Third vendor
Skill Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/internal-investigations-praxis/skills/third-vendor
⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für deutsches Recht (Arbeits-, Gesellschafts-, Insolvenz-, Datenschutz-, Prozessrecht u.a.) – inzwischen verbessert und im Alltag getestet, aber weiterhin Experiment. Bitte selber ausprobieren, Issues/PRs willkommen! Keine Rechtsberatung. Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO), DSGVO, US-Transfer, KI-VO & Co
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Wenn es um Third-Party-Due-Diligence und Agenten-Untersuchung in Internal Investigations Praxis geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert ein direkt nutzbares Arbeitsprodukt mit Prüfpunkten, Risiken und nächstem Schritt.
SKILL.md
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Third-Party-Due-Diligence und Agenten-Untersuchung
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: DSGVO Art. 5, 6, 7, 9, 12-22, 25, 28, 30, 32, 33-34, 35, 51-58, 77-83, BDSG §§ 22-25, 26, 30; StPO §§ 53, 97, 102, 110, 136, 137, 152, 153a, BGB §§ 280, 626, BRAO § 43a, GwG, AntiDopG, HinSchG; StPO; HinSchG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Rechtlicher Rahmen
Drittparteien (Agenten, Berater, Distributoren, Joint-Venture-Partner) sind die häufigste Quelle von FCPA- und UK-Bribery-Act-Verstößen. Das Unternehmen haftet für Handlungen seiner Agenten, wenn es die korrupten Handlungen „authorized, directed or controlled" (FCPA) oder keine angemessenen Präventivmaßnahmen getroffen hat (UK Bribery Act Section 7: Failure to Prevent Bribery). Im deutschen Recht droht § 30 OWiG, wenn leitende Personen Korruption durch Agenten nicht verhindert haben (§ 130 OWiG, gesetze-im-internet.de).
Ziel dieses Skills
Strukturiert die Überprüfung von Drittparteien auf Korruptionsrisiken und die Untersuchung konkreter Verdachtsmomente bei bestehenden Agenten.
Arbeitsprogramm
1. Due-Diligence-Prozess (präventiv)
- Onboarding-DD: vor Vertragsschluss; umfasst Hintergrundprüfung, Sanktionslisten-Screening, Reputationsrecherche, Offenlegung politischer Verbindungen (PEP-Check).
- Risikostufung: geografisches Risiko (TI Korruptionswahrnehmungsindex), Art der Tätigkeit, Umgang mit öffentlichen Funktionsträgern.
- Ongoing-DD: jährliche Überprüfung bei Hochrisiko-Agenten.
- Red Flags: Agent fordert Cash, übermäßige Provisionen, Zahlung in Drittland, keine Erklärung für Vertragsnecessity.
2. Vertragsgestaltung und Compliance-Klauseln
- Repräsentations- und Warranty-Klauseln: Agent bestätigt Einhaltung von FCPA, UK Bribery Act, GeschGehG.
- Audit Right: Unternehmen hat das Recht, Bücher und Aufzeichnungen des Agenten zu prüfen.
- Termination for Cause: sofortige Kündigung bei Compliance-Verstoß ohne Entschädigungspflicht.
- No-Cash-Zahlungs-Klausel, Dokumentationspflicht für alle Ausgaben.
- FCPA-Training-Pflicht für Agenten.
3. Untersuchung bei konkretem Verdacht
- Zahlungsanalyse: Provisionen im Vergleich zu erbrachten Leistungen; Split-Payments; Zahlungen in Offshore-Konten.
- Leistungsnachweis: Welche konkreten Tätigkeiten hat der Agent nachweislich erbracht?
- Kommunikation: E-Mail zwischen Agent und Mitarbeitern; Hinweise auf beabsichtigte oder vollzogene Zahlungen an Funktionsträger?
- Transaktionshistorie: Wann wurde der Vertrag abgeschlossen? Folgte darauf eine Auftragszusage der Gegenseite?
- Geografische Analyse: Transaktionen zeitlich mit Behördenentscheidungen oder Vertragsvergaben korreliert?
4. Interview des Agenten
- Beauftragter Anwalt des Unternehmens führt das Interview; Agent sollte eigenen Anwalt haben.
- Keine strafrechtlichen Geständnisse einholen wollen; Ziel: Sachverhaltsklärung.
- Vertragliche Kooperationspflicht: Agent ist vertraglich zur Auskunft verpflichtet.
- Wenn Agent die Kooperation verweigert: sofortige Vertragskündigung.
5. Vertragsbeendigung und Folgen
- Kündigung bei Red Flags auch ohne vollständigen Beweis möglich, wenn das Weiterbeschäftigen das Unternehmen gefährdet.
- Keine Entschädigungspflicht bei Kündigung wegen Compliance-Verstoß (sofern Vertrag entsprechend gestaltet).
- Nachvertragliche Pflichten: Agent darf keine Informationen des Unternehmens weiternutzen; NDA-Erinnerung.
- Regulatorische Konsequenz: wenn Agent bereits Behördenmitarbeiter bestochen hat, Self-Reporting prüfen.
6. Dokumentation für behördliche Kooperation
- Vollständige Due-Diligence-Unterlagen für DOJ/SEC: Zeigen Sie, dass angemessene Präventivmaßnahmen vorhanden waren.
- Audit-Right-Ergebnisse: wenn Prüfung des Agenten Red Flags ergab, wann wurde reagiert?
- Nachweis lückenloser Compliance-Struktur: DOJ Corporate Enforcement Policy honoriert proaktive Maßnahmen.
7. Systemische Überprüfung
- Alle Agenten und Intermediäre auflisten; Hochrisikosegment identifizieren.
- Verträge ohne aktuelle DD oder Compliance-Klauseln sofort aktualisieren.
- Agenten-Register mit DD-Status und nächstem Review-Datum.
Normenregister
| Norm | Inhalt | Quelle |
|---|---|---|
| § 130 OWiG | Aufsichtspflichtverletzung | gesetze-im-internet.de |
| § 30 OWiG | Verbandsgeldbuße | gesetze-im-internet.de |
| § 299 StGB | Bestechung im Geschäftsverkehr | gesetze-im-internet.de |
| 15 U.S.C. § 78dd-1 | FCPA Anti-Bribery | US Government |
| UK Bribery Act Section 7 | Failure to Prevent Bribery | UK Government |
Ausgabeformate
- Third-Party-Due-Diligence-Checkliste (Onboarding + Ongoing)
- Risikostufungs-Matrix (geografisch, Tätigkeitsbereich, PEP-Verbindungen)
- Compliance-Klausel-Vorlage für Agentenverträge
- Audit-Right-Ausübungsprotokoll
- Kündigungsschreiben bei Compliance-Verstoß (Muster)
Rechtsprechungszitate nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle.
<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) --><!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie
[Name der Mandantin]werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (
1,1.1,1.1.1und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.