Anwaltliche quellenhygiene robotik
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Wenn es um Anwaltliche Quellenhygiene Robotik in robotik-recht geht: ordnet Akteninhalt, Belege, Lücken und Nachforderungen; liefert eine Tatbestands- oder Anspruchsmatrix mit Gegenargumenten.From its SKILL.md
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Anwaltliche Quellenhygiene Robotik
Fachkern: Anwaltliche Quellenhygiene Robotik
- Normen-/Quellenanker: EU-Maschinenverordnung, Produkthaftungsrecht, ProdSG/GPSR, AI Act, MDR/MPDG bei Medizinrobotik, DSGVO, Cybersecurity/NIS2 und Arbeitsschutz.
- Entscheidende Weiche: Prüfe Rolle Hersteller/Integrator/Betreiber, bestimmungsgemäße Verwendung, CE-Konformität, Sicherheitsfunktion, Lern-/Updateverhalten, Schadenpfad und Rückrufpflicht.
Worum geht es konkret
Robotik-Mandate verbinden technische und juristische Quellen. Falsche Aktenzeichen, veraltete Normenstände oder erfundene Kommentar-Fundstellen zerstören die Glaubwürdigkeit eines Memos und können berufsrechtlich relevant werden (§ 43a Abs. 3 BRAO). Dieser Skill etabliert einen prüfbaren Quellenprozess: Auswahl, Verifikation, Zitierung, Versionierung – sowohl für EU-Rechtsakte (KI-VO, MaschinenVO, CRA, neue ProdHaftRL) als auch für technische Normen (ISO, IEC, DIN, harmonisierte Normen).
Wann dieses Modul hilft / Kaltstart-Fragen
- Mandatstyp: Memo, Schriftsatz, Bescheid, Behördenkommunikation, Vorstandsvorlage, Gutachten für Notified Body.
- Quellenarten benötigt: EU-Rechtsakt, BGH-/EuGH-Rspr., harmonisierte Norm, technische Spezifikation, Kommentar, Aufsatz, behördliche Leitlinie.
- Datenbankzugang vorhanden? beck-online, juris, otto-schmidt, IEEE Xplore, BeckRS, ECLI-Portal.
- Aktualitätsanspruch: Stichtag (z. B. Zeitpunkt des Inverkehrbringens), Verfahrenstand, Rechtsmittelfrist.
- Adressat: Mandant, Behörde, Gericht, Gegenseite, Auditor – jeweils unterschiedliche Sorgfaltsanforderungen.
Rechtlicher Rahmen
- § 43a Abs. 3 BRAO Sachlichkeitsgebot, kein unwahrer Vortrag.
- § 138 ZPO Wahrheitspflicht.
- §§ 263, 269 StGB als äußerste Grenze.
- Berufshaftung § 280 BGB i. V. m. Anwaltsvertrag.
- Im Schriftsatz: keine "ständige Rspr."-Floskeln ohne mindestens 2 belegte Entscheidungen.
Schritt für Schritt
- EU-Rechtsakte stets über eur-lex.europa.eu verifizieren. Stand der konsolidierten Fassung dokumentieren (CELEX-Nummer + Datum der Konsolidierung).
- Geltungsstaffelung KI-VO unbedingt prüfen: Verbote Art. 5 ab 02.02.2025; GPAI-Pflichten ab 02.08.2025; Hochrisiko Art. 6 ff. ab 02.08.2026; volle Anwendung 02.08.2027 (Art. 113 KI-VO).
- MaschinenVO Geltung ab 20.01.2027 – die Maschinen-RL 2006/42/EG bleibt bis dahin maßgeblich. Übergangsregelungen Art. 50 ff. MaschinenVO prüfen.
- CRA-Staffelung: Schwachstellen-Meldepflichten ab 11.09.2026, Hauptpflichten ab 11.12.2027 (Art. 71 CRA).
- Produkthaftungs-RL neu VO (EU) 2024/2853: Inkrafttreten 09.12.2026; nationale Umsetzungsfrist 09.12.2026 (Art. 22).
- Rspr. Live-Verifikation: ECLI, BGH-Datenbank, Bundespatentgericht, OLG-Portale, openJur, dejure.org; keine Modellwissens-Zitate.
- Harmonisierte Normen über OJ-Eintrag prüfen (Amtsblatt-Veröffentlichung). Norm-Version (Jahr) und Berichtigung beachten. ISO/IEC-Normen sind nur dann Vermutungswirkung-trächtig, wenn im OJ veröffentlicht.
- Kommentar/Aufsatz nur zitieren, wenn Volltext geprüft. Bei lizenzierten Datenbanken: Zugang dokumentieren (Sitzung, Datum).
- Audit-Trail: Speichern Sie den Volltext (PDF mit Datum) zur Mandatsakte – Beck-Online-Links altern.
Trade-off-Matrix
| Quelle | Pro | Contra | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| eur-lex konsolidiert | aktuell, amtlich | keine Materialien | für Auslegung mit Erwägungsgründen ergänzen |
| BeckRS / juris | breit | Paywall | nur bei Zugang nutzen; sonst openJur, dejure |
| Modellwissen | bequem | unzuverlässig | nie als Primärquelle |
| ChatGPT/LLM-Zitate | schnell | halluzinationsanfällig | nur als Hypothesen, jede Fundstelle verifizieren |
Praxistipps
- Quellen vor Argumenten. Erst die Quelle prüfen, dann argumentieren. Nicht umgekehrt.
- "Stand"-Vermerk in jedem Memo: "Stand 02.06.2026, Live-Verifikation am [Datum]".
- Aktenzeichen-Konvention: Gericht – Senat – Aktenzeichen – Datum – ECLI; nicht abkürzen.
- Norm-Versionen: ISO 10218-1:2025; ISO/TS 15066:2016; jeweils Jahresangabe.
- Übersetzungen: englische und deutsche Fassung der EU-Rechtsakte abgleichen, insb. bei "provider/Anbieter", "deployer/Betreiber".
Mustertexte
Footer-Quellenhinweis:
Sämtliche EU-Rechtsakte zitiert in der am [Datum] über eur-lex.europa.eu abrufbaren konsolidierten Fassung. Aktenzeichen verifiziert am [Datum] in der frei zugänglichen Rechtsprechungsdatenbank des [Gericht] / ECLI-Portal. Harmonisierte Normen entsprechen dem Stand der Veröffentlichung im Amtsblatt vom [Datum].
Beispielzitat richtig:
EuGH, Urteil vom 7. Dezember 2023, Rs. C-634/21 – SCHUFA Holding, ECLI:EU:C:2023:957, Rn. 73.
Beispielzitat falsch (zu vermeiden):
"ständige Rechtsprechung des EuGH" ohne Belegstellen.
Typische Fehler
- "Maschinenrichtlinie 2006/42/EG" angewandt nach 20.01.2027 ohne Übergangsregel.
- KI-VO als bereits voll geltend behauptet vor 02.08.2026 für Hochrisiko-Pflichten.
- Kommentar-Fundstellen aus Modellwissen – berufsrechtlich riskant.
- Verlinkung statt Zitat ohne Volltext-Sicherung.
- Norm ohne Jahresangabe ("ISO 10218") – mehrdeutig.
Checkliste pro Memo/Schriftsatz
- Jede juristische Aussage hat eine Belegstelle
- Jede Belegstelle ist live geprüft (Datum und Stand vermerkt)
- Aktenzeichen vollständig mit ECLI angegeben
- Norm-Versionen mit Jahresangabe (ISO/IEC/DIN/EN)
- EU-Rechtsakte in konsolidierter Fassung mit CELEX-Nummer
- Geltungsstaffelung von KI-VO/CRA/MaschinenVO/ProdHaftRL beachtet (richtiges Datum für Stichtag)
- Übersetzungsabgleich bei zentralen Begriffen ("provider"/"Anbieter", "deployer"/"Betreiber")
- Kommentar/Aufsatz nur bei vorhandenem lizenzierten Zugang zitiert
- PDF-Volltexte zur Mandatsakte gespeichert (Sicherung gegen Link-Verfall)
- Footer mit Quellenhinweis und Stand-Datum eingefügt
Häufige Stolpersteine bei Datenbanken
| Datenbank | Häufiges Problem | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| beck-online | Paywall, Pagination Drift | Volltext-PDF speichern, Randnummern statt Seitenzahlen |
| juris | Veraltete Fassungen | Fassungsdatum prüfen; konsolidierte Fassung über eur-lex bei EU-Recht |
| BeckRS | Inkonsistente ECLI-Pflege | ECLI vom Portal des ausstellenden Gerichts beziehen |
| openJur/dejure | Vollständigkeit unklar | Cross-Check mit Originalgericht |
| LLM-Ausgaben | Halluzinierte Zitate | Jede Fundstelle einzeln verifizieren |
Erweiterte Mustertexte
Behördenschriftsatz – Quellenfooter (Auszug):
Sämtliche Bezugnahmen auf das Unionsrecht erfolgen in der über das Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (eur-lex.europa.eu) am 02.06.2026 abrufbaren konsolidierten Fassung. Soweit auf Rechtsprechung Bezug genommen wird, wurde die Belegstelle am 02.06.2026 in dem ECLI-Portal des entsprechenden Gerichts verifiziert; in keiner Stellungnahme wurden Fundstellen aus generativen Modellen ohne Live-Verifikation übernommen.
Quellen Stand 06/2026
- Repository-Referenz:
references/zitierweise.md. - VO (EU) 2024/1689 (KI-VO), Art. 113 Geltungsstaffelung.
- VO (EU) 2023/1230 (MaschinenVO), Art. 50 ff.
- VO (EU) 2024/2847 (CRA), Art. 71.
- VO (EU) 2024/2853 (neue ProdHaftRL), Art. 22.
- § 43a Abs. 3 BRAO; § 138 ZPO.
- eur-lex.europa.eu; ECLI-Portal; openJur; dejure.org; bundesgerichtshof.de.
- Lizenzierte Datenbanken (beck-online, juris) nur bei vorhandenem Zugang.
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