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Umsatzsteuer vorsteuerabzug pruefen

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Wenn es um Umsatzsteuer-Vorsteuerabzug prüfen in Steuerrecht – Steuerberater und Anwälte geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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Umsatzsteuer-Vorsteuerabzug prüfen

Fachlicher Anker

  • Normen: § 6a, § 15 UStG, § 15 Abs. 1 UStG.
  • Entscheidungs-/Quellenanker: Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
  • Quellenhygiene: references/quellenhygiene.md und references/zitierweise.md beachten.

Schritt 1 — Voraussetzungen § 15 Abs. 1 UStG

1. Unternehmer-Eigenschaft § 2 UStG

  • Selbstständige Tätigkeit
  • Nachhaltige Einnahmen-Erzielung
  • Auch bei steuerfreien Umsätzen Unternehmer
  • Bei Holding ohne aktive Geschäfts-Tätigkeit problematisch

2. Leistung von Unternehmer

  • Rechnungsgeber ebenfalls Unternehmer
  • USt-IdNr. überprüfbar (qualifizierte Bestätigungsanfrage BZSt)

3. Für sein Unternehmen ausgeführt

  • Mindestens 10 Prozent unternehmerische Nutzung § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG
  • Bei Pkw-Sondernorm
  • Bei Gemischt-Nutzung Vorsteuerabzug anteilig

4. Ordnungsgemäße Rechnung § 14 UStG

Pflichtangaben § 14 Abs. 4 UStG:

  • Name und Anschrift Rechnungssteller
  • Name und Anschrift Leistungs-Empfänger
  • Steuer-Nummer oder USt-IdNr.
  • Ausstellungs-Datum
  • Rechnungs-Nummer fortlaufend einmalig
  • Menge und Art der Lieferung / Leistung
  • Zeitpunkt der Lieferung / Leistung
  • Entgelt netto pro Steuer-Satz
  • Steuer-Betrag mit angewandtem Satz
  • Im Fall Steuerbefreiung Hinweis auf Befreiungs-Vorschrift
  • Bei Reverse-Charge Hinweis "Steuerschuldnerschaft des Leistungs-Empfängers"

4a. eRechnung-Pflicht ab 1.1.2025 (Wachstumschancengesetz)

B2B-eRechnung durch Wachstumschancengesetz (WtcG, 27.3.2024) in § 14 UStG eingefuehrt — Pflicht seit 1.1.2025 mit gestaffelten Uebergangsfristen:

  • Empfangs-Pflicht: Seit 1.1.2025 muss jeder inländische Unternehmer für inländische B2B-Umsätze eRechnungen empfangen können.
  • Ausstellungs-Pflicht (gestaffelt):
  • bis 31.12.2026: Papier-/PDF-Rechnung mit Zustimmung des Empfaengers weiterhin zulässig (Übergang)
  • bis 31.12.2027: nur für Unternehmer mit Vorjahresumsatz ≤ 800 000 EUR Papier-Erleichterung
  • ab 1.1.2028: vollständige eRechnungspflicht für alle B2B-Inlands-Umsätze
  • Format: strukturiertes, maschinenlesbares Format nach EN 16931 (z. B. XRechnung oder ZUGFeRD ab Profil EN-16931); reines PDF ohne strukturierte XML-Daten ist KEINE eRechnung.
  • Folge fehlerhafter Rechnung: Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 1 UStG kann verweigert werden, wenn Rechnungspflicht eRechnung verletzt ist. Massgebend:
  • BMF-Schreiben vom 15.10.2024, GZ III C 2 - S 7287-a/23/10001 :007 (Einfuehrungsschreiben eRechnung).
  • BMF-Schreiben vom 15.10.2025, GZ III C 2 - S 7287-a/00019/007/243 (Zweites Anwendungsschreiben mit Anpassung des UStAE; unterscheidet Format- und Inhaltsfehler-Klassen; Validierungsempfehlung des Senders, Prüfpflichten des Empfaengers).
  • Ausnahmen: Kleinbetragsrechnungen ≤ 250 EUR § 33 UStDV; Fahrausweise § 34 UStDV; Umsätze an Endverbraucher (B2C) bleiben außerhalb.

Schritt 2 — Ausschluss § 15 Abs. 2 UStG

Steuerfreie Umsätze mit Vorsteuerabzugs-Ausschluss

  • § 4 Nr. 8 UStG Geld- Bank-Geschäfte
  • § 4 Nr. 9 a UStG Grundstücks-Umsätze
  • § 4 Nr. 10 UStG Versicherungs-Umsätze
  • § 4 Nr. 12 UStG Wohnungs-Vermietung
  • § 4 Nr. 14 UStG ärztliche Heilbehandlungen
  • § 4 Nr. 19 UStG Schulen und Hochschulen

Ausnahmen § 15 Abs. 3 UStG (trotz Steuerfreiheit Abzug)

  • Ausfuhr-Lieferung § 4 Nr. 1 a iVm § 6 UStG
  • Innergemeinschaftliche Lieferung § 4 Nr. 1 b iVm § 6a UStG
  • Hilfsumsatz-Konstellation

Schritt 3 — Spezielle Konstellationen

Pkw

  • Vorsteuerabzug möglich bei mindestens 10 Prozent unternehmerische Nutzung
  • Anteilig bei gemischt-Nutzung
  • Eigenleistung Privatnutzung als Wertabgabe steuerbar § 3 Abs. 9a UStG

Bewirtungs-Aufwendungen

  • Bei Bewirtungs-Beleg mit Pflichtangaben § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG Vorsteuer-Abzug zulässig
  • 70-Prozent-Beschränkung gilt nur für ESt nicht USt
  • Voller Vorsteuerabzug bei Bewirtungs-Aufwendungen

Bewirtung von Mitarbeitern

  • Voller Vorsteuerabzug
  • Keine Werts-Abgabe wenn freiwillig im überwiegend betrieblichen Interesse

Geschenke

  • Über EUR 35 keine Vorsteuer-Abzugs-Berechtigung
  • Streuwerbe-Artikel unter EUR 10 ohne Limit

Reisekosten

  • Vorsteuerabzug für Hotel Verpflegung Mietwagen bei beleghafter Rechnung
  • Pauschal-Beträge ohne Vorsteuer-Bezug

Drittland-Bezug

  • Einfuhr-Umsatzsteuer als Vorsteuer abzugsfähig § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG
  • Ausland-Umsatzsteuer nicht in DE abzugsfähig — Vergütungsverfahren

Schritt 4 — Berichtigung § 15a UStG

Änderung der Verhältnisse

  • Bei Wirtschaftsgütern (typisch Anlagevermögen Immobilien)
  • Bei nutzungsspezifischer Änderung des Vorsteuerabzugs-Bezugs

Berichtigungs-Zeitraum

  • Fünf Jahre bei beweglichen Wirtschaftsgütern
  • Zehn Jahre bei Grundstücken / Gebäuden
  • Beginnt mit Erstverwendung

Berechnung

  • Pro Jahr ein Fünftel / ein Zehntel des ursprünglichen Vorsteuer-Betrags
  • Bei Veränderung in einem Jahr Korrektur dieses Anteils

Beispiel

  • Immobilie 2021 mit 100% Vorsteuerabzug, Wert EUR 1 Mio, USt EUR 190.000
  • 2024 zur 50% Wohnnutzung umgewidmet
  • Berichtigung: EUR 190.000 / 10 Jahre * 50% = EUR 9.500 pro Jahr Berichtigung

Schritt 5 — Praktische Prüfung Rechnung

Checkliste

  • Name und Anschrift komplett (auch bei kleinen Beträgen — Klein-Betrag-Rechnung bis EUR 250 § 33 UStDV)
  • Steuer-Nummer / USt-IdNr. richtig
  • Rechnungs-Nummer und Datum vorhanden
  • Leistungs-Beschreibung konkret (nicht "Allgemeine Dienstleistung")
  • Leistungs-Zeitraum genannt
  • Netto-Beträge pro Steuer-Satz separat
  • Steuer-Betrag separat ausgewiesen
  • Rechtsgrundlage bei Reverse-Charge

Bei Mängeln

  • Berichtigung erfordern beim Rechnungsstellers
  • Vor-Vorsteuer-Abzug nicht möglich bis Berichtigung

Schritt 6 — Klein-Betrag-Rechnung § 33 UStDV

Bis EUR 250

  • Reduzierte Pflichtangaben
  • Aber: Steuer-Satz angegeben
  • Anwendbar typisch bei Bewirtungs-Belegen Tankstellen-Rechnungen

Schritt 7 — Reverse-Charge § 13b UStG

Anwendungs-Bereiche

  • EU-Vorleistungen § 13b Abs. 1 UStG
  • Baudienstleistungen § 13b Abs. 5 Nr. 4 UStG
  • Schrott / Industrieabfall § 13b Abs. 5 Nr. 6 UStG
  • Telefon-Karten Strom Gas § 13b Abs. 5 Nr. 6
  • Mobiltelefone Tablet Spielekonsolen ab EUR 5000 § 13b Abs. 5 Nr. 11

Vorgehen

  • Empfänger schuldet USt
  • Rechnung ohne USt-Ausweis
  • Hinweis "Steuerschuldnerschaft des Leistungs-Empfängers"

Steuer-Schuld und Vorsteuer

  • Rechnungs-Empfänger meldet USt und Vorsteuer zugleich
  • Bei voll vorsteuerabzugs-berechtigtem Empfänger Null-Effekt

Schritt 8 — Steuerstraf-Risiken

Karussell-Geschäfte

  • Vorsteuer-Abzug aus Schein-Lieferungen
  • Aufmerksamkeits-Pflicht bei unüblich niedrigen Preisen
  • Verpflichtung zur Sorgfalts-Pflicht

Bei Verdacht

  • Sofort Skill anw-mandat-triage-steuerrecht Eil-Modus
  • Strafanzeige droht

Schritt 9 — Berichtigungs-Erklärung § 153 AO

Pflicht zur Korrektur

  • Bei Erkennen einer falschen Steuer-Erklärung
  • Unverzüglich
  • An zuständiges Finanzamt

Wirkung

  • Verhindert Selbstanzeige-Bedarf bei rechtzeitig
  • Bei Vorsteuer-Karussell mit Wissen ggf. nicht ausreichend

Schritt 10 — Bei Außenprüfung

  • Stichprobe-Prüfung Rechnungs-Pflichten
  • Vorsteuer-Abzug bei mangelnder Sorgfalt korrigiert
  • Hinzuschätzung möglich

Ausgabe

  • vorsteuer-pruefung-{az}.md
  • Rechnungs-Tabelle mit Mängel-Bewertung
  • Bei Mangel Korrektur-Anforderung
  • Berichtigung-Vorbereitung wenn relevant
  • Frist im Fristenbuch (USt-Voranmeldung)

Quellen

  • EuGH, Urteil vom 01.03.2012 - C-280/10, Polski Trawertyn: Vorbereitungshandlungen und erste Investitionsausgaben können bereits wirtschaftliche Tätigkeit sein; die besondere Gründungs- und Rechnungskonstellation des Urteils vor einer Übertragung auf den Einzelfall abgleichen.
  • EuGH, Urteil vom 15.09.2016 - C-518/14, Senatex, zur Rückwirkung einer berichtigungsfähigen Rechnung hinsichtlich der dort geprüften Pflichtangaben.
  • EuGH, Urteil vom 15.09.2016 - C-516/14, Barlis 06, zur Berücksichtigung ergänzender Informationen bei der Prüfung der materiellen Abzugsvoraussetzungen.
  • UStG §§ 1 2 3 4 13b 14 15 15a
  • UStDV § 33
  • AO § 153
  • EStG § 4 Abs. 5
  • BFH V. Senat XI. Senat
  • BMF-Schreiben vom 15.10.2024 (Einfuehrung eRechnung) und BMF v. 15.10.2025 (zweites Anwendungsschreiben eRechnung, GZ III C 2 - S 7287-a/00019/007/243).
  • Steueraenderungsgesetz 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 363, verkuendet 23.12.2025): Erweiterung des ermaessigten USt-Satzes (7 %) auf Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (ohne Getraenke) für Umsaetze nach dem 31.12.2025.
  • Sölch/Ringleb UStG
  • Tipke/Lang Steuerrecht

Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.

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