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Seearbeitsrecht schnittstelle

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Wenn es um Seearbeitsrecht – Heurvertrag und MLC-Compliance in See- und Schifffahrtsrecht geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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Seearbeitsrecht – Heurvertrag und MLC-Compliance

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Mandantenfall

Ein philippinischer Kapitän wird während einer Reise erkrankt und repatriiert; er fordert Krankenlohn für 16 Wochen; der Reeder bestreitet die Höhe. Ein Seemann beschwert sich beim Flaggenstaatinspektor weil Ruhezeiten systematisch unterschritten werden; MLC-Beschwerdeverfahren wird eingeleitet. Eine Reederei möchte ihre Crew unter deutschem Recht beschäftigen und fragt nach Mindestlöhnen.

Erste Schritte

  1. Arbeitsverhältnis qualifizieren: Seemann = Arbeitnehmer nach SeeArbG § 3; Dienstverhältnis nach Heuervertrag.
  2. Heuervertrag prüfen: schriftliche Form (SeeArbG § 27); Pflichtangaben; Heurrate; Urlaubsanspruch; Repatriierungsrecht.
  3. MLC-Compliance prüfen: DMLC Part I und Part II; Titel 1-4 der MLC 2006.
  4. Ruhezeiten kontrollieren: MLC 2006 Reg. 2.3 – max. 14 Stunden Arbeit/24 Stunden oder max. 72 Stunden/7 Tage.
  5. Repatriierungsrecht klären: SeeArbG §§ 74-80; Reeder trägt Kosten; Ausnahme bei Entlassung aus wichtigem Grund.
  6. Sozialsicherung: SeeArbG § 99 – Krankenversorgung; Krankenlohn mindestens 16 Wochen (MLC 2006 Reg. 4.2).

Rechtsrahmen

  • SeeArbG §§ 1-130: Geltungsbereich; Heuervertrag; Arbeitsbedingungen; MLC-Umsetzung.
  • MLC 2006 Titel 1: Mindestalter; Berufszeugnis; Gesundheitszeugnis.
  • MLC 2006 Titel 2: Heuervertrag; Löhne; Ruhezeiten; Urlaub; Repatriierung.
  • MLC 2006 Titel 4: Gesundheitsschutz; medizinische Versorgung; Krankenlohn 16 Wochen.
  • STCW-Konvention: Befähigungszeugnisse für Seeleute; Standards für Ausbildung und Wachdienst.
  • SeeArbG § 42: Besatzungsstärke gemäß Safe-Manning-Zeugnis des BSH.

Prüfraster

  • Ist der Heuervertrag schriftlich und enthält alle Pflichtangaben (SeeArbG § 27)?
  • Werden Ruhezeiten nach MLC 2006 Reg. 2.3 eingehalten; gibt es Dokumentation?
  • Hat der Seemann aktuelles Seafarer's Medical Certificate nach STCW?
  • Deckt die P&I-Deckung Repatriierungskosten; Krankenlohn und Haftung?
  • Ist Besatzungsstärke im Einklang mit BSH-Safe-Manning-Zeugnis?

Typische Fallstricke

  • Filipinoische Seeleute: POEA-Vertrag kann abweichende Mindeststandards setzen.
  • Ruhezeit-Dokumentation fehlt; BSU oder PSC-Inspektor zieht Konsequenzen.
  • Krankenlohn-Verpflichtung (SeeArbG § 99) gilt unabhängig vom Verschulden des Reeders.
  • Entlassung ohne Einhalten der Schiedsklausel im Heuervertrag ist formell unwirksam.

Erweiterte Normengrundlage

Seearbeitsrecht

  • SeeArbG §§ 1-130: Grundgesetz des deutschen Seearbeitsrechts; Heuerverhältnis; Pflichten.
  • SeeArbG §§ 17-40: Heuervertrag; Schriftform; Mindestinhalt; Laufzeit.
  • SeeArbG §§ 88-96: Insolvenzschutz; Repatriierungs- und Lohnansprüche.

MLC 2006

  • MLC 2006 Title 1: Mindestanforderungen für Seeleute; Alter; Ausbildung; Gesundheit.
  • MLC 2006 Title 2: Beschäftigungsbedingungen; Heuer; Ruhezeiten; Urlaub.
  • MLC 2006 Title 3: Unterkunft; Verpflegung; Freizeiteinrichtungen.
  • MLC 2006 Title 4: Gesundheitsschutz; Fürsorge; soziale Sicherheit.
  • MLC 2006 Title 5: Einhaltung und Durchsetzung; PSC; Zertifizierung.

Checkliste Seearbeitsrechtsfall

  • SeeArbG-Geltungsbereich geprüft; Schiff in internationaler Fahrt?
  • Heuerverträge auf MLC-Konformität geprüft (DMLC Part I und II vorliegend?)
  • Ruhezeiten gemäß MLC Title 2 Reg. 2.3 eingehalten
  • Insolvenzschutz (MLC Standard A2.6) vorhanden; Financial Security
  • Repatriierungspflicht (SeeArbG § 74) bekannt und gesichert
  • Besatzungsliste und Personalzettel aktuell

Relevante Rechtsprechung

  • BAG zur Anwendung des SeeArbG auf ausländische Besatzungen auf deutschen Schiffen.
  • OLG Hamburg zur Klage von Seeleuten auf ausstehende Heuer; gesetzliche Vorrechte HGB § 596.
  • ITLOS M/V Saiga No. 2 (1999): Schutz der Crew; Ausübung des Hafenstaatrechts.

Quellen

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