Cyber incident response 72h
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⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für deutsches Recht (Arbeits-, Gesellschafts-, Insolvenz-, Datenschutz-, Prozessrecht u.a.) – inzwischen verbessert und im Alltag getestet, aber weiterhin Experiment. Bitte selber ausprobieren, Issues/PRs willkommen! Keine Rechtsberatung. Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO), DSGVO, US-Transfer, KI-VO & Co
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Wenn es um Cyber Incident Response 72h in Fachanwalt It Recht geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.
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Sofortmassnahmen bei aktivem Cyber-Vorfall Ransomware Datenexfiltration oder Insider-Threat
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: DSGVO Art. 5, 6, 7, 9, 12-22, 25, 28, 30, 32, 33-34, 35, 51-58, 77-83, BDSG §§ 22-25, 26, 30; DSGVO; BDSG; TTDSG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fokus: Sofortmassnahmen bei aktivem Cyber-Vorfall Ransomware Datenexfiltration oder Insider-Threat. Anwendungsfall Cyberangriff ist entdeckt und IT-rechtliche Meldepflichten sowie Beweissicherung müssen binnen Stunden eingeleitet werden. Normen Art. 33 DSGVO 72-Stunden-Meldung Datenpanne Art. 34 DSGVO Betroffeneninformation NIS2UmsuCG § 32 BSIG n.F. §§ 202a 303b StGB. Prüfraster Sofort-Eindaemmung Forensik-Sicherung DSGVO-Meldepflicht NIS-2-Fruehwarnung 24 Stunden Strafanzeige Cybersecurity-Versicherer Beweiskette. Output Sofortmassnahmen-Protokoll mit 72-Stunden-Plan Meldungsformulierung und Chain-of-Custody-Dokumentation. Abgrenzung zu fachanwalt-it-recht-cyber-vorfall-sofortmassnahmen und fachanwalt-it-recht-datenschutz-folgenabschaetzung.
Cyber-Incident-Response 72 Stunden
Kaltstart-Rückfragen
- Art des Vorfalls — Ransomware (Bildschirmsperre, Erpressungsmail), Datenleck (Exfiltration nach extern), DDoS (Nichterreichbarkeit), Insider-Threat (Mitarbeiter-Exfiltration)?
- Wann wurde der Vorfall entdeckt — seit wann läuft er vermutlich (Angriffszeitpunkt vs. Entdeckungszeitpunkt)?
- Welche Systeme und Datenkategorien sind betroffen — personenbezogene Daten (Kunden, Mitarbeiter, Patienten), Geschäftsgeheimnisse, Infrastruktur?
- Ist Mandant KRITIS-Betreiber oder fällt unter NIS2UmsuCG (§ 28 BSIG n. F. wichtige oder besonders wichtige Einrichtung)?
- Besteht eine Cyber-Versicherung — Deckungsumfang, Notfallhotline des Versicherers bekannt?
- Wurden bereits Maßnahmen ergriffen — Systeme abgeschaltet (Forensik-Problem!), Passwörter geändert, Backups überprüft?
- Liegt eine Erpressungsforderung vor — Betrag, Zahlungsanweisung, Frist?
- Ist eine betroffene Begleitperson oder Datenschutzbeauftragter vorhanden?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Rechtsgrundlagen
Datenschutz
- Art. 33 DSGVO — Meldepflicht bei Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten: binnen 72 Stunden nach Kenntnis an zuständige Aufsichtsbehörde.
- Art. 34 DSGVO — Benachrichtigung Betroffener unverzüglich bei voraussichtlich hohem Risiko.
- Art. 32 DSGVO — Pflicht zu technischen und organisatorischen Maßnahmen; bei Verstoß Mitursache für Haftung.
- Art. 82 DSGVO — Schadensersatz Betroffener; Verantwortlicher haftet für Schäden aus Verletzung.
- Bußgeldrahmen Art. 83 Abs. 4 DSGVO — Verstoß gegen Art. 32: bis 10 Mio. EUR oder 2 % Jahresumsatz; Verstoß gegen Art. 33/34: bis 10 Mio. EUR oder 2 % Jahresumsatz.
NIS2 / BSIG
- NIS2UmsuCG (in Kraft seit 06.12.2025) — umsetzt NIS-2-Richtlinie (EU) 2022/2555.
- § 32 BSIG n. F. — Meldepflichten erheblicher Sicherheitsvorfälle für wichtige und besonders wichtige Einrichtungen.
- § 65 BSIG n. F. — Bußgeld bis 10 Mio. EUR oder 2 % weltweiten Jahresumsatzes bei wichtigen Einrichtungen; bis 20 Mio. EUR oder 4 % bei besonders wichtigen.
- Adressat: BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) über IT-Sicherheitsportal.
Strafrecht
- § 202a StGB — Ausspähen von Daten (Freiheitsstrafe bis 3 Jahre).
- § 202b StGB — Abfangen von Daten.
- § 202c StGB — Vorbereiten des Ausspähens (Hacker-Tools).
- § 202d StGB — Datenhehlerei.
- § 263a StGB — Computerbetrug.
- § 303a StGB — Datenveränderung; Qualifikation § 303b StGB Computersabotage (bis 5 Jahre).
- § 269 StGB — Fälschung beweiserheblicher Daten.
- § 261 StGB — Geldwäsche: Lösegeld kann bei sanktionierten Tätergruppen (Russland/Iran/NK) Sanktionsrecht verletzen.
Sektorales Recht
- § 75c SGB V — Krankenhäuser mit Pflicht zu IT-Sicherheit nach BSI-Standard.
- BSI-KritisV — Kritische Infrastrukturen (Energie, Wasser, Gesundheit, Finanzen, Transport).
- § 8a BSIG a. F. / § 30 BSIG n. F. — Sicherheitsanforderungen KRITIS.
Entscheidungen
- Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Prüfschema / Zeitplan
| Zeit | Prüfschritt | Norm | Aktion |
|---|---|---|---|
| Stunde 0 | Vorfallbestätigung | intern | Krisenstab einberufen; Forensik bestellen |
| Stunde 1 | Eindämmung | Art. 32 DSGVO | Netzwerktrennung (kein Abschalten!); RAM-Dump; Log-Sicherung |
| Stunde 2-4 | Forensik-Auftrag | Art. 28 DSGVO | AVV mit Forensik-Dienstleister; Chain-of-Custody beginnt |
| Stunde 4-8 | Personenbezug prüfen | Art. 33 DSGVO | Welche Datenkategorien? Wie viele Betroffene? |
| Stunde 8-12 | DSGVO-Meldepflicht bewerten | Art. 33 DSGVO | Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten? Risiko? |
| Stunde 12 | NIS2-Prüfung | § 32 BSIG n. F. | KRITIS / NIS2-Einrichtung? 24-Stunden-Frühwarnung? |
| Stunde 24 | NIS2-Frühwarnung | § 32 BSIG n. F. | Meldung BSI wenn NIS2 anwendbar |
| Stunde 48 | DSGVO-Meldung vorbereiten | Art. 33 DSGVO | Entwurf + Abstimmung |
| Stunde 72 | DSGVO-Meldung einreichen | Art. 33 DSGVO | Aufsichtsbehörde online; NIS2-Vorfallsmeldung BSI |
| Tag 4-7 | Betroffene informieren | Art. 34 DSGVO | Wenn hohes Risiko: unverzüglich |
| Tag 4-7 | Strafanzeige | §§ 202a 303b StGB | LKA Cybercrime; Forensik-Bericht beifügen |
| Tag 4-14 | Versicherer-Antrag | Cyber-Police | Unterlagen; Selbstbehalt; Forensik |
| Monat 1 | NIS2-Abschlussbericht | § 32 BSIG n. F. | Ursachenanalyse; Maßnahmen |
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu prüfen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation | Empfohlener Weg |
|---|---|
| Standard — Cyber-Incident 72h DSGVO-Meldung | Incident-Response-Protokoll; Template unten |
| Variante A — Kein meldepflichtiger Vorfall | Interne Dokumentation ohne Meldung; Template vereinfacht |
| Variante B — Kritische Infrastruktur betroffen | BSI-Meldepflicht § 8b BSIG zusaetzlich zur DSGVO-Meldung |
| Variante C — Strafanzeige erwaegen | § 202a ff. StGB; parallel zu Aufsichtsbehoerde informieren |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Schriftsatzbausteine
DSGVO-Meldung Art. 33 (Vorlage)
An: [Zustaendige Datenschutz-Aufsichtsbehoerde]
Betreff: Meldung einer Verletzung des Schutzes personenbezogener
Daten gemaess Art. 33 DSGVO
Verantwortlicher: [Name, Anschrift, Datenschutzbeauftragter]
Datum/Uhrzeit Kenntnis: [...]
Meldenummer (falls Folgemeldung): [...]
A) Art der Verletzung
[Vertraulichkeitsverletzung / Integritaetsverletzung /
Verfuegbarkeitsverletzung] durch [Ransomware-Angriff / externen
Angreifer / Datenleck / Insider]
B) Betroffene Kategorien und Anzahl
Betroffene Personen: ca. [Anzahl] ([Kunden / Mitarbeiter /
Patienten])
Datenkategorien: [Name, Adresse, Kontonummer, Gesundheitsdaten,
besondere Kategorien Art. 9 DSGVO?]
C) Wahrscheinliche Folgen
[Identitaetsdiebstahl / Phishing / Reputationsschaden /
Diskriminierung]
D) Ergriffene Massnahmen
- [Netztrennung am Datum Uhrzeit]
- [Forensik beauftragt am Datum]
- [Passwortzuruecksetzung]
- [Backup-Wiederherstellung im Gange]
E) Kontakt
Datenschutzbeauftragter: [Name, Tel, E-Mail]
Hinweis: Diese Meldung erfolgt nach bestem aktuellem
Kenntnisstand. Wir behalten uns Nachreichung weiterer
Informationen gemaess Art. 33 Abs. 4 DSGVO vor.
[Unterschrift, Datum]
Forensik-Auftrag mit AVV-Klausel (Kurzform)
Auftrag zur digitalen Forensik und AVV gemaess Art. 28 DSGVO
Verantwortlicher: [Unternehmen]
Auftragsverarbeiter: [Forensik-Dienstleister]
1. Gegenstand: Sicherung und Analyse digitaler Beweismittel
im Zusammenhang mit Sicherheitsvorfall vom [Datum].
2. Weisungsgebundenheit: Dienstleister handelt ausschliesslich
nach Weisung des Verantwortlichen.
3. Vertraulichkeit: Alle im Rahmen des Auftrags erlangten
Informationen sind streng vertraulich zu behandeln.
4. Technische und organisatorische Massnahmen: Dienstleister
wendet mindestons die in Anlage 1 beschriebenen TOMs an.
5. Sub-Verarbeiter: Nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung.
6. Rueckgabe/Loeschung: Nach Abschluss des Auftrags werden
alle personenbezogenen Daten unverzueglich zurueckgegeben
oder geloescht, soweit keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht
entgegensteht.
7. Chain of Custody: Alle Beweismittel werden mit Hash-Werten
gesichert und lueckenlos protokolliert.
--- vor Versand klären ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
Beweislast und Darlegungslast
| Frage | Last | Norm |
|---|---|---|
| Verletzung der Meldepflicht Art. 33 | Behörde; Entlastung durch Dokumentation des Verantwortlichen | Art. 5 Abs. 2 DSGVO (Rechenschaftspflicht) |
| Entlastung Verantwortlicher | Verantwortlicher: Nachweis angemessener TOMs | Art. 82 Abs. 3 DSGVO |
| Straftat § 202a StGB | Staatsanwaltschaft | StPO |
| Versicherungsschutz | Versicherungsnehmer | AVB Cyber-Police |
Fristen und Verjährung
| Pflicht | Frist | Norm |
|---|---|---|
| DSGVO-Meldung Aufsichtsbehörde | 72 Stunden ab Kenntnis | Art. 33 Abs. 1 DSGVO |
| Betroffenen-Benachrichtigung | Unverzüglich (kein Zahlenwert) | Art. 34 Abs. 1 DSGVO |
| NIS2-Frühwarnung (Verdacht) | 24 Stunden ab Kenntnis | § 32 Abs. 1 BSIG n. F. |
| NIS2-Vorfallsmeldung | 72 Stunden ab Kenntnis | § 32 Abs. 2 BSIG n. F. |
| NIS2-Abschlussbericht | 1 Monat ab Vorfallsmeldung | § 32 Abs. 3 BSIG n. F. |
| Versicherer-Anzeige | Vertraglich 24–48 Stunden | AVB Cyber |
| DSGVO-Schadensersatz Verjährung | 3 Jahre § 195 BGB ab Kenntnis | §§ 195, 199 BGB |
| Strafanzeige § 202a StGB | Keine Frist; Strafverfolgungsverjährung 5 Jahre | § 78 StGB |
Typische Gegenargumente und Reaktion
| Einwand | Reaktion |
|---|---|
| Keine Datenpanne — nur Systemausfall | Verfügbarkeitsverletzung ist Datenpanne wenn personenbezogene Daten betroffen; Art. 4 Nr. 12 DSGVO prüfen |
| 72-Stunden-Frist nicht bekannt | Unkenntnis schützt nicht; Bußgeldtatbestand Art. 83 Abs. 4 DSGVO; sofortige Nachmeldung reduziert Bußgeld |
| Lösegeld zahlen — alternativlos | Sanktionsprüfung (Russland-Gruppen auf OFAC-Liste); BSI rät ab; Versicherer-Konditionen prüfen; keine Garantie der Entschlüsselung |
| Forensik-Beauftragung zu teuer | Ohne Forensik keine Beweissicherung für Strafanzeige, Versicherung, Haftungsabwehr |
| KRITIS-Pflichten unbekannt | § 28 BSIG n. F. — Selbsteinstufung Pflicht; Nichtmeldung = Bußgeld bis 20 Mio. EUR |
Streitwert und Kosten
- DSGVO-Bußgeld Aufsichtsbehörde: bis 10 Mio. EUR oder 2 % weltweiter Jahresumsatz (Art. 83 Abs. 4 DSGVO); schwere Verstöße Art. 83 Abs. 5: bis 20 Mio. EUR / 4 %.
- NIS2-Bußgeld besonders wichtige Einrichtungen: bis 20 Mio. EUR oder 4 % Jahresumsatz (§ 65 BSIG n. F.).
- Schadensersatz Betroffener Art. 82 DSGVO: immateriell 500–5.000 EUR pro Person (Tendenz steigend); bei Datenmassen Sammelklagen.
- Forensik-Kosten: 10.000–150.000 EUR je nach Umfang.
- Cyber-Versicherungsprämie: 0,3–1,5 % der versicherten Summe jährlich.
- Anwaltshonorar Krisen-Mandant: Zeithonorar 250–500 EUR/h; Streitwert-RVG für behördliche Verfahren nach GKG.
Strategische Empfehlung
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Ransomware — Systeme noch aktiv | Netzwerktrennung sofort; kein Abschalten; Forensik-Dienstleister binnen 2 Stunden |
| Personenbezogene Daten betroffen | 72-Stunden-Meldung einplanen; bei Zweifel melden (Bußgeld für Nicht-Meldung höher) |
| KRITIS / NIS2-Einrichtung | 24-Stunden-Frühwarnung BSI; paralleler DSGVO-Countdown |
| Lösegeld-Forderung | Sanktionsprüfung; Versicherer einbinden; BSI und LKA Cybercrime informieren |
| Betroffene Massenkommunikation | Datenschutzbeauftragter + Kommunikationsabteilung + Anwalt; Pressemitteilung koordiniert |
Anschluss-Skills
fachanwalt-it-recht-cyber-vorfall-sofortmassnahmen— ergänzende Sofortmaßnahmenfachanwalt-it-recht-saas-vertrag-verhandlung— AVV-Prüfung bei Cloud-Dienstenfachanwalt-strafrecht-zeugenbeistand— bei Mitarbeiterbefragungen im Unternehmendatenschutzrecht-datenpanne-meldung— für behördliches Verfahren
Quellen
-
DSGVO Art. 28, 32–34, 82, 83
-
NIS2UmsuCG in Kraft seit 06.12.2025; §§ 32, 65 BSIG n. F.
-
StGB §§ 202a–202d, 261, 263a, 269, 303a, 303b
-
BSI IT-Grundschutz-Fachüberblick
-
BSI-Lageberichte Cybersicherheit
Faktische Updates (Stand 05/2026)
- NIS-2-UmsuCG (Umsetzungsgesetz): Das NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstaerkungsgesetz setzt die NIS-2-Richtlinie (EU) 2022/2555 in deutsches Recht um. Stand des Inkrafttretens (urspruenglich Frist 17.10.2024, verzoegert in Deutschland) über bgbl.de / BMI live prüfen. Bei Verzoegerung: ggf. Direktwirkung der Richtlinie gegenueber dem Staat (vertikale Direktwirkung), nicht gegenueber Privaten.
- § 32 BSIG n. F. — Meldefristen: Drei-Stufen-Meldung: 24 h Fruehwarnung (early warning), 72 h vollstaendige Vorfallsmeldung (incident notification), 1 Monat Abschlussbericht (final report). Quelle: bsi.bund.de, BSIG (BGBl 2025).
- NIS-2-Adressatenkreis: Wesentliche (essential) und wichtige (important) Einrichtungen nach Anhang I und II der Richtlinie. Size-cap-Rule (mittlere/große Unternehmen) plus sektorale Ausnahmen. Sektoren: Energie, Verkehr, Bankwesen, Finanzmarktinfrastruktur, Gesundheit, Trinkwasser, Abwasser, digitale Infrastruktur, IKT-Dienstleistungs-Management, Oeffentliche Verwaltung, Raumfahrt; wichtig: Post/Kurier, Abfall, Chemie, Lebensmittel, Industrie, Anbieter digitaler Dienste, Forschung.
- CRA — Cyber Resilience Act: VO (EU) 2024/2847 (Cyber Resilience Act) ergaenzt mit Produktsicherheits-Anforderungen für Produkte mit digitalen Elementen. Hauptpflichten gestaffelt ab 2026/2027. Vor Beratung Stand prüfen über eur-lex.europa.eu.
- DORA — Digital Operational Resilience Act: VO (EU) 2022/2554 (DORA) ist seit 17.01.2025 anwendbar für Finanzunternehmen; Cyber-Vorfallsmeldungen an BaFin nach ITSV-DORA bei Schnittstelle zu DSGVO-Meldung beachten.
- Art. 82 DSGVO — Schadensersatz: EuGH-Linie zum immateriellen Schadensersatz bei Datenpannen (Kontrollverlust kann genügen, aber keine Pauschalierung). Konkrete Aktenzeichen live über curia.europa.eu prüfen.
- OFAC-Sanktionen / EU-Sanktionen bei Loesegeld: Bei Loesegeld-Zahlung an sanktionierte Tätergruppen drohen Verstoesse gegen EU-Verordnungen (z.B. VO 269/2014 Russland, VO 833/2014) sowie US-OFAC-Sanktionen. Vor jeder Zahlung Sanktionsliste prüfen. Quellen: sanctionsmap.eu, ofac.treasury.gov.
Output-Template — DSGVO-Meldung Art. 33
Adressat: Zustaendige Datenschutz-Aufsichtsbehoerde — Tonfall: sachlich-berichtend
AN: [DATENSCHUTZBEHOERDE ZUSTAENDIG — z.B. LDA Bayern / BfDI]
VON: [NAME VERANTWORTLICHER], Datenschutzbeauftragter: [NAME DSB]
BETREFF: Meldung Datenpanne Art. 33 DSGVO — [AKTENZEICHEN INTERN]
DATUM/UHRZEIT DER MELDUNG: [DATUM UHRZEIT]
[NAME MANDANT] ./. [AKTENZEICHEN]
A) Art der Verletzung
[Vertraulichkeits- / Integritaets- / Verfuegbarkeitsverletzung]
durch [Ransomware / Datenleck / unberechtigten Zugriff]
am [DATUM ANGRIFF] — entdeckt am [DATUM ENTDECKUNG UHRZEIT].
B) Betroffene Kategorien und Umfang
Personen: ca. [ANZAHL] ([KATEGORIE: Kunden / Mitarbeiter / Patienten])
Datenkategorien: [NAME, ADRESSE, GESUNDHEITSDATEN, BANKDATEN, ...]
Besondere Kategorien Art. 9 DSGVO: [Ja/Nein]
C) Wahrscheinliche Folgen
[IDENTITAETSDIEBSTAHL / PHISHING / DISKRIMINIERUNG / ...]
D) Ergriffene Massnahmen
1. Netztrennung: [DATUM UHRZEIT]
2. Forensik beauftragt: [DIENSTLEISTER, DATUM]
3. Passwortzuruecksetzung: [DATUM]
4. BSI-Meldung NIS-2 (falls relevant): [DATUM]
E) Kontakt
[NAME DSB], Tel: [TEL], E-Mail: [EMAIL]
Hinweis gemaess Art. 33 Abs. 4 DSGVO: Nachmeldung vorbehalten.
[KANZLEI / UNTERNEHMEN], [DATUM]
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.