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Bankpflichten beweislast bgb

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Wenn es um Bankpflichten: Beweislast, Darlegungslast und Substantiierung in Phishing-Vorfall-Prüfer geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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Bankpflichten: Beweislast, Darlegungslast und Substantiierung

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: § 675u; § 675v — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Spezialwissen: Bankpflichten: Beweislast, Darlegungslast und Substantiierung

  • Normen-/Quellenanker: BGB §§ 675u, 675v, 675w, 280; ZAG/PSD2, künftig PSD3/PSR beobachten; DSGVO Art. 33, 34; StGB §§ 263, 263a, 202a, 269; Bank-AGB, Authentifizierungsprotokolle und Ombudsmannregeln.

Fallweichen

Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:

  1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
  2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
  3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
  4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
  5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?

Arbeitsworkflow

  1. Fallbild bilden: Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
  2. Rechtsrahmen setzen: Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld Bankpflichten prüfen.
  3. Prüfpunkte abarbeiten: Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
  4. Risiko bewerten: Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
  5. Anschluss bauen: Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.

Beweislastverteilung im Phishing-Fall

  • § 675w S. 1 BGB: Wurde die Authentifizierung mittels eines Zahlungsinstruments aufgezeichnet, muss der Zahlungsdienstleister bei Streit über die Authentizität nachweisen, dass die Zahlung authentifiziert, ordnungsgemäß aufgezeichnet, verbucht und nicht durch eine Störung beeinträchtigt war.
  • § 675w S. 3 BGB: Die Nutzung des Zahlungsinstruments reicht nicht als Anscheinsbeweis dafür, dass der Zahler die Zahlung autorisiert oder grob fahrlässig gehandelt hat.

Sekundäre Darlegungslast Kunde

Der Zahler muss substantiiert vortragen:

  • Vorgang der Phishing-Attacke (Mail, SMS, Anruf, App-Manipulation)
  • Eigene Wahrnehmung und Reaktion (Zeitachse)
  • Erkennbarkeit der Täuschung im konkreten Fall
  • Pflichten gemäß § 675l BGB (Bewahrung Sicherungsverfahren, unverzügliche Anzeige bei Verdacht)

Pflichten der Bank

  • § 55 ZAG (PSD2-Umsetzung): Starke Kundenauthentifizierung mit mindestens zwei unabhängigen Elementen (Wissen, Besitz, Inhärenz).
  • Art. 97 PSD2 i. V. m. Delegierter VO (EU) 2018/389: dynamische Verknüpfung der Authentifizierung mit Betrag und Empfänger.
  • § 675l BGB Spiegelpflicht: Bank muss Sicherheitsmerkmale für unverzügliche Sperre verfügbar halten.
  • § 675k BGB: Sperrmöglichkeit, Sperrmeldung, Wiedereinrichtung.

Substantiierung Bankhaftung

  • Logfiles der Authentifizierungsschritte
  • Geräte-Fingerprint des Auftraggebers (Bank hat dies regelmäßig)
  • Risk-Score der Transaktion (Empfängerkonto neu, ungewöhnlicher Betrag)
  • Telefon-Anrufeingang: Bei Call-ID-Spoofing TKG-Provider einbeziehen, soweit verfügbar.

Substantiierung Kundenseite

  • Screenshot der Phishing-Nachricht
  • Anrufaufzeichnung / Notiz mit Datum, Uhrzeit, Nummer, Inhalt
  • Anzeige bei Polizei (Strafanzeige nach § 263a StGB Computerbetrug)
  • Anzeige bei Bank: Bestätigung mit Datum

Trade-off

Die Beweislastverteilung ist gesetzlich verbraucherfreundlich. In der Praxis schiebt die Bank die "grobe Fahrlässigkeit" trotzdem oft als Verteidigung vor; Schlichtungsstellen verlangen meist konkrete Tatsachen statt pauschaler Behauptungen. Substantiierter Anfangsvortrag öffnet die Tür zur Erstattung.

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