Berufsrecht bausteine
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Wenn es um Berufsrecht-Bausteine in diesem Spezialbereich geht: erstellt den passenden Entwurf aus Sachverhalt, Norm, Beweis und Antrag; liefert einen verwertbaren Entwurf mit Anträgen, Begründung und Anlagenlogik.From its SKILL.md
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Berufsrecht-Bausteine
Arbeitsbereich
Berufsrechtliche Textbausteine für KI-Nutzungsrichtlinien in Kanzleien: Anwendungsfall Kanzlei erstellt KI-Richtlinie und braucht praezise Bausteine zu Verschwiegenheit Sorgfaltspflicht und Eigenverantwortung. § 43 BRAO Gewissenhaftigkeit, § 43a Abs. 2 BRAO Verschwiegenheit, § 43e BRAO IT-Dienstleister, § 203 StGB Berufsgeheimnis, BRAK-Hinweise 12/2024 DAV-Stellungnahme 32/2025. Prüfraster Verschwiegenheitspflicht beim KI-Einsatz, Haftung für KI-Output OLG Koblenz, eigenverantwortliche Endkontrolle. Output Bausteine-Sammlung mit konkreten Formulierungen für Kanzlei-Richtlinie. Abgrenzung zu DSGVO-Compliance-Bausteine und zu Musterklauseln-IT. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: BRAO, BORA, FAO, BNotO, StBerG, WPO, PAO; DSGVO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Spezialwissen
Das anwaltliche Berufsrecht setzt dem Einsatz von KI-Systemen in Kanzleien spezifische Grenzen. Die Nutzung von Chatbots und KI-Plattformen ist nicht per se verboten, aber die berufsrechtlichen Kernpflichten — Gewissenhaftigkeit, Verschwiegenheit und eigenverantwortliche Endkontrolle — bleiben stets unberührt. Diese Bausteine helfen, die entsprechenden Anforderungen in eine Kanzleirichtlinie zu übersetzen.
Rechtlicher Hintergrund
§ 43 Satz 1 BRAO: Gewissenhafte Berufsausübung — KI-Nutzung muss von anwaltlicher Eigenverantwortung begleitet sein. § 43a Abs. 2 BRAO: Verschwiegenheitspflicht als oberstes Gebot — kein unbefugtes Offenbaren von Mandatsgeheimnissen. § 43e BRAO: Regelung der IT-Dienstleister-Beauftragung — Befugnis-Norm, die § 203 StGB entschärft. § 203 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 3, Abs. 4 StGB: Geheimnisverrat als Straftatbestand. § 2 Abs. 4 lit. c BORA: Sozialadäquanz der Zusammenarbeit mit Dienstleistern. § 31 BORA: Berufsrechtsbeauftragter in Berufsausübungsgemeinschaften. BRAK-Hinweise 12/2024 (Remmertz), DAV-Stellungnahme Nr. 32/2025.
Vorgehen
Vorab: Der untenstehende ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
- Grundsatz der Eigenverantwortung verankern: Kein KI-Output darf ungeprüft übernommen werden; § 43 BRAO verlangt anwaltliche Endkontrolle.
- Verschwiegenheitspflicht operationalisieren: Für jeden KI-Dienstleister einen § 43e-BRAO-Vertrag abschließen (vgl. Musterklauseln im Plugin
musterklauseln-it-vertrag). - Prüfpflicht für Zitate festschreiben: Jede von einem KI-System erzeugte Fundstelle ist auf Existenz und inhaltliche Richtigkeit zu überprüfen (BRAK 12/2024, S. 2; DAV 32/2025).
- Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Berufsrechtsbeauftragten einbinden: Falls vorhanden, nach § 31 BORA bei Erstellung und Schulung einbeziehen.
- Ausländische Dienstleister gesondert prüfen: § 43e Abs. 4 BRAO erlaubt EU-Ausland und Drittstaaten, sofern vergleichbares Schutzniveau.
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu prüfen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation | Empfohlener Weg |
|---|---|
| Standard — Berufsrechts-Check KI-Einsatz für Kanzlei erstellen | Baustein-Set nach Schema; Template unten |
| Variante A — Kanzlei hat bereits BRAO-Richtlinie | Delta-Update statt Neuerstellung; bestehende Richtlinie ergaenzen |
| Variante B — Internationales Buero mehrere Rechtsordnungen | Separate Bausteine pro Jurisdiction; gemeinsamer Rahmen |
| Variante C — Mandant ist selbst Kanzlei Beratung nicht Kanzlei intern | Externe Beratungsperspektive; nicht interne Richtlinie |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Vorlagentext / Bausteine
Baustein Gewissenhaftigkeit: Gemäß § 43 Satz 1 BRAO sind alle Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zur gewissenhaften Berufsausübung verpflichtet. Der Einsatz von KI-Systemen darf die anwaltliche Tätigkeit lediglich unterstützen, aber niemals ersetzen. Jedes von einem KI-System generierte Ergebnis muss einer eigenverantwortlichen Überprüfung und Endkontrolle durch die zuständige Rechtsanwältin oder den zuständigen Rechtsanwalt unterzogen werden. Die KI entscheidet nie — es entscheidet immer der Mensch.
Baustein Verschwiegenheit: Die Wahrung des Anwaltsgeheimnisses ist oberstes Gebot (§ 43a Abs. 2 BRAO, § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB). Die Zusammenarbeit mit KI-Dienstleistern als externe IT-Dienstleister ist nur unter den Voraussetzungen des § 43e BRAO zulässig. Mit jedem eingesetzten KI-Dienstleister ist eine schriftliche Vereinbarung nach § 43e BRAO abzuschließen, die den Dienstleister zur Verschwiegenheit verpflichtet und auf die strafrechtlichen Folgen eines Verstoßes nach § 203 StGB hinweist.
Baustein Prüfpflicht/Halluzinationen: Alle von KI-Systemen generierten Fundstellen, Zitate und Rechtsangaben sind ausnahmslos auf ihre Existenz und ihren Inhalt hin zu überprüfen. Wer dies unterlässt, handelt pflichtwidrig nach § 43 BRAO und haftet für die Folgen. Ein "Grundvertrauen" wie bei erfahrenen Mitarbeitern ist bei KI-generierten Arbeitsprodukten nicht angebracht (BRAK-Hinweise 12/2024; DAV-Stellungnahme 32/2025).
--- vor Versand klären ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Durchsetzung des Anspruchs / Vergleich / Reputationsschutz / schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestforderung / Zeitrahmen / Formerfordernis]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgesprach / Einigung vor Fristablauf]
Schlussabsatz Variante A (kooperativ): Wir regen eine guetliche Einigung an und stehen für ein klärenden Gesprach zur Verfuegung. Eine einvernehmliche Loesung erspart beiden Seiten Zeit und Kosten.
Schlussabsatz Variante B (formal-streng): Eine aussergerichtliche Einigung kommt nur in Betracht wenn die Gegenseite innerhalb von [X] Tagen einen akzeptablen Vorschlag unterbreitet. Anderenfalls werden wir alle rechtlichen Schritte einleiten.
Hinweise zur Aktualisierung
Die BRAK und der DAV aktualisieren ihre Hinweise und Stellungnahmen fortlaufend. Nach jeder Neuveröffentlichung sind die Bausteine zu überprüfen. Ebenso bei neuen OLG- oder BGH-Entscheidungen zur Haftung bei Verwendung von KI-Output in Schriftsätzen.
Zentrale Normen (Paragrafenkette)
- § 43a Abs. 2 BRAO — Verschwiegenheitspflicht
- § 43e BRAO — IT-Dienstleister und berufsrechtliche Absicherung
- § 203 StGB — Berufsgeheimnis (Freiheitsstrafe bis 2 Jahre)
- §§ 1 ff. BORA — Berufsordnung Rechtsanwaelte
- Art. 28 DSGVO — AVV-Pflicht bei Auftragsverarbeitung
Triage zu Beginn
- Ist der KI-Anbieter ein IT-Dienstleister nach § 43e BRAO — liegt eine berufsrechtliche AVV-Vereinbarung vor?
- Werden Mandatsdaten in das KI-System eingegeben — ist Anonymisierung oder verschlüsselte Verarbeitung sichergestellt?
- Hat der KI-Anbieter seinen Sitz ausserhalb der EU — droht ein CLOUD Act-Zugriff?
- Werden KI-Ausgaben ohne menschliche Prüfung verwendet — Haftungsrisiko nach § 280 BGB?
- Ist die KI in der Lage, Mandate anderer Mandanten zu verwechseln — Interessenkonflikt-Risiko?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Output-Template — Berufsrechts-Check KI-Einsatz
Adressat: Kanzlei-Management / Senior-Partner — Tonfall: strukturiert, berufsrechtlich
BERUFSRECHTS-CHECK KI-EINSATZ
[DATUM] — Kanzlei: [NAME MANDANT] — System: [SYSTEMNAME]
§ 43a Abs. 2 BRAO — Verschwiegenheit:
☑/☐ KI-Anbieter durch § 43e BRAO-AVV gebunden
☑/☐ Mandatsdaten anonymisiert vor Eingabe
☑/☐ Kein Training auf Mandatsdaten
§ 203 StGB — Berufsgeheimnis:
☑/☐ Zugriff auf Mandatsdaten auf notwendiges Personal beschraenkt
☑/☐ Verschlüsselte Verarbeitung oder On-Premise
Haftungsrisiko § 280 BGB / § 43 BRAO:
☑/☐ Vier-Augen-Pruefung aller KI-Ausgaben vor Verwendung
☑/☐ Keine unkritische Uebernahme von Rechtsprechungs-Zitaten ohne Pruefung
Ergebnis: [EINSATZ ZULAESSIG / MIT AUFLAGEN / UNZULAESSIG]
Auflagen: [BESCHREIBUNG]
Geprueft von: [NAME], [DATUM]
<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie
[Name der Mandantin]werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (
1,1.1,1.1.1und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
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