Verbraucherleasing widerruf und pflichtangaben
Wenn es um Verbraucherleasing: Pflichtangaben und Widerruf in Leasingrecht Praxis geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert ein direkt nutzbares Arbeitsprodukt mit Prüfpunkten, Risiken und nächstem Schritt.From its SKILL.md
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Verbraucherleasing: Pflichtangaben und Widerruf
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Anwendungsbereich §§ 506–509 BGB
Verbraucherleasing als entgeltliche Finanzierungshilfe
§ 506 I BGB: „Entgeltliche Finanzierungshilfe" umfasst auch Leasingverträge, bei denen der Leasingnehmer nicht (oder nicht nur) zur Kaufpreiszahlung verpflichtet ist, aber das Objekt längerfristig nutzt und eine Gesamtlaufzeit vereinbart ist.
Verbraucher (§ 13 BGB): Natürliche Person, die nicht überwiegend gewerblich oder freiberuflich handelt.
Unternehmer (§ 14 BGB): Keine Anwendung der §§ 506–509 BGB.
Abgrenzung § 506 zu § 491 BGB
- § 491 BGB: Verbraucherdarlehen (Kreditvergabe in Geld)
- § 506 BGB: Entgeltliche Finanzierungshilfe, einschließlich Leasing; Verweis auf §§ 491 ff. BGB
- Wichtig: § 506 III BGB enthält spezifische Anforderungen für Leasingverträge
Pflichtangaben nach § 506 III BGB
Für Leasingverträge mit Verbrauchern müssen zwingend enthalten sein:
- Art des Leasingvertrages
- Name und Anschrift des Leasinggebers
- Nettodarlehensbetrag (oder Nettoleasingwert/Anschaffungspreis des Objekts)
- Gesamtbetrag (alle Zahlungen des LN summiert)
- Laufzeit
- Betrag, Anzahl und Fälligkeit der einzelnen Raten
- Effektiver Jahreszins (§ 6 PAngV: Berechnung nach Annuitätenmethode)
- Gesamtkosten
- Hinweis auf Widerrufsrecht und Widerrufsfrist
- Ggf. Restwert/Restwertgarantie
- Ggf. Zusatzkosten (Versicherung, Wartung)
Pflicht-Widerrufsinformation: Entsprechend Anlage 7 oder 8 zu Art. 247 § 6 EGBGB
Widerrufsrecht
Frist
- Grundsatz: 14 Tage ab Vertragsschluss (§ 355 I BGB)
- Verlängerung: Wenn Pflichtangaben unvollständig oder Widerrufsinformation fehlerhaft → Widerruf weiterhin möglich (bis Heilung + 14 Tage)
- Maximum: 1 Jahr und 14 Tage (§ 356 b III BGB)
Form des Widerrufs
- Textform (§ 126b BGB): E-Mail, Fax, Brief
- Keine Begründung erforderlich
Folgen des Widerrufs
- Rückabwicklung: LN gibt Objekt zurück, LG erstattet Zahlungen
- Wertersatz: LN schuldet Wertersatz für tatsächliche Nutzung (§ 357 VII BGB)
- Kein Restwert: Restwertgarantie entfällt bei wirksamen Widerruf
Rechtsfolgen fehlerhafter Pflichtangaben
§ 494 BGB (Fehlerfolge)
- Fehlende Pflichtangaben → Leasingvertrag kann nichtig sein (§ 494 I BGB)
- Ausnahme: Heilung durch tatsächlichen Empfang der Leistung (§ 494 II BGB)
- Nachholbarkeit bestimmter Angaben (§ 494 II, III BGB): Effektivzins, Gesamtbetrag
Beispiel: Fehlt der effektive Jahreszins → gilt kraft Gesetzes der gesetzliche Zinssatz (§ 494 II 5 BGB); LN zahlt weniger.
Fernabsatzleasing
Verbraucherleasing über Internet/Telefon zusätzlich: §§ 312a ff. BGB (Fernabsatzverträge); Widerrufsrecht für Fernabsatz (14 Tage, § 356 BGB).
Prüfprogramm
- Ist der LN Verbraucher (§ 13 BGB)?
- Liegen alle Pflichtangaben nach § 506 III BGB vor?
- Widerrufsinformation korrekt (Anlage 7/8 EGBGB)?
- Widerrufsfrist: Noch laufend?
- Fehlerhafte Angabe: Welche Rechtsfolge (§ 494 BGB)?
- Fernabsatz? Zusätzliche Anforderungen §§ 312 ff. BGB?
Typische Fallen
- Effektiver Jahreszins falsch berechnet → LN schuldet nur gesetzlichen Zins
- Widerrufsbelehrung veraltet (EGBGB-Anlage nicht aktuell) → Widerruf noch möglich
- Restwertklausel im Vertrag, aber nicht als Pflichtangabe aufgeführt → Klausel nichtig
- Kein Hinweis auf Widerrufsrecht → Frist beginnt nicht zu laufen
Normen und Quellen
- §§ 506–509 BGB: https://dejure.org/gesetze/BGB/506.html
- § 494 BGB (Fehlerfolge): https://dejure.org/gesetze/BGB/494.html
- § 355 BGB (Widerrufsrecht): https://dejure.org/gesetze/BGB/355.html
- Art. 247 EGBGB (Informationspflichten): https://www.gesetze-im-internet.de/egbgb/art_247.html
- § 6 PAngV (effektiver Jahreszins): https://www.gesetze-im-internet.de/pangv/__6.html
- §§ 312 ff. BGB (Fernabsatz): https://dejure.org/gesetze/BGB/312.html
- BGH XI ZR 59/17 (Widerruf Leasingvertrag): https://www.bgh.de
Output-Formate
- Pflichtangaben-Checkliste: § 506 III BGB – alle 11 Punkte mit Beispielen
- Widerrufsinformation-Muster: Aktuelle Anlage 7 EGBGB
- Fehlerfolgen-Tabelle: Fehlende Angabe – Rechtsfolge – Heilung möglich?
- Widerrufserklärung-Muster: Für Verbraucher
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