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Wenn es um Data Act bei vernetzten Robotern in robotik-recht geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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Data Act bei vernetzten Robotern

Fachkern: Data Act bei vernetzten Robotern

  • Normen-/Quellenanker: EU-Maschinenverordnung, Produkthaftungsrecht, ProdSG/GPSR, AI Act, MDR/MPDG bei Medizinrobotik, DSGVO, Cybersecurity/NIS2 und Arbeitsschutz.
  • Entscheidende Weiche: Prüfe Rolle Hersteller/Integrator/Betreiber, bestimmungsgemäße Verwendung, CE-Konformität, Sicherheitsfunktion, Lern-/Updateverhalten, Schadenpfad und Rückrufpflicht.

Worum geht es konkret

Der Data Act (VO (EU) 2023/2854) ist seit 11.01.2024 in Kraft und gilt überwiegend ab 12.09.2025 (Art. 50). Vernetzte Roboter (industriell, im Service, im Haushalt) sind "connected products" i. S. d. Art. 2 Nr. 5 Data Act. Das löst Pflichten aus: Nutzerzugang zu den vom Produkt erzeugten Daten (Art. 4), Bereitstellung an Dritte auf Verlangen des Nutzers (Art. 5), B2G-Datenzugang bei besonderen Notlagen (Art. 14 ff.), Vertragsregeln bei B2B (Art. 13 unlautere Klauseln), Cloud-Switching (Art. 23 ff.) sowie Interoperabilität (Art. 28 ff.). Ordne die Pflichten und gibt Vertragsbausteine.

Wann dieses Modul hilft / Kaltstart-Fragen

  1. Rolle: Hersteller des vernetzten Roboters, Datenhalter, Nutzer (B2B oder B2C), Drittanbieter, Cloud-Anbieter, öffentliche Stelle.
  2. Rolle der Daten: Predictive Maintenance, Performance-Optimierung, Trainingsdaten für KI, Servicegeschäft.
  3. Anlass: Auskunftsanspruch des Kunden, Datenfreigabe an Dritten, Cloud-Switch, Vertragsverhandlung, behördlicher Datenzugriff.
  4. Geschäftsgeheimnisse: Welche Datenkategorien sind Trade Secrets?
  5. Vertragslage: Bestehende AGB, Lizenzbedingungen, AVV, Datennutzungsbestimmungen.

Rechtlicher Rahmen

  • Data Act VO (EU) 2023/2854; Kerngeltung ab 12.09.2025.
  • Art. 3 Design- und Transparenzpflicht (Daten vom Produkt unmittelbar zugänglich oder spätestens auf Verlangen).
  • Art. 4 Nutzerzugang.
  • Art. 5 Datenfreigabe an Dritte.
  • Art. 13 Unlautere Vertragsklauseln im B2B.
  • Art. 14-22 B2G-Datenzugang bei "exzeptioneller Notwendigkeit".
  • Art. 23-31 Cloud-Switching (Wechselrecht innerhalb 30 Tagen, Gebührenstaffel).
  • Art. 28-30 Interoperabilität gemeinsamer Datenräume.
  • DSGVO bleibt unberührt (Art. 1 Abs. 5 Data Act).
  • GeschGehG §§ 1, 17 GeschGehG / VO Trade Secrets (RL (EU) 2016/943).
  • VO (EU) 2024/1689 (KI-VO) Art. 10 zur Datenqualität.

Schritt für Schritt

  1. Klassifizierung. Ist der Roboter "connected product"? Sind Daten "produktgenerierte Daten" oder rein abgeleitete?
  2. Datenkatalog. Welche Datenarten entstehen? Welche sind schon heute Bestandteil des Datenmodells?
  3. Datenzugang vorgehalten Art. 3 Abs. 1: Daten sollen "by design" zugänglich sein; falls nicht praktikabel, Auskunfts- und Bereitstellungs-Pfad definieren.
  4. Vorvertragliche Information Art. 3 Abs. 2: Datenarten, Speicherort, Zugriffsmöglichkeiten, Drittweitergaben.
  5. Nutzerzugang-Prozess Art. 4: Anforderung, Identitätsprüfung, "ohne unangemessene Verzögerung", maschinenlesbar wenn möglich.
  6. Dritter-Bereitstellung Art. 5: nur auf Verlangen des Nutzers, "fair, reasonable, transparent" Bedingungen (FRAND-Logik); Schutz von Geschäftsgeheimnissen Art. 5 Abs. 8.
  7. B2B-Verträge Art. 13 prüfen auf unlautere Klauseln; Vorsicht bei einseitigen Klauseln gegen KMU.
  8. Cloud-Switching Art. 23 ff.: Vertragsklauseln auf Wechselrecht und Datenexport; Gebührensenkung nach Übergangsphase.
  9. Geschäftsgeheimnisschutz: Vereinbarungen mit Drittnutzer auf Schutzmaßnahmen, NDA, technische Schutzvorkehrungen.

Trade-off-Matrix

FrageRestriktiv (Hersteller-Sicht)Liberal (Nutzer-Sicht)Empfehlung
Datenzugriff "by design"nur per Antragdirekt im Cobot-Displaymind. API auf Wunsch innerhalb 7 Tagen
Trade-Secrets-Schutzbreitengkonkret bezeichnete TS-Kategorien dokumentieren
Drittfreigabe-Bedingungenhohe GebührenkostenfreiSelbstkosten plus angemessener Aufschlag (Art. 9)
Cloud-Switch-Frist90 Tagesofortgestaffelt; 30 Tage Standard

Praxistipps

  • Data Catalog für jedes Produkt.
  • API-Endpunkt standardisiert.
  • Geschäftsgeheimnis-Markierung in der Datenstruktur.
  • Vorlage für Nutzer-Anforderungen in der Anleitung.
  • AGB mit Drittnutzungsregeln, FRAND-konform.

Mustertexte

Vorvertragliche Information Art. 3 Abs. 2 (Auszug):

Daten und Datenarten: Sensor-Telemetrie (Position, Temperatur, Vibration), Bedien-Logs, Wartungsereignisse, KI-Modell-Konfidenzwerte. Speicherung: lokal auf dem Roboter (rolling 30 Tage), zusätzlich beim Anbieter (180 Tage). Zugang: Selbstauskunft des Nutzers via Web-Portal; auf Wunsch Datenexport als CSV/Parquet. Drittweitergabe: nur auf Verlangen des Nutzers gemäß Art. 5 Data Act. Geschäftsgeheimnisse: KI-Modellparameter und Service-Algorithmen ausgenommen.

Vertragsklausel Drittnutzer:

Der Drittnutzer erhält Zugang zu den vom Nutzer freigegebenen Daten zum Zweck [Predictive Maintenance Vertragspartner]. Bedingungen: technische und organisatorische Schutzmaßnahmen (mind. ISO/IEC 27001), Geheimhaltungsverpflichtung, Nutzung ausschließlich für den vereinbarten Zweck. Vergütung: Selbstkosten plus angemessener Aufschlag gemäß Art. 9 Data Act. Bei Verstoß: sofortige Sperrung; Vertragsstrafe 50.000 EUR je Verstoß.

Typische Fehler

  • "Daten gehören uns"-Klauseln in B2B-AGB – Art. 13 Data Act-widrig.
  • Vorvertragliche Information fehlt – Bußgeld nach § 7 ff. BfDI-Vollzugsmodell.
  • Cloud-Switching-Klauseln mit überhöhten Gebühren oder Sperrfristen.
  • Geschäftsgeheimnis-Vorhaben pauschal angenommen – Art. 5 verlangt konkrete Schutzbedürftigkeit.
  • Datenexport nur in proprietären Formaten – Interoperabilitätspflicht verletzt.

Quellen Stand 06/2026

  • VO (EU) 2023/2854 (Data Act), Art. 3, 4, 5, 9, 13, 14-22, 23-31, 50.
  • DSGVO.
  • GeschGehG; RL (EU) 2016/943.
  • VO (EU) 2024/1689 (KI-VO), Art. 10.
  • Live-Verifikation auf eur-lex.europa.eu, edpb.europa.eu, BfDI; lizenzierte Datenbanken (beck-online, juris) nur bei vorhandenem Zugang.

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