Patentportfolio und technikstrategie
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Wenn es um Patentportfolio und Technikstrategie in patentrecht geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert eine Verhandlungs- oder Eskalationslinie mit Optionen.From its SKILL.md
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Patentportfolio und Technikstrategie
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: PatG § 34 Anmeldetag, § 41 Priorität 12 Monate, § 81 Nichtigkeitsklage, EPÜ Art. 99 Einspruch 9 Monate, R. 161/162 EPÜ 6 Monate, UPC Opt-out bis Ablauf Transition.
- Tragende Normen verifizieren: PatG §§ 1, 3, 4, 9, 10, 14, 21, 24, 34, 38, 41, 59, 81, 139, 140a, 140b, EPÜ Art. 52, 54, 56, 64, 69, 87-89, PCT Art. 3, 8, UPCA, EinheitspatentVO 1257/2012 — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Patentanmelder, Erfinder, Patentanwalt, DPMA, EPA, BPatG, BGH X. Senat, UPC, Wettbewerber (Einsprechende).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Patentanmeldung, Patentschrift, Recherchebericht, Prüfungsbescheid, Einspruchsschrift, Nichtigkeitsklage, FTO-Gutachten, UPC-Klage — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Analyseachsen
- Produkte und Roadmap.
- technische Kernfeatures und Differenzierung.
- Wettbewerber und Patentlandschaft.
- Länder und Umsatzmärkte.
- Fertigung, Lieferkette und Reverse Engineering.
- Budget, Timing, Investorenerwartung.
- Geheimhaltung versus Offenlegung.
Strategieoptionen
- Kernpatent breit absichern.
- Teilanmeldungen und Verbesserungsanmeldungen planen.
- Gebrauchsmuster als schneller taktischer Schutz.
- FTO vor Launch priorisieren.
- Monitoring für kritische Wettbewerber.
- defensive Veröffentlichung bei nicht schutzwürdigen, aber blockaderelevanten Details.
- Lizenzierungs- oder Cross-License-Strategie.
Kosten, Routen und Fristen-Anker
- DPMA-Anmeldung: 60 EUR Anmeldegebühr, ab 11. Anspruch je 30 EUR; Prüfungsantrag bis 7 Jahre (§ 44 PatG) für 350 EUR.
- EPA-Anmeldung: ca. 280 EUR Anmeldegebühr, 1.520 EUR Recherchegebühr, 1.890 EUR Prüfungsgebühr, ab 16. Anspruch je 270 EUR (Gebühren regelmäßig prüfen).
- PCT: Internationale Phase 18 Monate ab Priorität; nationale/regionale Phase je nach Staat 30 oder 31 Monate.
- Einheitspatent (Unitary Patent): ab Erteilung Antrag binnen 1 Monat; Jahresgebühr nach UPC-Tarif (geringer als national bei viel-Land-Strategie).
- UPC-Opt-Out: während Übergangszeit (sunrise period) möglich; nach Übergangszeit Opt-out nur eingeschränkt.
- Jahresgebühren DPMA: ab 3. Patentjahr 70 EUR; Steigerung jährlich; ab 20. Jahr 1.940 EUR.
- Strategie-Faustregeln: Kernpatent breit anmelden, Familie auseinanderhalten (DE+EP+US+CN als typisch); Gebrauchsmuster nur für schnellen taktischen Schutz; defensive Veröffentlichung bei Stand-der-Technik-Vorrat.
- Investorenkommunikation: Patent-Status mit Reifegrad (Anmeldung pending vs. erteilt) und geographischer Abdeckung; "Patente angemeldet" ist NICHT identisch mit "erteilt".
- Falle: 30-Monats-Frist PCT-Übergang in nationale Phase versäumen — Wiedereinsetzung sehr eng (Art. 122 EPÜ unter Voraussetzungen).
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