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Mietpreisueberhoehung wistrg

Skill Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/mietrecht/skills/mietpreisueberhoehung-wistrg

Wenn es um Mietpreisüberhöhung, WiStrG 1954 und Mietwucher in Mietrecht geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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Mietpreisüberhöhung, WiStrG 1954 und Mietwucher

Arbeitsbereich

Prüft ueberhoehte Wohnraummiete dreistufig: Mietpreisbremse §§ 556d ff. BGB, Mietpreisueberhoehung § 5 WiStrG 1954 als Ordnungswidrigkeit und Mietwucher § 291 StGB als Straftat; mit Mietspiegel-, Beweis-, Rueckforderungs- und Behördenpfad. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: BGB §§ 535-577a, BetrKV, WEG §§ 24, 25, 27, BGB §§ 558, 558a, 558b, 573, 573c — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Fachlicher Kern — Miet- und WEG-Recht

  • Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel Mietpreisüberhöhung, WiStrG 1954 und Mietwucher und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
  • Arbeitsmodus: Immer erst Verhältnis Miete/WEG/Gewerbe/Verwaltung trennen, dann Frist, Beschlusskompetenz, Umlagefähigkeit, Belege, Gebrauchsnachteil und Kostenfolge prüfen.
  • Outputpflicht: Abrechnungsprüftabelle, Beschlussvorschlag, Anfechtungs-/Beschlussersetzungsskizze, Mietermail, Vermieterschreiben oder Verwalter-To-do-Liste.
  • Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.

Sofort klären

  1. Geht es um Wohnraum oder Gewerberaum? § 5 WiStrG 1954 und § 291 Abs. 1 Nr. 1 StGB betreffen Wohnräume.
  2. Wann wurde der Mietvertrag geschlossen und ab wann wurde die Miete gezahlt?
  3. Welche Nettokaltmiete pro Quadratmeter, Wohnfläche, Lage, Ausstattung, Baujahr und Modernisierung sind belegt?
  4. Gibt es einen amtlichen Mietspiegel oder andere belastbare Vergleichsmieten?
  5. Gab es Wohnungsnot, drohende Obdachlosigkeit, Aufenthaltssicherung, Sprach-/Unerfahrenheitsprobleme oder andere Schwächesituationen?
  6. Was ist das Ziel: Mietsenkung, Rückforderung, anwaltliches Schreiben, Anzeige, Bußgeldhinweis, Verteidigung des Vermieters?

Dreistufige Prüfung

1. Mietpreisbremse §§ 556d ff. BGB

  • Nur bei Wiedervermietung in einem Gebiet mit wirksamer Landesverordnung nach § 556d Abs. 2 BGB.
  • Grundregel: höchstens 10 Prozent über ortsüblicher Vergleichsmiete, soweit keine Ausnahme greift.
  • Ausnahmen und Korrekturen: Vormiete § 556e BGB, Modernisierung § 556e Abs. 2 BGB, Neubau und umfassende Modernisierung § 556f BGB.
  • Rückforderung regelmäßig erst nach qualifizierter Rüge nach § 556g Abs. 2 BGB und nur im gesetzlichen Rahmen.

2. Mietpreisüberhöhung § 5 WiStrG 1954

§ 5 WiStrG 1954 ist keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Der Skill darf daher nie automatisch von "Strafbarkeit" sprechen.

Prüfe:

  1. Entgelt für Wohnraum oder Nebenleistungen.
  2. Unangemessen hohes Entgelt: mehr als 20 Prozent über den üblichen Entgelten für vergleichbare Räume in der Gemeinde oder vergleichbaren Gemeinden.
  3. Vergleichszeitraum: übliche Entgelte der letzten sechs Jahre, von Betriebskostenerhöhungen abgesehen.
  4. Ausnutzung eines geringen Angebots: nicht jede hohe Miete genügt; die Mangellage muss konkret für die Preisbildung verwertet worden sein.
  5. Vorsatz oder Leichtfertigkeit.
  6. Bußgeldrahmen: bis 50.000 Euro nach § 5 Abs. 3 WiStrG 1954.
  7. Mehrerlös: § 8 WiStrG 1954 sieht die Abführung des Mehrerlöses an das Land vor, soweit nicht aufgrund rechtlicher Verpflichtung zurückerstattet wurde.

3. Mietwucher § 291 StGB

§ 291 StGB ist die strafrechtliche Stufe. Sie verlangt mehr als eine überhöhte Miete.

Prüfe:

  1. Vermietung von Wohnräumen oder Nebenleistungen nach § 291 Abs. 1 Nr. 1 StGB.
  2. Auffälliges Missverhältnis zwischen Vermögensvorteil und Leistung.
  3. Ausbeutung einer Zwangslage, Unerfahrenheit, eines Mangels an Urteilsvermögen oder erheblicher Willensschwäche.
  4. Vorsatz hinsichtlich Schwächesituation, Missverhältnis und Ausbeutung.
  5. Besonders schwerer Fall § 291 Abs. 2 StGB: wirtschaftliche Not des anderen durch die Tat, gewerbsmäßiges Handeln oder Wechselwucher.

Abgrenzungsmatrix

SpurSchwelleZusatzelementRechtsfolge
Mietpreisbremse §§ 556d ff. BGB10 Prozent über VergleichsmieteGebiet mit Landesverordnung; keine AusnahmeRüge, Mietsenkung, Rückforderung
§ 5 WiStrG 1954mehr als 20 Prozent über üblichen EntgeltenAusnutzung geringen Angebots; Vorsatz oder LeichtfertigkeitOrdnungswidrigkeit, Bußgeld, Mehrerlös
§ 291 StGBauffälliges MissverhältnisAusbeutung individueller Schwächesituation; VorsatzStraftat, Geldstrafe/Freiheitsstrafe, Einziehung/weitere Folgen

Beweis- und Unterlagenmatrix

  • Mietvertrag, Staffelmiet-/Indexklauseln, Nachträge.
  • Wohnfläche, Grundriss, Übergabeprotokoll, Fotos, Ausstattung, Modernisierungsbelege.
  • Amtlicher Mietspiegel mit Lage-, Ausstattungs- und Baujahresmerkmalen.
  • Vergleichsangebote nur als Indiz, nicht als Ersatz für amtliche Mietspiegelprüfung.
  • Schriftverkehr zur Wohnungssuche, Absagen, Fristdruck, Sozial-/Jobcenter-/Aufenthaltsbezug.
  • Zahlungen, Rückstände, Mahnungen, Nebenkostenpositionen.

Output

Erstelle je nach Ziel:

  • eine Mietpreis-Ampel mit grün / gelb / rot,
  • eine Berechnungstabelle Vergleichsmiete / zulässige Miete / Ist-Miete,
  • eine Rüge nach § 556g Abs. 2 BGB,
  • ein behördentaugliches Hinweis- oder Anzeigeschreiben zu § 5 WiStrG 1954,
  • eine strafrechtliche Ersteinschätzung zu § 291 StGB,
  • oder ein Verteidigungsmemo für Vermieterseite mit Angriff auf Vergleichsmiete, Mangellage, Ausnutzung und Vorsatz.

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