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Elastizitaeten diversion ratios

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Wenn es um Elastizitäten und Diversion Ratios in Kartellrecht — Marktabgrenzungsprüfung geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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Elastizitäten und Diversion Ratios

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: FKVO Art. 4 Anmeldepflicht vor Vollzug, GWB § 40 1-Monats-Frist Phase I / 4 Monate Phase II, Bagatellschwellen § 35 GWB (50/17,5 Mio. EUR).
  • Tragende Normen verifizieren: GWB §§ 18, 19, 20, 35, 36, 39, AEUV Art. 101, 102, FKVO (VO 139/2004), Bekanntmachung Kommission Marktabgrenzung 2024 (C/2024/1645), Leitlinien horizontale/vertikale Zusammenarbeit, HMG-Index — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Bundeskartellamt, EU-KOM (DG COMP), Anmelder, Wettbewerber, OLG Düsseldorf (Kartellsenat), EuG, EuGH.
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Zusammenschlussanmeldung Form CO, Marktabgrenzungsanalyse, SSNIP-Test, HMG-Berechnung, Critical-Loss-Analyse, Datenanalyse (PoS/Scanner), Marktbefragung — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Fachkern: Elastizitäten und Diversion Ratios

  • Normen-/Quellenanker: Art. 101/102 AEUV, VO 1/2003, FKVO, GWB, Vertikal-GVO, DMA/DSA-Schnittstellen, private damages und Behördenpraxis.
  • Entscheidende Weiche: Markt, Verhalten, Beteiligte, Schwelle, Effekt, Effizienzrechtfertigung, Verfahren, Dawn Raid/Leniency und Schadensersatz getrennt ordnen.
  • Arbeitsprodukt: Erzeuge eine konkrete Prüf- oder Entscheidungsmatrix mit Norm, Tatbestand, Beleg, Einwand, Risikoampel und nächstem Schritt; Anschluss-Skills nur bei echter Vertiefung nennen.

1. Eigenpreis-Elastizität

Definition

[\varepsilon_{ii} = \frac{\partial Q_i / Q_i}{\partial P_i / P_i}]

Gibt an, um wie viel Prozent die Nachfrage nach Produkt i sinkt, wenn der Preis von i um ein Prozent steigt.

Interpretation für Marktdefinition

  • Hohe Eigenpreis-Elastizität (Betrag > 2): Starker Wettbewerb — Nachfrager weichen aus.
  • Niedrige Eigenpreis-Elastizität (Betrag < 1): Geringe Ausweichmöglichkeiten — mögliche Marktmacht.

2. Kreuzpreis-Elastizität

Definition

[\varepsilon_{ij} = \frac{\partial Q_i / Q_i}{\partial P_j / P_j}]

Positiver Wert: Produkte i und j sind Substitute. Negativer Wert: Komplementärgüter.

Schwellenwerte

In der behördlichen Praxis gilt eine Kreuzpreis-Elastizität von > 0,5 als Indiz für Substituierbarkeit. Strenge wissenschaftliche Anforderungen verlangen Signifikanztest und Robustheitsprüfung.

3. Diversion Ratio

Definition

Die Diversion Ratio D(i→j) gibt an, welcher Anteil der bei Produkt i verlorenen Umsätze zu Produkt j wechselt (bei einer Preiserhöhung für i).

[D_{i \to j} = \frac{\Delta Q_j}{\Delta Q_i}]

Anwendung im SSNIP-Test

Der kritische Verlustanteil bestimmt, ab welcher Abwanderungsquote eine 5-prozentige Preiserhöhung unrentabel ist. Die Diversion Ratio zeigt, wohin die Abwanderung erfolgt — das wichtigste Substitut.

Merger Simulation

Diversion Ratios sind Kerngröße der Merger Simulation (Upward Pricing Pressure — UPP):

  • Hohes D(i→j): Fusion von i und j beseitigt starken Wettbewerbsdruck.
  • Gering: Kein wesentlicher Verlust an Wettbewerb durch Fusion.

4. Methodische Anforderungen

Datenbasis

  • Paneldaten (zeitliche Variation in Preisen und Mengen).
  • Querschnittsdaten (regionale Variation) als Alternative.
  • Mindestbeobachtungszeitraum: typisch 3–5 Jahre.

Endogenitätsproblem

Preise und Mengen werden gleichzeitig bestimmt → OLS-Schätzung verzerrt. Lösung: Instrumentvariablen (z.B. Kostengrößen als Instrument für Preise).

Robustheitsprüfungen

  • Alternative Spezifikationen testen.
  • Ausreißer identifizieren (Sonderpreisperioden, Promotional Pricing herausnehmen).
  • Ergebnisstabilität bei unterschiedlichen Stichproben.

5. Prüfprotokoll

Methode: [OLS / IV / BLP / andere]
Datenzeitraum: [von ... bis ...]
Endogenitätskorrektur: [ja / nein / fehlend]
Kreuzpreiselastizität i→j: [Wert]
Diversion Ratio i→j: [Wert]
Signifikanz: [p < 0,05 / nicht signifikant]
Schwächen: [...]
Bewertung: [belastbar / eingeschränkt belastbar / nicht belastbar]

Leitentscheidungen Elastizitaeten / Diversion Ratios

  • EK, Horizontal Merger Guidelines 2004 Rn. 22-29 — Diversion Ratios als Evidenz für Marktabgrenzung; hohe Diversion zwischen Produkten A und B indiziert gemeinsamen Markt.

Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.

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