Actio publiciana interdikte besitzschutz
Wenn es um Actio Publiciana in Römisches Recht geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten. Auswahlstichwort: Actio Publiciana Interdikte Besitzschutz; Arbeitsfeld: Römisches Recht.From its SKILL.md
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Actio Publiciana
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — usucapio (Ersitzung) 1/2 Jahre Mobilia/Immobilia, praescriptio longi temporis, longissimi temporis; heute über § 195 BGB / § 937 BGB.
- Tragende Normen verifizieren: Corpus Iuris Civilis (Institutionen, Digesten, Codex, Novellen), Zwölftafelgesetz, Lex Aquilia, Lex Iulia et Papia, römisches Personen-, Sachen-, Obligationen-, Familien- und Erbrecht; dogmenhistorisch fortwirkend in BGB §§ 90 ff. (Sachen), 433 ff., 812 ff., 854 ff. — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Wissenschaftliche Rezipienten, Lehrstühle für Bürgerliches Recht/Rechtsgeschichte, Gesetzgeber (historisches Argumentum), Rechtsprechung (Auslegungshilfe).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Lehrbuchexegese, Quellenkritik (Digesten-Stelle), historisch-rechtsvergleichendes Gutachten, dogmatische Aufsatz, Klausur (Pandektistik) — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Worum es geht
Die actio Publiciana ist eine prätorische Fiktionsklage (actio ficticia), die dem Erwerber einer res mancipi ohne förmliche Übereignung Schutz gibt, als ob die Ersitzungszeit bereits abgelaufen wäre. Das Edikt des Prätors fingiert die vollendete usucapio. Sie schützt den bonitarischen Eigentümer gegen den Besitzer (außer gegen den wahren Eigentümer). D. 6.2 (De Publiciana in rem actione) ist der zentrale Titel.
Kernquellen
- D. 6.2.1 pr. (Ulpian): Edikt zur actio Publiciana
- D. 6.2.7.1 (Ulpian): Fiktion der abgelaufenen Ersitzungszeit
- D. 6.2.9.4 (Ulpian): Exceptio gegen Klage des quiritischen Eigentümers
- Gaius Inst. 4.36: Fiktionsklage - Erklärung des Prinzips
- D. 44.4.4.24 (Ulpian): Exceptio rei venditae et traditae als Gegeneinrede
Schlüsselbegriffe
- actio ficticia: Klage mit Fiktion (als-ob-Klausel in der Formel)
- bonitarisches Eigentum: prätorisch geschütztes Eigentum (in bonis esse)
- exceptio iusti dominii: Einrede des quiritischen Eigentümers
- exceptio rei venditae et traditae: Gegeneinrede des Erwerbers
- replicatio doli: Replik bei arglistigem Verhalten des Eigentümers
Typische Streitfragen / Forschungsfragen
- Verhältnis actio Publiciana - rei vindicatio: welche Klage hat Vorrang?
- Schutz gegen den wahren Eigentümer: nur bei exceptio rei venditae?
- Fortbestehen der actio Publiciana nach Justinians Einheitsrecht
- Ediktaler Ursprung: Publikius als historischer Prätor?
- Dogmatischer Wert: Zeugnis für prätorisches Eigentumskonzept
Methodik
- D. 6.2 (De Publiciana in rem actione)
- Gaius Inst. 4.36 zur actio ficticia
- Lenel Edictum Perpetuum §§ 71-72 (Formelrekonstruktion)
- Kaser RP I §§ 116, 129; Watson Roman Private Law around 200 BC
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