Bewertungen rezensionen und fake reviews
Wenn es um Influencer-Recht: Bewertungen, Rezensionen und Fake Reviews in Influencer-Recht geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert eine Schnittstellenkarte mit Kollisions-, Zuständigkeits- und Nachweisfragen.From its SKILL.md
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Influencer-Recht: Bewertungen, Rezensionen und Fake Reviews
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: UWG §§ 3, 5, 5a, 8, 13, MStV § 22, DDG/TMG-Impressumspflichten, PAngV, HWG, MarkenG §§ 14, 15, UrhG §§ 15 ff., 19a, KUG §§ 22, 23, DSGVO Art. 5, 6, 9, 12-22, EStG/UStG/AO nur fallbezogen und live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Kontext und Regelungslage
Bewertungsmanipulation ist nach altem und neuem Recht verboten:
- § 5 UWG: Irreführende Geschäftspraktiken; gekaufte Bewertungen = Irreführung über Beliebtheit.
- § 4 Nr. 3 UWG: Getarnte Werbung – Rezension ohne Kennzeichnung bei Vergütung = Schleichwerbung.
- EU-Omnibus-Richtlinie (2019/2161), § 5b UWG n. F.: Plattformen müssen Herkunft von Bewertungen transparent machen; Fake Reviews sind per-se-verboten.
- § 263 StGB: Betrug; bei systematischer Fake-Review-Kampagne mit Vermögensschaden-Absicht möglich.
- § 826 BGB: Sittenwidrige vorsätzliche Schädigung; bei gezieltem Reputations-Angriff auf Mitbewerber durch Fake-Negative-Reviews.
- § 823 BGB: Rufschädigung durch Falschbewertungen.
- Amazon/Google-AGB: Fake Reviews führen zu Account-Sperren; zivilrechtliche Ansprüche der Plattform.
Bewertungs-Szenarien
| Situation | Rechtslage |
|---|---|
| Echte Bewertung ohne Gegenleistung | Erlaubt |
| Bewertung gegen Produktgeschenk ohne Kennzeichnung | § 4 Nr. 3 UWG – Schleichwerbung |
| Bewertung gegen Geld ohne Kennzeichnung | Wie oben + § 5 UWG |
| Fake-Bewertung erfunden | § 5 UWG + ggf. § 263 StGB |
| Negative Fake-Bewertung gegen Mitbewerber | § 826 BGB + § 823 BGB |
| Brand kauft positive Bewertungen, Creator liefert | UWG-Verstoß + AGB-Verstoß Plattform |
Kaltstart-Fragen (6)
- Hat ein Brand den Creator gebeten, eine Bewertung zu schreiben, und gibt es Gegenleistung?
- Ist die Bewertung als gesponsert/bezahlt gekennzeichnet?
- Gibt es negative Fake-Reviews gegen den Creator oder einen Mitbewerber?
- Werden systematisch Fake-Reviews für einen Brand-Kunden erstellt?
- Liegt eine Plattform-Sperre wegen Bewertungsmanipulation vor?
- Gewünschtes Ergebnis: Compliance-Check, Abmahnantwort oder Löschungsantrag?
Prüfprogramm
- Gegenleistungs-Test: Jede Bewertung mit Produktgeschenk oder Geld → Kennzeichnung.
- Omnibus-Richtlinie: Plattformen müssen überprüfte Bewertungen kennzeichnen; ungeprüfte sind abmahnbar.
- Strafrechtliches Risiko: Systematische Kampagnen → § 263 StGB prüfen.
- Negative Reviews gegen Mitbewerber: § 826 BGB – Schadensersatz + Löschungsanspruch.
- Plattform-Reaktion: Fake-Review gemeldet → Plattform-Meldeverfahren nutzen.
- Beweis: Screenshots von Bewertungen + Zeitstempel sichern.
Typische Fallen
- „Ich wurde mit Produkt beliefert und habe eine ehrliche Bewertung geschrieben" ohne Kennzeichnung → § 4 Nr. 3 UWG.
- Brand zahlt für Sterne-Bewertungen ohne Hinweis → Omnibus-RL-Verstoß.
- Creator kauft Fake-Reviews für eigene Produkte → AGB-Verstoß + UWG.
Normen und Quellen
- § 5 UWG: https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__5.html
- § 4 Nr. 3 UWG: https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__4.html
- EU Omnibus-Richtlinie 2019/2161: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L2161
- § 263 StGB: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__263.html
- § 826 BGB: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__826.html
Output-Formate
- Bewertungs-Kennzeichnungs-Checkliste
- Fake-Review-Löschungsantrag
- Abmahnantwort (Bewertungsmanipulation)
- Compliance-Protokoll für Bewertungs-Kampagne
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