Patentlizenzvertrag review
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⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für deutsches Recht (Arbeits-, Gesellschafts-, Insolvenz-, Datenschutz-, Prozessrecht u.a.) – inzwischen verbessert und im Alltag getestet, aber weiterhin Experiment. Bitte selber ausprobieren, Issues/PRs willkommen! Keine Rechtsberatung. Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO), DSGVO, US-Transfer, KI-VO & Co
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Wenn es um Patentlizenzvertrag prüfen in patentrecht geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert ein direkt nutzbares Arbeitsprodukt mit Prüfpunkten, Risiken und nächstem Schritt.
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Patentlizenzvertrag prüfen
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: PatG § 34 Anmeldetag, § 41 Priorität 12 Monate, § 81 Nichtigkeitsklage, EPÜ Art. 99 Einspruch 9 Monate, R. 161/162 EPÜ 6 Monate, UPC Opt-out bis Ablauf Transition.
- Tragende Normen verifizieren: PatG §§ 1, 3, 4, 9, 10, 14, 21, 24, 34, 38, 41, 59, 81, 139, 140a, 140b, EPÜ Art. 52, 54, 56, 64, 69, 87-89, PCT Art. 3, 8, UPCA, EinheitspatentVO 1257/2012 — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Patentanmelder, Erfinder, Patentanwalt, DPMA, EPA, BPatG, BGH X. Senat, UPC, Wettbewerber (Einsprechende).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Patentanmeldung, Patentschrift, Recherchebericht, Prüfungsbescheid, Einspruchsschrift, Nichtigkeitsklage, FTO-Gutachten, UPC-Klage — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Red-Flag-Check
| Thema | Frage |
|---|---|
| Schutzrechte | Welche Patente/Anmeldungen genau, welcher Rechtsstand, welche Länder? |
| Lizenzart | einfach, exklusiv, allein, konzernweit, nicht übertragbar? |
| Field of Use | Produktfeld technisch und wirtschaftlich klar? |
| Unterlizenz | erlaubt, zustimmungspflichtig, Konzern-/OEM-/Distributor-Abdeckung? |
| Gegenleistung | upfront, milestone, running royalty, Mindestumsatz, auditierbare Basis? |
| Verbesserungen | wem gehören Improvements, wer darf sie nutzen, wer muss anmelden? |
| Durchsetzung | wer klagt, wer trägt Kosten, wer kontrolliert Vergleich? |
| Gewährleistung | Bestand, Nichtverletzung, Inhaberschaft, technische Eignung sauber begrenzt? |
| Ende | Kündigung, Sell-off, Know-how-Rückgabe, Daten, Lagerbestand, Insolvenz? |
Typische Fehler
- Territory und validierte Länder widersprechen sich.
- Exklusivität kollidiert mit eigener Nutzung oder bestehenden Lizenzen.
- "Patent" meint Anmeldung, aber Vertrag behandelt es wie erteiltes Schutzrecht.
- Erfinderpersönlichkeitsrechte werden wie übertragbare Vermögensrechte formuliert.
- Royalty Base passt nicht zu Produktbündeln, Ersatzteilen oder Dienstleistungen.
Pflicht-Normen und Doktrinen
- § 15 PatG: Übertragung und Lizenz; Lizenz ist sukzessionsfest, wenn dinglich bestellt.
- VertikalGVO (EU) 2022/720 + Leitlinien: Marktanteils-Sicherheitshafen 30 %; Kernbeschränkungen (RPM, Gebiete) bleiben verboten.
- TT-GVO (EU) 316/2014: Gruppenfreistellung für Technologietransfer; Marktanteilsschwellen (20 % bei Wettbewerbern, 30 % bei Nichtwettbewerbern); Kernbeschränkungen Art. 4.
- FRAND / SEP: EuGH Huawei/ZTE, C-170/13, Urt. v. 16.07.2015 -- pflichtgemäßes Verhandlungsritual.
- Insolvenz des Lizenzgebers: § 103 InsO Wahlrecht des Insolvenzverwalters; einfache Lizenz erlischt nicht zwingend, aber Risiko der Anfechtung. Schutz durch ausschließliche Lizenz mit Eintragung im DPMA-Register (§ 30 PatG); ggf. Treuhand.
- AGB-Recht / B2B: §§ 305 ff. BGB greifen im B2B-Geschäft begrenzt, aber Inhaltskontrolle nach § 307 BGB bleibt; bei Massenverträgen Klauselrisiko.
- Compliance: Exportkontrolle (Dual-Use-VO (EU) 2021/821), Sanktionsrecht, Embargos.
Praxis-Tipp
- Konkrete Beispiele für Royalty-Bemessung im Vertrag (Stücklohn vs. Umsatz), Audit-Right mit 12-Monats-Vorlauf, Vertraulichkeit auf 5-10 Jahre.