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Abwesenheiten urlaub

Skill Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/kanzlei-allgemein/skills/abwesenheiten-urlaub

Wenn es um Abwesenheiten, Urlaub, Krankheit in Kanzlei-Allgemein geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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Abwesenheiten, Urlaub, Krankheit

Arbeitsbereich

Verwaltung von Abwesenheiten in der Kanzlei — Urlaub Krankmeldung Elternzeit Pflegezeit Fortbildung. Anwendungsfall Anwalt oder Mitarbeiter meldet Urlaub oder Krankheit und Kanzlei muss Vertretung für Fristen beA Postlauf Mandantenkommunikation sicherstellen. Normen § 7 BUrlG Resturlaub § 16 BEEG Elternzeit § 3 PflegeZG Kurzpflegezeit Art. 6 DSGVO Diagnosedaten. Prüfraster Überschneidungen Fristencheck beA-Abdeckung Postlauf-Vertretung Teamkonflikt. Output Urlaubsplan Vertretungsregelung Abwesenheitsregister Eskalationsprotokoll Schnittstelle Lohn-SV. Abgrenzung zu Lohn-SV-Skill und Kanzleikalender. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: BRAO §§ 43, 43a, 43e, 45, 49b, 53, 59b, 73; BORA §§ 2, 3, 4, 5, 6, 10, 11, 12; RVG §§ 3a, 10; GwG §§ 2, 10, 11, 43; DSGVO Art. 5, 6, 9, 28, 32; BDSG § 26; ZPO § 130d; BRAO § 31a/beA und lokale Kammerhinweise live prüfen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

1) Abwesenheitsarten

ArtAnlassVorlaufVertretung erforderlich
Erholungsurlaubjaehrlicher Anspruch BUrlGmeist 4-6 Wochenja
Sonderurlaubpersönliche Anlaesse (Heirat, Todesfall)sofortja, soweit möglich
BildungsurlaubBildungsfreistellungsgesetze der Länder6-8 Wochen Vorlaufja
Krankheit (AU)Krankheit mit AU-Bescheinigungsofortja, ad hoc
Kind krankParagraf 45 SGB Vsofortja, ad hoc
MutterschutzParagraf 3 MuSchGnach Bekanntwerden Schwangerschaftlangfristig, Stoppschild
ElternzeitParagraf 16 BEEG7 Wochen vor Beginnlangfristig, Stoppschild
PflegezeitParagraf 3 PflegeZG10 Tage vor Beginnlangfristig, Stoppschild
Fortbildungbezahlt oder unbezahltmit Belegja
Homeofficemobile Arbeitje nach Vereinbarungnicht zwingend, aber Kalenderabstimmung
ÜberstundenausgleichZeitkontokurzfristigja
Unbezahlter UrlaubSondervereinbarungje nach Anlassja

2) Ablauf Urlaubsantrag

Schritt 1 — Anfrage erfassen

  • Person (mit Funktion)
  • Zeitraum (Anfang, Ende, Werktage)
  • Anlass (nicht zwingend, aber bei Bildungsurlaub Pflicht)

Schritt 2 — Resturlaub und Überschneidungen prüfen

  • Resturlaub aus dem Vorjahr (Paragraf 7 III BUrlG: Übertrag bis 31.03.)
  • Aktueller Urlaubsanspruch des Jahres
  • Bereits genehmigter Urlaub
  • Überschneidungen mit anderen Teammitgliedern

Schritt 3 — Operative Prüfung

  • Fristen: Welche Fristen laufen im Antrags-Zeitraum?
  • Gerichtstermine: Termine wahrnehmen müssen
  • beA-Eingaenge: Wer leert das beA-Postfach?
  • Postlauf: Wer holt die Post ab und sortiert?
  • Telefon: Wer ist erreichbar?
  • Mandantenkommunikation: Welche Mandate haben Kommunikationsbedarf?

Schritt 4 — Vertretung vorschlagen

  • Konkret benannte Person je Mandat
  • Doppelvertretung bei kritischen Mandaten
  • Vertretung dokumentiert (Mandanten-Brief, beA-Mandatsanzeige)

Schritt 5 — Entscheidung

  • Genehmigen
  • Genehmigen mit Auflage (z.B. "Vertretung muss von Mandant XY bestätigt werden")
  • Rueckfrage (z.B. "Wer vertritt im Mandat 123?")
  • Alternativer Zeitraum vorschlagen
  • Ablehnen (mit Begründung — selten, meist nur bei Termin-Kollision)

Schritt 6 — Kalender pflegen

  • Kanzlei-Kalender aktualisieren
  • Abwesenheitsregister aktualisieren
  • Out-of-Office-Mail eingerichtet
  • beA-Vertretung Paragraf 31a BRAO eingerichtet

3) Ablauf Krankmeldung

Schritt 1 — Aufnahme

  • Wer hat krank gemeldet?
  • Wann?
  • Voraussichtliche Rückkehr?
  • AU-Bescheinigung vorhanden (Paragraf 5 EFZG: nach 3 Tagen Pflicht, Tarif/Arbeitsvertrag oft früher)

Schritt 2 — Ad-hoc-Vertretung

  • Welche Termine in den nächsten Tagen?
  • Welche Fristen in der laufenden Woche?
  • beA-Eingang täglich prüfen lassen
  • Telefon-Umleitung

Schritt 3 — Lohn/SV-Hinweis

  • Bei Krankheit > 6 Wochen: Hinweis an Lohnbuchhaltung
  • Anschluss-Skill: kanzlei-allgemein-lohn-sv

Schritt 4 — Datenschutz

  • Diagnose nicht erfassen, außer für Krankengeld-Antrag erforderlich
  • AU-Bescheinigung beinhaltet keinen Befund — das ist gesetzlich so
  • Bei eAU (elektronische AU): keine Papier-Bescheinigung mehr beim AG, sondern Abruf bei der Kasse Paragraf 109 SGB IV

4) Vertretungsregelung — Prüfliste

  • Vertretung benannt je laufendem Mandat?
  • Mandanten benachrichtigt, soweit Vertretung Außenwirkung hat?
  • beA-Vertretung eingerichtet Paragraf 31a III BRAO?
  • Out-of-Office-Mail eingerichtet (mit Vertretung-Hinweis)?
  • Telefon-Umleitung oder Vertretung am Telefon?
  • Postzustellung: wer leert das Postfach?
  • Fristen-Kalender an Vertretung weitergegeben?
  • Schlüssel/Zugang zu Akten, soweit erforderlich?

5) Eskalation bei Konflikten

KonfliktMechanismus
Urlaubswunsch kollidiert mit GerichtsterminTermin priorisieren; ggf. Verlegungsantrag
Zwei Mitarbeiter wollen gleichen ZeitraumVorrang nach Antragseingang, sonst Abwaegung Familie/Kinder
Wiederholte KurzkrankmeldungenPersonalgespräch; ggf. BEM Paragraf 167 II SGB IX bei > 6 Wochen pro Jahr
Geplante ElternzeitStoppschild — Personalplanung mindestens 6 Monate vor Mutterschutzbeginn
Kurzfristige Krankmeldung am Tag eines GerichtsterminsSofort-Vertretung organisieren; Termin nur in dringendsten Fällen verlegen

6) Abwesenheitsregister-Template

| Person | Art | Anfang | Ende | Vertretung | Status |
|--------|-------------|------------|------------|-----------------|----------|
| RA Mueller | Urlaub | 01.07.2026 | 14.07.2026 | RA Schmidt, RAin Weber (Mandat 312) | genehmigt |
| RAin Weber | Krank | 15.06.2026 | offen | RA Mueller | laufend |
| ReFa Bauer | Bildung | 03.09.2026 | 04.09.2026 | ReFa Klein | genehmigt |

Vorlage unter assets/templates/abwesenheiten-register.md.

7) Datenschutz

  • Diagnose-Daten nicht erfassen. Im Personalakten-Eintrag genuegt Zeitraum.
  • AU-Bescheinigung ist personenbezogenes Gesundheitsdatum Art. 9 DSGVO — gesonderte Aufbewahrung.
  • Mandanten erfahren keine Diagnose. Es genuegt: "RA Mueller ist erkrankt, Vertretung übernimmt RA Schmidt."
  • Vertretungsanzeige an Mandanten nur mit Mandantenbezug, nicht generell.

8) Typische Fehler

  1. Vertretung nicht im beA hinterlegt. Folge: Zustellungen kommen nicht an, Frist-Versaeumung.
  2. Out-of-Office-Mail ohne Vertretung. Mandanten warten, Frust und ggf. Haftung.
  3. Gerichtstermin in Urlaub übersehen. Folge: Saeumnis Paragraf 330 ZPO, Wiedereinsetzung Paragraf 233 ZPO nur bei Verschuldensfreiheit.
  4. Bildungsurlaub-Antrag zu spaet. Bundesländer-Fristen 6-8 Wochen.
  5. Krankheit über 6 Wochen nicht an Lohnbuchhaltung gemeldet. Folge: falsche Lohnabrechnung, Krankengeld-Verzug.
  6. Diagnose in Personalakte. DSGVO-Verstoß.
  7. Elternzeit-Anzeige ohne 7-Wochen-Vorlauf. Folge: Beginn verschiebt sich.

9) Schnittstellen

  • kanzlei-allgemein-lohn-sv — bei Krankheit > 6 Wochen, Mutterschutz, Elternzeit
  • kanzlei-allgemein-hr-personal — Personalakte, Resturlaubs-Konto, Vertragsfragen
  • kanzlei-allgemein-fristen-monitor — Fristen-Vertretung während Abwesenheit
  • kanzlei-allgemein-kanzleikalender — Termin-Vertretung und Kalender-Synchronisation
  • kanzlei-allgemein-bea-journal — beA-Vertretung Paragraf 31a III BRAO
  • kanzlei-allgemein-postlauf — Postzustellung und -bearbeitung während Abwesenheit
  • kanzlei-allgemein-output-versand — Vertretungsanzeige in der Mandanten-Korrespondenz

Quellenkontrolle

Kanzleiorganisation nach Vorgang trennen: Mandatsannahme und Interessenkollision, Verschwiegenheit, Fristen, Aktenführung sowie elektronischer Rechtsverkehr. Einschlägige Berufs- und Verfahrensnormen nur dem konkreten Arbeitsschritt zuordnen. Rechtsprechung ist mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und Quelle zu belegen; bloße Aktenzeichenlisten entfallen.

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