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Cluster und systemmaerkte

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Wenn es um Cluster- und Systemmärkte in Kartellrecht — Marktabgrenzungsprüfung geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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Cluster- und Systemmärkte

Arbeitsbereich

Behörde oder Gegenseite argumentiert mit Cluster-Markt oder Aftermarkt-Doktrin oder Mandant will dies nutzen. Prüft Cluster-Maerkte Buendelung nicht-substitutiver Produkte und Systemmaerkte Primaermarkt plus Aftermarkt. Normen Art. 102 AEUV § 18 GWB § 19 GWB EuGH-Rspr zu Aftermarkt. Prüfraster Pelikan-Doktrin Kyocera-Doktrin eigenständiger Aftermarkt Nachfragesteuerung Wechselkosten. Output Marktdefinitions-Memo mit Cluster-Analyse und Angreifbarkeits-Risiko. Abgrenzung: mehrseitige-maerkte-plattformen für Plattform-Spezifika. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: FKVO Art. 4 Anmeldepflicht vor Vollzug, GWB § 40 1-Monats-Frist Phase I / 4 Monate Phase II, Bagatellschwellen § 35 GWB (50/17,5 Mio. EUR).
  • Tragende Normen verifizieren: GWB §§ 18, 19, 20, 35, 36, 39, AEUV Art. 101, 102, FKVO (VO 139/2004), Bekanntmachung Kommission Marktabgrenzung 2024 (C/2024/1645), Leitlinien horizontale/vertikale Zusammenarbeit, HMG-Index — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Bundeskartellamt, EU-KOM (DG COMP), Anmelder, Wettbewerber, OLG Düsseldorf (Kartellsenat), EuG, EuGH.
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Zusammenschlussanmeldung Form CO, Marktabgrenzungsanalyse, SSNIP-Test, HMG-Berechnung, Critical-Loss-Analyse, Datenanalyse (PoS/Scanner), Marktbefragung — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Fachkern: Cluster- und Systemmärkte

  • Normen-/Quellenanker: Art. 101/102 AEUV, VO 1/2003, FKVO, GWB, Vertikal-GVO, DMA/DSA-Schnittstellen, private damages und Behördenpraxis.
  • Entscheidende Weiche: Markt, Verhalten, Beteiligte, Schwelle, Effekt, Effizienzrechtfertigung, Verfahren, Dawn Raid/Leniency und Schadensersatz getrennt ordnen.
  • Arbeitsprodukt: Erzeuge eine konkrete Prüf- oder Entscheidungsmatrix mit Norm, Tatbestand, Beleg, Einwand, Risikoampel und nächstem Schritt; Anschluss-Skills nur bei echter Vertiefung nennen.

1. Clustermärkte

Definition

Ein Clustermarkt fasst Produkte zusammen, die aus Sicht der Nachfrager gemeinsam nachgefragt werden, auch wenn sie einzeln nicht substituierbar sind.

Beispiel Banking Cluster: Girokonten, Sparkonten, Kredit, Debitkarte, Onlinebanking — Bankkunden wählen eine Bank, die alle Dienste anbietet. Jedes Produkt einzeln ist kein Substitut für ein anderes, aber Kunden wechseln die Hausbank insgesamt.

EU-Praxis

Die Kommission hat in Fusionsfällen Clustermärkte für Bankdienstleistungen, Postdienstleistungen und medizinische Verbrauchsgüter anerkannt. Voraussetzung: Nachfrager kaufen typischerweise ein Bündel, und der Anbieter muss das vollständige Bündel anbieten können.

Prüfungsfragen

  • Werden die gebearbeiteten Produkte typischerweise zusammen nachgefragt?
  • Würde ein Nachfrager bei Preiserhöhung eines Bundlebestandteils den gesamten Anbieter wechseln?
  • Ist der Anbieter-Cluster wirtschaftlich sinnvoll als Markt abgrenzbar?

2. Systemmärkte — Primärmarkt und Aftermarkt

Definition

Systemmärkte bestehen aus einem Primärmarkt (z.B. Gerät, Maschine, Software) und einem Aftermarkt (z.B. Verbrauchsmaterial, Wartung, Ersatzteile, Komplementärsoftware).

Pelikan-Doktrin

EuGH — Bronner

Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Eigenständiger Aftermarkt — Voraussetzungen

Ein eigenständiger Aftermarkt liegt vor, wenn:

  1. Lock-in nach Primärkauf — Wechselkosten prohibitiv hoch.
  2. Informationsasymmetrie — Käufer erkennt Aftermarkt-Kosten beim Primärkauf nicht.
  3. Marktmacht im Aftermarkt — Primärmarkt-Wettbewerb diszipliniert Aftermarkt nicht ausreichend.

Gegenargument Primärmarktwettbewerb

Wenn Käufer die Lifecycle-Kosten einkalkulieren (Primär + After), dann diszipliniert Wettbewerb auf dem Primärmarkt auch den Aftermarkt → kein eigenständiger Aftermarkt. Voraussetzung: ausreichende Markttransparenz und keine prohibitiven switching costs.

3. Prüfmatrix

FrageClustermarktSystemmarkt/Aftermarkt
Nachfragebündelung?ZentralSekundär
Lock-in nach Erstentscheidung?NeinJa
Eigenständige Preissetzung?NeinJa
Getrennte Marktdefinition?SeltenHäufig

4. Fazit

Liegt ein Cluster- oder Systemmarkt vor? Begründung und Auswirkung auf Marktanteile.

Leitentscheidungen Cluster- und Systemmaerkte

  • EK, Entsch. v. 22.07.2009 — COMP/M.5529 (Oracle/Sun Microsystems) — Systemmarkt Hardware/Software; Buendelungsstrategien als wettbewerbsrelevante Faktoren; After-Sales-Markt separat zu betrachten.

Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.

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