Compliance regelsatz erstellen
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⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für deutsches Recht (Arbeits-, Gesellschafts-, Insolvenz-, Datenschutz-, Prozessrecht u.a.) – inzwischen verbessert und im Alltag getestet, aber weiterhin Experiment. Bitte selber ausprobieren, Issues/PRs willkommen! Keine Rechtsberatung. Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO), DSGVO, US-Transfer, KI-VO & Co
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Wenn es um Compliance-Regelsatz erstellen in diesem Spezialbereich geht: zerlegt Ergebnis, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und Gegenposition; liefert eine Beweislast- und Substantiierungsmatrix.
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Compliance-Regelsatz erstellen
Arbeitsbereich
Compliance-Regelsatz Zehn Gebote für KI-Einsatz in Kanzleien erstellen: Anwendungsfall Kanzlei benoetigt praegnante Verhaltensregeln für alle Mitarbeitern zu erlaubten und verbotenen KI-Nutzungen. § 43a BRAO Verschwiegenheit, § 43e BRAO IT-Dienstleister, Art. 4 KI-VO KI-Kompetenz. Prüfraster kein Privat-Account, keine Mandatsdaten ohne Anonymisierung, kein PDF-Upload ohne AVV, Korrekturlesung Pflicht, KI-Kennzeichnung. Output standardisierter Zehn-Gebote-Regelsatz anpassbar an Kanzlei-Profil. Abgrenzung zu Richtlinien-Skelett für vollständige Richtlinie und zu Berufsrecht-Bausteine. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: BRAO, BORA, FAO, BNotO, StBerG, WPO, PAO; DSGVO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Spezialwissen
Ein klarer, prägnanter Compliance-Regelsatz ist das operative Herzstück jeder KI-Nutzungsrichtlinie. Er muss so formuliert sein, dass alle Mitarbeitern — unabhängig von juristischem Hintergrund — die Kernregeln sofort verstehen und anwenden können. Dieser Skill erzeugt einen standardisierten Zehn-Gebote-Regelsatz, der an das Kanzlei-Profil angepasst werden kann.
Rechtlicher Hintergrund
Der Regelsatz operationalisiert die zentralen Rechtspflichten: § 43a Abs. 2 BRAO (Verschwiegenheit), § 43e BRAO (IT-Dienstleister), Art. 5 DSGVO (Grundsätze der Verarbeitung: Zweckbindung, Datenminimierung), Art. 28 DSGVO (Auftragsverarbeitung), § 2 Abs. 2 UrhG (Urheberrecht am KI-Output), Art. 50 Abs. 4 KI-VO (Kennzeichnung), § 203 StGB (Geheimnisverrat), Art. 22 DSGVO (Verbot automatisierter Entscheidungen).
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu prüfen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation | Empfohlener Weg |
|---|---|
| Standard — KI-Compliance-Regelsatz für Kanzlei erstellen | Regelsatz nach 10-Gebote-Schema; Template unten |
| Variante A — Kleine Kanzlei max drei Seiten | Kurzfassung Regelsatz; nur Kernregeln |
| Variante B — Mandant will Regelsatz in Englisch | Englischsprachige Vorlage; Terminologie anpassen |
| Variante C — Vorhandener Regelsatz aktualisieren | Nur geaenderte Stellen ueberarbeiten; Version-Tracking |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Vorlagentext / Bausteine
Die Zehn Gebote für den KI-Einsatz in [Name der Kanzlei]:
1. Wir nutzen beim Einsatz von KI-Systemen in der Kanzlei ausschließlich autorisierte Kanzlei-Accounts — niemals private Accounts.
2. Wir kopieren keine personenbezogenen Daten von Mandanten oder Mitarbeitern in KI-Systeme, es sei denn, die Daten wurden zuvor vollständig anonymisiert.
3. Wir laden keine Dokumente, Akten oder Schriftstücke als Datei in einen KI-Dienst hoch, ohne diese zuvor anonymisiert zu haben — außer bei Anbietern, mit denen ein wirksamer Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO und eine § 43e-BRAO-Vereinbarung bestehen.
4. Wir korrekturlesen und prüfen jeden KI-generierten Text eigenverantwortlich auf inhaltliche Richtigkeit, bevor er intern oder extern weiterverwendet wird.
5. Wir verifizieren ausnahmslos jede Fundstelle, jedes Zitat und jeden Gesetzeshinweis aus KI-generiertem Output anhand der originalen Quelle. KI-Systeme können Fundstellen erfinden.
6. Wir kennzeichnen KI-generierte Inhalte in internen und externen Dokumenten, soweit dies die Transparenz erfordert. Bei anwaltlichen Schriftsätzen tragen wir durch unsere Unterschrift die volle redaktionelle Verantwortung.
7. Wir delegieren keine Letztentscheidung an ein KI-System. Jede rechtliche Bewertung und jede mandatsbezogene Entscheidung verbleibt beim Menschen.
8. Wir verarbeiten keine besonders sensiblen personenbezogenen Daten nach Art. 9 Abs. 1 DSGVO mit KI-Systemen, es sei denn, eine ausdrückliche Rechtfertigung nach Art. 9 Abs. 2 DSGVO liegt vor.
9. Wir laden keine urheberrechtlich geschützten Texte (Kommentare, Fachaufsätze, Datenbankexporte) in KI-Systeme hoch, ohne die erforderlichen Nutzungsrechte zu besitzen. Gesetze und Gerichtsentscheidungen von offiziellen Portalen sind frei nutzbar.
10. Wir melden jeden Verdachtsfall einer Compliance-Verletzung beim KI-Einsatz unverzüglich an [Name Datenschutzbeauftragter/Berufsrechtsbeauftragter/Geschäftsführung].
--- vor Versand klären ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Durchsetzung des Anspruchs / Vergleich / Reputationsschutz / schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestforderung / Zeitrahmen / Formerfordernis]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgesprach / Einigung vor Fristablauf]
Schlussabsatz Variante A (kooperativ): Wir regen eine guetliche Einigung an und stehen für ein klärenden Gesprach zur Verfuegung. Eine einvernehmliche Loesung erspart beiden Seiten Zeit und Kosten.
Schlussabsatz Variante B (formal-streng): Eine aussergerichtliche Einigung kommt nur in Betracht wenn die Gegenseite innerhalb von [X] Tagen einen akzeptablen Vorschlag unterbreitet. Anderenfalls werden wir alle rechtlichen Schritte einleiten.
Hinweise zur Aktualisierung
Der Regelsatz ist mindestens halbjährlich zu überprüfen. Bei wesentlichen Änderungen der genutzten KI-Dienste, bei neuen Gerichtsentscheidungen zur Haftung oder bei neuen BRAK/DAV-Hinweisen ist eine Aktualisierung geboten. Alle Mitarbeitern müssen über Änderungen informiert und neu geschult werden.
Zentrale Normen (Paragrafenkette)
- § 43a Abs. 2 BRAO — Verschwiegenheit
- § 43e BRAO — IT-Dienstleister-Anforderungen
- Art. 28 DSGVO — AVV-Pflicht
- Art. 5 Abs. 1 lit. c KI-VO — Verbotene biometrische Praktiken
- § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG — Mitbestimmung bei technischen Ueberwachungssystemen
Triage zu Beginn
- Welche KI-Systeme werden in der Kanzlei eingesetzt — ist eine Freigabeliste vorhanden?
- Gibt es bereits einen Compliance-Regelsatz oder wird er neu erstellt?
- Ist ein Betriebsrat vorhanden — wurde nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG eingebunden?
- Sind alle Mitarbeiter über das Privat-Account-Verbot und die Anonymisierungspflicht informiert?
- Gibt es Schulungsunterlagen zum Compliance-Regelsatz?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Output-Template — Compliance-Regelsatz KI (10 Gebote)
Adressat: Alle Kanzlei-Mitarbeiter — Tonfall: verbindlich, klar
COMPLIANCE-REGELSATZ KI-EINSATZ — [KANZLEI]
Stand: [DATUM] — Version: [VERSIONSNUMMER]
VERBINDLICH FUER ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
1. KEIN PRIVAT-ACCOUNT: Nur freigegebene Kanzlei-Accounts verwenden.
2. KEINE MANDATSDATEN OHNE ANONYMISIERUNG: Vor jeder KI-Eingabe pseudonymisieren.
3. KEIN PDF-UPLOAD OHNE AVV: Dokumente nur in Systeme mit Art. 28 DSGVO-AVV hochladen.
4. KEINE UNKRITISCHE UEBERNAHME: Jede KI-Ausgabe ist vor Verwendung menschlich zu pruefen.
5. KENNZEICHNUNGSPFLICHT: KI-generierte Inhalte im Schriftsatz als solche kennzeichnen.
6. QUELLENVERIFIZIERUNG: Jede Rechtsprechungs-Fundstelle gegen amtliche Quellen pruefen.
7. KEINE VERTRAULICHEN DATEN IN NICHT-FREIGEGEBENE SYSTEME.
8. MELDEPFLICHT: Sicherheitsvorfall oder ungewoehnliches KI-Verhalten sofort melden an: [KONTAKT].
9. SCHULUNGSPFLICHT: Jaehrliche KI-Pflichtschulung erforderlich.
10. COMPLIANCE-OFFICER KONTAKTIEREN bei Unsicherheit: [KONTAKT].
Verabschiedet von: [GESCHAEFTSFUEHRUNG], [DATUM]
<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie
[Name der Mandantin]werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (
1,1.1,1.1.1und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.