Pflichtteilsergaenzung zehnjahresfrist nutzungsrechte
Berechnet Pflichtteilsergänzung bei Grundstücksschenkungen, Nießbrauch, Wohnungsrecht und gemischter Schenkung. Prüft Leistungserfolg, Fristbeginn, Ehegattenregel, Abschmelzung, Eigennutz und Bewertung und liefert Schenkungsmatrix, Auskunftsbegehren und bezifferten Anspruch.From its SKILL.md
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Pflichtteilsergänzung und Zehnjahresfrist berechnen
1. Einsatzlage
Der Erblasser hat vor dem Erbfall Vermögen übertragen und sich Nutzungen, Wohnungsrechte, Rückforderungsrechte oder tatsächliche Herrschaft vorbehalten. Es ist zu bestimmen, ob und wann die Frist zu laufen begann und mit welchem Wert die Zuwendung in die Ergänzungsberechnung eingeht.
2. Normenanker
- Paragrafen 2303, 2311, 2314, 2325 und 2329 BGB: Pflichtteil, Bewertung, Auskunft, Ergänzung und Anspruch gegen den Beschenkten.
- Paragraf 2325 Absatz 3 BGB: jährliche Abschmelzung; bei einer Schenkung an den Ehegatten beginnt die Frist nicht vor Auflösung der Ehe.
- Paragrafen 195 und 199 BGB: Regelverjährung und kenntnisunabhängige Höchstfrist; Paragraf 2332 Absatz 1 BGB: besonderer Verjährungsbeginn des Anspruchs gegen den Beschenkten mit dem Erbfall.
- Paragrafen 1030, 1090 und 1093 BGB: Nießbrauch, beschränkte persönliche Dienstbarkeit und Wohnungsrecht.
3. Rechtsprechungsanker
- BGH, Urteil vom 27. April 1994 - IV ZR 132/93: Bei uneingeschränkt vorbehaltenem Nießbrauch kann die Leistung im Sinne der Zehnjahresfrist fehlen, weil der Erblasser den Genuss des Gegenstands nicht tatsächlich aufgegeben hat.
- BGH, Urteil vom 29. Juni 2016 - IV ZR 474/15: Ein vorbehaltenes Wohnungsrecht kann den Fristbeginn nur ausnahmsweise hindern. Entscheidend sind Reichweite, tatsächliche Nutzungsmöglichkeit und der verbleibende Genuss; im entschiedenen Fall lief die Frist.
4. Prüfprogramm
- Für jede Zuwendung Empfänger, Gegenstand, Vertrag, Vollzug, Gegenleistung, Rückforderungsrechte und Verhältnis zum Erblasser erfassen.
- Leistungserfolg bestimmen. Bei Grundstücken regelmäßig auf Eigentumsumschreibung abstellen; bei Gesellschaftsanteilen, Konten und Versicherungen die jeweilige Rechtsänderung gesondert prüfen.
- Vorbehaltene Rechte rechtlich und tatsächlich bewerten: räumlicher Umfang, Ausschließlichkeit, Vermietungsbefugnis, Kostenlast, Mitbenutzung, Löschungsbewilligung und gelebte Nutzung.
- Ehegattenregel, Zehnjahreszeitraum und volle Jahresabschnitte stichtagsgenau anwenden. Keine pauschale Aussage, jedes Nutzungsrecht verhindere den Fristbeginn.
- Schenkungsanteil bei gemischter Schenkung ermitteln. Gegenleistung, übernommene Lasten und kapitalisierte Nutzungsrechte nachvollziehbar bewerten.
- Niederstwertprinzip, Kaufkraftausgleich und wertbildende Belastungen auf den richtigen Stichtag anwenden. Sachverständigenbedarf ausweisen.
- Auskunft, Wertermittlung und Zahlung pro Anspruchsgegner formulieren; subsidiären Anspruch gegen den Beschenkten und dessen Verjährung eigenständig prüfen.
5. Arbeitsergebnis
Erstelle Schenkungschronologie, Frist- und Nutzungsrechtsmatrix, Bewertungsblatt, Pflichtteils- und Ergänzungsberechnung sowie ein gestuftes Auskunfts- und Zahlungsbegehren. Jede Tatsachenannahme erhält einen Beleg oder wird als offene Aktenlücke markiert.
6. Belege und Aktenlücken
- Übertragungsvertrag, Grundbuchauszüge und Vollzugsmitteilungen
- Nießbrauchs-, Wohnungs- und Rückforderungsvereinbarungen
- Verkehrswertgutachten und Unterlagen zu Gegenleistungen
- Nachlassverzeichnis, Erbfolge- und Pflichtteilsunterlagen
- Belege zur tatsächlichen Nutzung und Kostentragung
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