Rat der EU v. 11.03.2025; ABl. EU v. 25.03.2025; in Kraft getreten 14.04.2025; stufenweise Umsetzung bis 2035; Digital Reporting Requirements (DRR) ab 01.07.2030 für grenzueberschreitende B2B-Lieferungen.
  • Hinweis: alle Werte und Fristen laufend gegen BMF-Newsletter und bzst.de abgleichen.

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