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Insolvenz glaeubigerverhandlung sanierung

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Wenn es um Sanierungs-Verhandlung mit Gläubigern vor und in der Insolvenz nach StaRUG und InsO in Fachanwalt Insolvenz- und Sanierungsrecht geht: entwickelt Verhandlungsziel, Vergleichskorridor und Eskalationspfad; liefert eine Verhandlungs- oder Eskalationslinie mit Optionen.From its SKILL.md

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Sanierungs-Verhandlung mit Gläubigern vor und in der Insolvenz nach StaRUG und InsO

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: Zuerst den im Skilltitel bezeichneten InsO- oder StaRUG-Tatbestand im aktuellen Gesetzestext prüfen. Eröffnungsantrag nach Paragraf 13 InsO, Gläubigerantrag nach Paragraf 14 InsO und Antragspflicht organschaftlicher Vertreter nach Paragraf 15a InsO strikt trennen; Steuerrecht, IDW-Standards oder Auslandsrecht nur bei einer konkreten Schnittstelle ergänzen.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Fokus: Sanierungs-Verhandlung mit Gläubigern vor und in der Insolvenz nach StaRUG und InsO. Anwendungsfall Schuldner will außergerichtlichen Vergleich oder InsO-Plan mit Gläubigern verhandeln. Normen § 270d InsO Schutzschirm §§ 4-65 StaRUG Restrukturierungsplan §§ 112 113 BetrVG Sozialplan § 125 InsO. Prüfraster Gläubigerausschuss-Zusammensetzung Verhandlungsposition Masseverbindlichkeiten Plan-Annahme 75-Prozent-Mehrheit Cross-class Cramdown. Output Verhandlungsstrategie-Memo mit Gläubigerkorrespondenz Vergleichsangebot Plan-Grobentwurf und Zeitplan. Abgrenzung zu fachanwalt-insolvenz-sanierungsrecht-schutzschirmverfahren und fachanwalt-insolvenz-sanierungsrecht-restrukturierungsplan.

Gläubigerverhandlung in der Sanierung — StaRUG / Schutzschirm

Fachlicher Kern — Insolvenz- und Sanierungsrecht

  • Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel Gläubigerverhandlung in der Sanierung — StaRUG / Schutzschirm und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
  • Arbeitsmodus: Zuerst Insolvenzgrund, Frist, Organpflicht, Verfahrensstand, Sicherheiten, Massebezug und Anfechtungszeitraum klären; dann Sanierungsfähigkeit, Plan/StaRUG, Haftung und Dokumentationsschutz.
  • Outputpflicht: Krisenzeitachse, Liquiditätsstatus, Anfechtungsmatrix, Sicherheitenradar, IDW-S6-/Sanierungscheck, Register-/Grundbuch-Nachweispaket oder Schriftsatzbaustein.
  • Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.

Eingaben

  • Schuldner-Lage (drohende Z-Unf. § 18 InsO, Z-Unf. § 17, Überschuldung § 19)
  • Gläubigerstruktur (Bank, Lieferanten, FA, Sozialkasse, Pensionssicherungsverein)
  • Sanierungskonzept-Status: Fortbestehensprognose, Sanierungsfähigkeit, Leitbild, Maßnahmen, integrierte Planung, Dokumentation
  • Geplanter Pfad (StaRUG, Schutzschirm, Eigenverwaltung, Regelinsolvenz)
  • Wirtschaftliches Sanierungs-Potenzial

Rechtlicher Rahmen

  • StaRUG §§ 4-65 (Restrukturierungs-Plan ohne Insolvenz)
  • § 270b InsO — Eigenverwaltung
  • § 270d InsO — Schutzschirm
  • § 217 InsO — Insolvenz-Plan
  • § 245 InsO — Mehrheitserfordernisse
  • Paragraf 245 InsO — Obstruktionsverbot im Insolvenzplan; davon getrennt Paragrafen 26 bis 28 StaRUG für die gruppenübergreifende Mehrheitsentscheidung
  • IDW S 6 — Sanierungskonzept-Standard
  • INSOL Practice Statement Mediation in Insolvency

ADR-Pfade

Pfad 1 — Außergerichtlicher Vergleich

  • Vor Antragstellung
  • Stillhalte-Vereinbarung (Standstill) typisch 90 Tage
  • Vergleichs-Quoten 30-70 %
  • Vorteil: Kein Stigma der Insolvenz

Pfad 2 — StaRUG-Restrukturierungs-Plan

  • Drohende Z-Unf. § 18 InsO
  • 75 %-Mehrheit pro Klasse + Cross-Class Cramdown möglich
  • Restrukturierungs-Gericht bestätigt
  • Gläubiger werden in Klassen verhandelt

Pfad 3 — Schutzschirm § 270d InsO

  • 3-Monats-Schutz vor Vollstreckung
  • Insolvenz-Plan parallel
  • Eigene Sachwalter

Pfad 4 — Eigenverwaltung § 270b InsO

  • Gerichtlicher Sachwalter überwacht
  • Schuldner führt weiter
  • Sanierung mit Insolvenz-Plan

Pfad 5 — Mediation (Insolvenz-Mediator)

  • Bei komplexer Gläubigerstruktur
  • INSOL-Standard-Mediator
  • Vor Schutzschirm-Antrag

Workflow

Phase 1 — Lage-Analyse

  • Liquiditätsstatus 3 Wochen / 13 Wochen / 24 Monate
  • Fortbestehensprognose und Sanierungsfähigkeits-Check
  • Pfad-Wahl

Phase 2 — Gläubigerliste + Vergleichs-Skizze

  • Gläubiger sortieren (gesichert, ungesichert, nachrangig)
  • Vergleichsquoten je Klasse
  • Bedingungen (Zahlungsplan, Stundung, Zinsverzicht)

Phase 3 — Vorgerichtliche Verhandlung Schlüssel-Gläubiger

  • Bank zuerst (häufig größter Sicherungsnehmer)
  • Lieferanten in Gruppen
  • FA / Sozialkasse (oft restriktiv)
  • Pensionssicherungsverein (BetrAVG)

Phase 4 — Plan-Aufstellung

  • Schriftlicher Plan StaRUG / InsO
  • Klassen-Bildung
  • Mehrheits-Pflichten

Phase 5 — Plan-Abstimmung / Bestätigung

  • Erörterungs-Termin
  • Klassen-Abstimmung
  • Gerichtsbestätigung

Strategie und Taktik

  • Stillhalte-Vereinbarung als Vor-Verhandlungs-Anker
  • Bank-Sicherheiten kostentreu verhandeln (sonst Insolvenz vorgezogen)
  • Pensionssicherungsverein früh einbeziehen (Anwartschaften)
  • Cram-Down mit Klassenbildung strategisch nutzen (separate Klasse renitenter Gläubiger)
  • Sanierungskonzept auf IDW-S-6-Niveau als Verhandlungsbasis: Krisenursachen, Leitbild, Maßnahmen, integrierte Planung und Nachweise so aufbereiten, dass Banken und Gläubiger nicht nur eine Quote, sondern die wirtschaftliche Logik prüfen können.
  • Insolvenzgeld § 165 SGB III als Liquiditätsbrücke nutzen
  • Steuerberater + Anwalt parallel: stb-warnschreiben → anw-haftungswarn-15a → Sanierung

Quellen und Updates

Vor Verwendung aktuellen Rechtsstand und berufsständische Standards prüfen. Für Paragraf 19 Absatz 2 InsO gilt seit 01.01.2024 wieder der regelmäßige Zwölfmonatszeitraum; die SanInsKG-Sonderregelung ist ausgelaufen.

Triage — Verhandlungs-Einstieg

Bevor losgelegt wird, klaere:

  1. Krisenstadium? Drohende ZU (§ 18) → StaRUG; eingetretene ZU (§ 17) → Insolvenz; Ueberschuldung (§ 19) → InsO oder Schutzschirm.
  2. Gläubigerstruktur? Bank (gesichert), Lieferanten (ungesichert), FA/Sozialkasse (Privilegierung § 39 InsO), PSV (Pensionen BetrAVG).
  3. BATNA der Gegenseite? Was passiert wenn Gläubiger nicht einwilligen → Insolvenzeröffnung, Liquidation, Quote-Prognose.
  4. Zeitfenster? Stillhalte-Vereinbarung (Standstill, typisch 90 Tage) als Verhandlungs-Voraussetzung.
  5. Handlungsunfaehigkeit der Schuldnerin? § 15a InsO Antragspflicht — kein Verhandlungsexzess auf Kosten der Antragspflicht.

Aktuelle Leitentscheidungen (Stand Mai 2026)

Paragrafenkette Gläubigerverhandlung

Paragraf 18 InsO (drohende Zahlungsunfähigkeit) → Paragrafen 29 bis 31 StaRUG (Instrument, Restrukturierungsfähigkeit, Anzeige) → Paragrafen 2 bis 28 StaRUG (Plan und Annahme) → Paragraf 25 StaRUG (Mehrheiten) → Paragrafen 26 bis 28 StaRUG (gruppenübergreifende Mehrheitsentscheidung) → Paragraf 39 Absatz 4 InsO (Sanierungsprivileg) → Paragraf 142 InsO (Bargeschäft) → Paragraf 133 InsO (Vorsatzanfechtung) → Paragraf 165 SGB III (Insolvenzgeld)

— 5-Phasen-Gläubigerverhandlung

  1. Lageanalyse: Liquiditaetsstatus 3-Wochen und 13-Wochen-Forecast; Fortbestehensprognose § 19 Abs. 2 InsO; Sanierungskonzept auf IDW-S-6-Niveau vorbereiten, wenn Banken, Warenkreditversicherer oder Schlüsselglaeubiger mittragen sollen.
  2. Gläubigerstruktur: Rangtabelle erstellen: gesichert (§§ 49-51 InsO) → Masseforderungen → unsecured → Nachrang § 39 InsO; BATNA je Gläubiger errechnen.
  3. Vorverhandlung Schlüssel-Gläubiger: Bank zuerst (groesstes Sicherheitenvolumen); Stillhalte-Vereinbarung 90 Tage; Term Sheet Vergleichsquoten.
  4. Plan-Aufstellung: StaRUG-Plan oder InsO-Plan; Klassenbildung; Vergleichsrechnung; Mehrheiten-Simulation.
  5. Abstimmung und Bestaetigung: Eroerungs- und Abstimmungstermin; § 25 StaRUG (75%) oder § 244 InsO (50% Kopf + Summe); Cramdown § 26 StaRUG / § 245 InsO.

Output-Template Verhandlungsnotiz Schlüssel-Gläubiger

Adressat: Intern (Handakte) — Tonfall: strukturiert-sachlich

VERHANDLUNGSNOTIZ — VERTRAULICH
Datum: [DATUM]
Mandant: [FIRMA]
Glaeubiger: [BANK / LIEFERANT]
Vertreter: [NAME]

BATNA unserer Seite: [z.B. Antrag auf Eigenverwaltung sofort]
BATNA Gegenseite: [z.B. Vollstreckung Sicherheit, Quote ca. XX% in Liquidation]
ZOPA: [Vergleichsquote zwischen XX% und YY%]

ERGEBNIS DER VERHANDLUNG:
Forderungsbetrag: EUR [BETRAG]
Angebot Schuldnerin: [XX% in Z Raten]
Glaeubiger-Position: [...]
Naechster Schritt: [...]
Frist: [DATUM]

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