Staedtebaulicher vertrag angemessenheit kausalitaet
⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für deutsches Recht (Arbeits-, Gesellschafts-, Insolvenz-, Datenschutz-, Prozessrecht u.a.) – inzwischen verbessert und im Alltag getestet, aber weiterhin Experiment. Bitte selber ausprobieren, Issues/PRs willkommen! Keine Rechtsberatung. Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO), DSGVO, US-Transfer, KI-VO & Co
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Wenn es um Kausalität und Angemessenheit im städtebaulichen Vertrag in Normenkontrolle Bauleitplanung — Paragraf 47 VwGO geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert ein direkt nutzbares Arbeitsprodukt mit Prüfpunkten, Risiken und nächstem Schritt.
SKILL.md
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Kausalität und Angemessenheit im städtebaulichen Vertrag
Einsatz
Dieser Skill ist der Belastungstest für Vertragsleistungen: Er fragt, ob die verlangte Leistung dem Vorhaben zurechenbar ist, ob die Höhe vertretbar ist und ob der Vertrag ein verdecktes Planungsentgelt enthält.
Pflichtnormen
- BauGB Paragraf 1 Absatz 3: städtebauliche Erforderlichkeit der Planung oder Vertragsbindung.
- BauGB Paragraf 1 Absatz 7: Abwägungsgebot als Kontrollmaßstab für Plan und Vertragsfolgen.
- BauGB Paragraf 2 Absatz 3: Ermittlung und Bewertung des Abwägungsmaterials.
- BauGB Paragraf 11 Absatz 1 und Absatz 2: Vertragsgegenstand, Kausalität und Angemessenheit städtebaulicher Verträge.
- BauGB Paragraf 214 und Paragraf 215: Beachtlichkeit und Fristbindung von Planfehlern.
- BauGB Paragraf 11 Absatz 2: Unzulässigkeit unangemessener Vertragsleistungen.
- VwVfG Paragraf 56: Austauschvertrag und sachlicher Zusammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung.
Leitentscheidungen
- BVerwG, Urteil vom 24.03.2011 - 4 C 11.10, Fundstelle ECLI:DE:BVerwG:2011:240311U4C11.10.0: Vertragsleistungen nach Paragraf 11 BauGB müssen als Voraussetzung oder Folge des Vorhabens städtebaulich zurechenbar und nach Paragraf 11 Absatz 2 BauGB angemessen sein.
- BVerwG, Urteil vom 29.01.2009 - 4 C 15.07, Fundstelle ECLI:DE:BVerwG:2009:290109U4C15.07.0: Die Rückabwicklung eines nichtigen städtebaulichen Vertrags verlangt eine Gesamtwürdigung des Vertrags und der wirtschaftlichen Folgen.
Prüfraster
- Leistung, Gegenleistung und Planungsnutzen in einer Tabelle gegenüberstellen.
- Kausalitätskette von Vorhaben zu Maßnahme zu Kosten zu Quote belegen.
- Angemessenheit nach Verhältnis von Vorhabenvorteil, Kostenhöhe und Risikoverteilung prüfen.
- Verdeckte Ablösung hoheitlicher Pflichten oder bloßen Haushaltsersatz ausscheiden.
- Korrekturvorschlag mit Obergrenze, Auslöser, Fälligkeit und Rückzahlungsmechanik formulieren.
Beispielanwendung
Ein Vertrag verlangt pauschal Infrastrukturbeiträge ohne Herleitung. Der Skill baut daraus keine schöne Klausel, sondern verlangt Ratskonzept, Kostenberechnung, Verursachungsanteil und vertragliche Rückabwicklung bei Nichtrealisierung.
Anti-Muster
- Keine pauschale Aussage, der Vertrag sei schon deshalb wirksam, weil alle Beteiligten ihn unterschrieben haben.
- Keine Festsetzung ohne Rechtsgrundlage, Bestimmtheit und erkennbare städtebauliche Rechtfertigung stehen lassen.
- Keine Vermischung von politischem Wunsch, vertraglicher Zusage und normativer Festsetzung.
- Keine politische Opportunität als Kausalitätsnachweis behandeln.
Arbeitsprodukt
Erzeuge eine Kausalitäts- und Angemessenheitsprüfung mit Ampel je Leistung, Begründungsdefizit, Heilungsoption und Rückforderungsrisiko.