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Wenn es um US-Counsel-Koordination in Cross-Border-Investigations in Internal Investigations Praxis geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert eine Schnittstellenkarte mit Kollisions-, Zuständigkeits- und Nachweisfragen.From its SKILL.md

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US-Counsel-Koordination in Cross-Border-Investigations

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: DSGVO Art. 5, 6, 7, 9, 12-22, 25, 28, 30, 32, 33-34, 35, 51-58, 77-83, BDSG §§ 22-25, 26, 30; StPO §§ 53, 97, 102, 110, 136, 137, 152, 153a, BGB §§ 280, 626, BRAO § 43a, GwG, AntiDopG, HinSchG; StPO; HinSchG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Rechtlicher Rahmen

Cross-Border-Investigations mit US-Bezug (FCPA, SEC, DOJ) erfordern die enge Koordination zwischen deutschem und US-amerikanischem Anwalt. Unterschiede im Privilege-Recht (deutsches Anwaltsgeheimnis vs. US Attorney-Client Privilege), in den Discovery-Pflichten und in den Selbstbelastungsrechten erzeugen erhebliche Friktionen. Joint-Defense-Agreements schützen die Kommunikation zwischen Co-Counsel verschiedener Parteien; ohne sie riskiert jede Partei, dass Kommunikation mit anderen Verteidigern privilegienmäßig nicht geschützt ist. Der EuGH (Akzo Nobel, C-550/07 P, curia.europa.eu) und das US-Recht unterscheiden sich fundamental beim Inhouse-Counsel-Privilege.

Ziel dieses Skills

Strukturiert die Koordination zwischen deutschem und US-Counsel so, dass Privilege-Verluste vermieden, widersprüchliche Aussagen gegenüber Behörden verhindert und strategische Entscheidungen konsistent getroffen werden.

Arbeitsprogramm

1. Aufgabenteilung zwischen deutschem und US-Counsel

  • Deutsches Recht: deutsches Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht (§§ 266, 263, 299 StGB; §§ 30, 130 OWiG), Arbeitsrecht, Datenschutz, BetrVG, HinSchG.
  • US-Counsel: FCPA, SEC-Regulierung, DOJ-Verfahren, US-Discovery, SOX, OFAC-Sanktionen.
  • Gemeinsame Felder: Privilege-Strategie, Behördenstrategie, Berichtsstrategie, Settlement.
  • Lead Counsel-Festlegung: wer kommuniziert mit welcher Behörde?

2. Joint-Defense-Agreement (JDA)

  • Schützt Kommunikation zwischen Anwälten verschiedener Co-Defendants.
  • Voraussetzung: gemeinsames Verteidigungsinteresse.
  • Inhalt: Gemeinsam-nutzbarer Informationsaustausch; Verbot der unilateralen Weitergabe an Dritte; Exit-Regelung bei Interessenkonflikt.
  • Deutsches Recht: vergleichbare Schutzfunktion über Berufsgeheimnis (§ 203 StGB) und § 97 StPO.
  • Achtung: JDA schützt nicht, wenn eine Partei „flips" (mit Behörde kooperiert und die anderen belastet).

3. Privilege-Koordination

  • US-Dokumente: US Attorney-Client Privilege gilt für US-Counsel-Kommunikation; Work-Product-Doctrine für Arbeitsdokumente.
  • Deutsche Dokumente: § 97 StPO; kein EU-Privilege für Inhouse-Counsel (EuGH Akzo Nobel).
  • Cross-Border-Problem: Dokument, das nach US-Recht privilegiert ist, kann nach deutschem Recht beschlagnahmt werden, und umgekehrt.
  • Gemeinsame Privilege-Strategie: alle Beratungskommunikation über einen privilegierten Kanal laufen lassen.

4. Behörden-Koordination

  • DOJ/SEC vs. BaFin/Staatsanwaltschaft: Widersprüchliche Aussagen gegenüber verschiedenen Behörden sind katastrophal.
  • „One Voice"-Strategie: alle Aussagen gegenüber Behörden werden zentral zwischen deutschem und US-Counsel abgestimmt.
  • DOJ-Kooperationsanforderungen vs. deutsches Datenschutzrecht: kein unkontrolliertes Herausgeben von DSGVO-geschützten Daten an US-Behörden.
  • Simultane Kooperation: wenn DOJ und StA gleichzeitig Kooperation erwarten.

5. Zeugenbefragungen in den USA

  • US-Grand-Jury-Subpoena für deutsche Mitarbeiter: problematisch wegen Territorialitätsprinzip; Rechtshilfe-Verfahren eigentlich erforderlich.
  • MLAT (Mutual Legal Assistance Treaty): Germany-US MLAT regelt formelle Rechtshilfe.
  • Deutsche Mitarbeiter haben Recht auf deutschen Anwalt neben US-Anwalt.
  • Testimony vor Grand Jury: erhebliches Selbstbelastungsrisiko; Fifth Amendment gilt für US-Personen, nicht für ausländische Staatsbürger.

6. Dritte Counsel in Drittstaaten

  • UK: UK Bribery Act erfordert ggf. englischen Anwalt.
  • Frankreich: französisches Droit à la preuve vs. US-Discovery.
  • China: Datenlokalisierungsgesetze verbieten Transfer von Daten an ausländische Behörden.
  • Koordination: Country-Counsel für jeden betroffenen Rechtsraum; Lead Counsel koordiniert.

7. Settlement-Koordination

  • DOJ-DPA/NPA: Abstimmung zwischen US-Counsel und deutschem Anwalt.
  • Deutsches OWiG-Bußgeld: parallele Verhandlung.
  • Kein Widerspruch: was das Unternehmen dem DOJ zugegeben hat, kann in deutschen Strafverfahren gegen Individuen verwendet werden.

Normenregister

NormInhaltQuelle
§ 97 StPOBeschlagnahmeschutzgesetze-im-internet.de
§ 203 StGBBerufsgeheimnisgesetze-im-internet.de
Art. 49 DSGVODrittstaatentransfereur-lex.europa.eu
EuGH C-550/07 PAkzo Nobel Privilegecuria.europa.eu
15 U.S.C. § 78dd-1FCPAUS Government

Ausgabeformate

  • Counsel-Koordinationsplan (Aufgabenteilung, Lead Counsel)
  • Joint-Defense-Agreement-Template
  • Privilege-Matrix (Dokument × deutsches Recht × US-Recht)
  • Behörden-Kommunikations-Protokoll (One-Voice)
  • DSGVO-/US-Discovery-Konfliktanalyse

Rechtsprechungszitate nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle.

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