Fachanwalt it recht open source compliance audit
⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für deutsches Recht (Arbeits-, Gesellschafts-, Insolvenz-, Datenschutz-, Prozessrecht u.a.) – inzwischen verbessert und im Alltag getestet, aber weiterhin Experiment. Bitte selber ausprobieren, Issues/PRs willkommen! Keine Rechtsberatung. Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO), DSGVO, US-Transfer, KI-VO & Co
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Wenn es um Open-Source-Compliance-Audit in Fachanwalt It Recht geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.
SKILL.md
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Open-Source-Compliance-Audit
Zweck
Prüfung der OSS-Lizenz-Konformität — vor Produkt-Launch, vor M&A-Due-Diligence, bei Verletzungs-Vorwurf.
1) Eingangs-Abfrage
- Eigenes Produkt mit OSS-Komponenten?
- Vertriebs-Modell (Software-Verkauf, SaaS, Embedded)?
- SBOM (Software-Bill-of-Materials) vorhanden?
- Bisherige Compliance-Prüfung gemacht?
- Konkreter Anlass (M&A, Vorwurf, Launch)?
2) Lizenz-Klassifikation
Permissiv (geringe Pflichten)
- MIT: Copyright-Hinweis, sonst frei
- BSD-2/3: aehnlich
- Apache 2.0: Copyright, Patent-Grant, Änderungs-Hinweis
Schwache Copyleft
- LGPL: Quelltext-Pflicht bei Library-Modifikation, nicht beim verbundenen Werk
- MPL 2.0: File-basiertes Copyleft
Starkes Copyleft
- GPL v2/v3: Quelltext-Pflicht für gesamtes abgeleitetes Werk
- AGPL v3: Auch für SaaS — extrem strikt
- Bei Mischung mit kommerzieller Software: oft inkompatibel
3) Pflicht-Inhalte
| Pflicht | Permissiv | LGPL | GPL/AGPL |
|---|---|---|---|
| Copyright-Hinweis | + | + | + |
| Lizenz-Text mitliefern | + | + | + |
| Quelltext-Veröffentlichung | - | nur Library | gesamtes Werk |
| Änderungs-Hinweis | + (Apache) | + | + |
| Patent-Lizenz | + (Apache) | + | + |
4) Klassische Risiken
Risiko 1: GPL-Verseuchung
- GPL-Komponente in proprietaerem Code
- Folge: gesamter Code wird GPL
- Verteilungs-Pflicht Quelltext
Risiko 2: AGPL bei SaaS
- AGPL verlangt Quelltext auch bei SaaS-Bereitstellung
- Viele kommerzielle SaaS sind nicht AGPL-konform
Risiko 3: Patent-Konflikt
- Apache + Inkompatibilitaet mit eigener Patent-Strategie
Risiko 4: Lizenz-Kompatibilitaet
- BSD + GPL: kompatibel
- Eigene Closed-Source + GPL: schwer kompatibel
5) SBOM (Software-Bill-of-Materials)
Standards
- SPDX (Software Package Data Exchange)
- CycloneDX
Inhalt
- Komponenten-Name + Version
- Lizenz
- Hash / Identifikation
- Sub-Abhängigkeiten
Werkzeuge
- FOSSology (Open-Source)
- BlackDuck (kommerziell)
- WhiteSource / Mend
- Snyk
6) Workflow Audit
Schritt 1 — Inventarisierung
- SBOM erstellen
- Direkte + transitive Abhängigkeiten
- Build-Tools (Maven, npm, pip) inkl.
Schritt 2 — Lizenz-Mapping
- Pro Komponente Lizenz identifizieren
- Bei Multi-Lizenz: gewählte Variante dokumentieren
Schritt 3 — Kompatibilitaets-Prüfung
- Lizenz-Matrix
- Konflikte aufdecken (GPL im proprietaeren Code)
Schritt 4 — Pflicht-Erfüllung
- Copyright-Hinweise konsolidieren
- Lizenz-Texte beifügen
- Quelltext bei GPL veröffentlichen
Schritt 5 — Dokumentation
- Compliance-Report
- Aufbewahrung 10 Jahre
7) Bei Verletzungs-Vorwurf
Sofort-Maßnahmen
- Quellcode-Sicherung
- Kommunikation einstellen ohne Anwalt
- SBOM erstellen / prüfen
Verteidigung
- Lizenz-Erfüllung dokumentieren
- Bei tatsächlichem Verstoß: Heilung durch Nachbesserung
- Vergleich mit Kläger (typisch Software Freedom Conservancy, FSF)
Klage-Risiko
- Streitwert nach Lizenz-Höhe + Schadensersatz
8) M&A-Kontext
Disclosure-Pflicht
- OSS-Risiken in DD aufdecken
- Materialitaet bewerten
Reps & Warranties
- OSS-Compliance-Garantie
- Indemnity bei Vorwurf
9) Typische Fehler
- SBOM fehlt — kein Compliance-Nachweis
- AGPL in SaaS übersehen
- Sub-Abhängigkeiten ignoriert
- Lizenz-Texte nicht beigefügt
- Copyleft-Folge ignoriert — Verkaufs-Stopp droht
10) Strategische Empfehlungen
- OSS-Policy im Unternehmen
- Pre-Commit-Checks (License Compliance)
- Schulung Entwickler
- Whitelist permissiver Lizenzen
Anschluss
fachanwalt-it-recht-saas-vertrag-verhandlung— bei verbundener Vertrags-Fragefachanwalt-gewerblicher-rechtsschutz-orientierung— bei IP-Streitcorporate-kanzlei— bei M&A
Triage zu Beginn
- Welche Lizenzen sind im Software-Stack vorhanden? (SBOM-Analyse erforderlich?)
- Liegt eine Copyleft-Mischung vor? (GPL/AGPL + MIT/Apache → Infektionsrisiko)
- Wie wird die Software distribuiert? (AGPL: auch SaaS-Betrieb = Distribution)
- Wurden Lizenzpflichten (Attribution, Quellcode-Offenlegung) erfüllt?
Output-Template — Open-Source-Audit-Ergebnis
Adressat: Entwicklungsleitung / Rechtsabteilung — Tonfall: sachlich-strukturiert
Open-Source-Compliance-Audit [DATUM]
Produkt/Projekt: [NAME, VERSION]
Geprüft durch: [TOOL / PERSON]
Lizenz-Inventar:
| Komponente | Lizenz | Copyleft | Verwendung | Status |
|-----------|------------|----------|------------|------------|
| [NAME] | GPL-2.0 | stark | distributiert | Lücke |
| [NAME] | MIT | nein | intern | OK |
| [NAME] | AGPL-3.0 | netz | SaaS | Prüfen |
Kritische Befunde: [LISTE]
Handlungsempfehlungen:
1. [Quellcode-Offenlegung für GPL-Komponenten bis DATUM]
2. [Lizenzwechsel oder Isolierung der AGPL-Komponente]
<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie
[Name der Mandantin]werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (
1,1.1,1.1.1und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.