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Erstgespraech mandatsannahme

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Wenn es um Erstgespraech im Erbrechtmandat strukturieren und Sachverhalt vollständig aufnehmen in Fachanwalt Erbrecht geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.From its SKILL.md

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Erstgespraech im Erbrechtmandat strukturieren und Sachverhalt vollständig aufnehmen

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: BGB Paragrafen 1922 ff., 1942 ff., 1967, 2032 ff., 2197 ff. und 2303 ff.; FamFG Paragrafen 342 ff.; EuErbVO bei Auslandsbezug. ErbStG und AO nur hinzunehmen, wenn die konkrete Aufgabe eine Steuerschnittstelle hat. Fundstellen über amtliche Gesetzes- und Rechtsprechungsdatenbanken live prüfen; keine ungeprüften Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Fokus: Erstgespraech im Erbrechtmandat strukturieren und Sachverhalt vollständig aufnehmen. §§ 1922 ff. BGB Erbfolge § 43a BRAO. Prüfraster: Erblasser Testament gesetzliche Erben Pflichtteilsberechtigte Nachlassbestand Fristen. Output: Mandat-Steckbrief Sachverhaltsprotokoll fehlende Unterlagen. Abgrenzung: Einstiegs-Skill; inhaltliche Arbeit in Spezialist-Skills.

Erstgespraech und Mandatsannahme im Erb- und Pflichtteilsrecht

Fachlicher Kern — Erbrecht

  • Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel Erstgespraech und Mandatsannahme im Erb- und Pflichtteilsrecht und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
  • Normenradar: BGB §§ 1922 ff., 1937, 1942 ff., 1953, 1967, 2032 ff., 2042, 2050 ff., 2078, 2084, 2203 ff., 2303 ff., 2314, 2325, 2333; FamFG §§ 343 ff.; EuErbVO.
  • Arbeitsmodus: Erst Erbfolge, Ausschlagung, Nachlassbestand, Haftung und Fristen sichern; dann Pflichtteil, Auskunft/Wertermittlung, Testamentsauslegung, Erbengemeinschaft und internationale Anknüpfung trennen.
  • Outputpflicht: Nachlassmatrix, Pflichtteils-/Ergänzungstabelle, Auskunftsverlangen, Erbscheinsantrag, Teilungsplan oder Klagebaustein.
  • Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.

Fachkern: Erstgespraech und Mandatsannahme im Erb- und Pflichtteilsrecht

  • Spezialfrage (Erstgespraech und Mandatsannahme im Erb- und Pflichtteilsrecht): Erblasser Testament gesetzliche Erben Pflichtteilsberechtigte Nachlassbestand Fristen. Output: Mandat-Steckbrief Sachverhaltsprotokoll fehlende Unterlagen. Abgrenzung: Einstiegs-Skill; inhaltliche Arbeit in Spezialist-Skills.
  • Arbeitsweise: Erst Sachverhalt, Norm, Frist, Zuständigkeit und Beweis klären; Rechtsprechung nur verifiziert als tragenden Beleg einsetzen.

Wann dieser Arbeitsgang greift

  • Neue Anfrage aus dem Bereich Erb- und Pflichtteilsrecht (Telefon, Mail, Empfehlung, Walk-in).
  • Mandantin oder Mandant beschreibt Sachverhalt unstrukturiert; viele Anlagen ohne System.
  • Vor jeder weiteren fachlichen Bearbeitung: erst Annahme klären, Konflikt- und GwG-Prüfung, Vollmacht, Streitwert/Vereinbarung, Fristen.

Phasen des Erstgespraechs

1. Aufnahme der Konstellation (10-15 Min.)

Standard-Fragenraster für Erb- und Pflichtteilsrecht:

  • Beteiligte (Vor-/Nachname, Geburtsdatum, Anschrift, Rolle: Klägerin/Beklagter, Antragsteller, Beschuldigter)
  • Konflikt-Kern in einem Satz ("Was ist Ihr Ziel?")
  • Konkrete fachliche Stossrichtung: Testament, Erbschein, Pflichtteil, Erbauseinandersetzung, Vermaechtnis, ErbStG
  • Bisherige Korrespondenz (Bescheide, Schreiben der Gegenseite, anwaltliche Vertretung der Gegenseite?)
  • Fristenscreening sofort: anstehende Klage-/Widerspruchs-/Einspruchsfristen aus den vorgelegten Schreiben (z.B. Pflichtteilsklage, Erbschein-Antrag/Beschwerde, Erbenfeststellungsklage). Frist-Alarm an die Vorbereitung weitergeben.

2. Konflikt-Prüfung und GwG-Check (5 Min.)

  • Konflikt-Check über Mandantsystem: Gegnerin, Streitgegenstand, frueherer Mandant?
  • GwG-Identifizierung: amtlicher Lichtbildausweis (Ausweisscan), bei juristischer Person Handelsregister-/Transparenzregister-Auszug, ggf. wirtschaftlich Berechtigte/n.
  • Risikobewertung (niedrig/mittel/hoch) abhaengig von Mandatscharakter, Bargeld, Auslandsbezug.
  • Doku im Mandatsbogen (Pflicht nach §§ 10 ff. GwG i.V.m. § 2 Abs. 1 Nr. 10 GwG für RA-Mandate).

3. Vollmacht und Schweigepflichtentbindung

  • Allgemeine Prozess-/Aussenvollmacht (BORA, ZPO, FamFG, je nach Fachgebiet).
  • Spezielle Vollmachten: ggf. Akteneinsicht Strafakte, KV-Abrechnungsdaten, Sozialdaten (Schweigepflichtentbindung gegenueber Krankenkasse, Arzt, Behörde).
  • Bei Eheleuten/GbR/GmbH: einzelvollmachtgebende Person und Vertretungsmacht klären.

4. Streitwert und Gebührenvereinbarung

Standard-Streitwerte im Bereich Erb- und Pflichtteilsrecht:

  • Skizze: Streitwert grob abschaetzen (z.B. Hauptforderung, ggf. + Zinsen, Nebenforderungen).
  • RVG-Pauschalrechnung (Berechnungstool im Plugin) oder Stundenhonorarvereinbarung.
  • Beratungshilfe-/Prozesskostenhilfe-Antrag prüfen, wenn wirtschaftlich angezeigt.
  • Vorschussanforderung nach § 9 RVG.

5. Strategie-Erstskizze

Drei Weichen am Ende des Erstgespraechs:

  • Mandat annehmen: vollstaendig (Prüfung + Schriftsatz) oder begrenzt (nur Prüfung/Gutachten).
  • Verweisen: wenn Spezialgebiet ausserhalb der Fachanwaltschaft, oertlich unzuständig oder Konflikt.
  • Ablehnen: offensichtlich aussichtslos, GwG-Hit, Bauchgefuehl-Vorsicht.

Pflicht-Output am Ende

  1. Mandatsbogen mit Beteiligten, Konflikt-Check, GwG-Status, Streitwert.
  2. Frist-Liste (Sofortfristen, Verjährung, Ausschlussfristen, Beweisanforderungs-Fristen).
  3. Anlagenverzeichnis des uebergebenen Datenraums (Stand erstes Sortieren).
  4. Naechster-Schritt-Plan: binnen 24/48/72 h, Owner, Output.
  5. Honorarvereinbarung unterschrieben oder Vorbehalt notiert.

Relevante Rechtsgrundlagen und Standards

  • BORA, BRAO, FAO für Fachanwaltschaft Erb- und Pflichtteilsrecht.
  • GwG, GwGMeldV, Identifizierungsleitfaden BRAK.
  • §§ 1922 ff. BGB, FamFG, ErbStG, BeurkG (für fachliche Erstpruefung).
  • DSGVO und BDSG für den Umgang mit Mandantendaten (Art. 6 DSGVO als Rechtsgrundlage, Art. 9 ggf. Gesundheitsdaten).

Typische Fehler im Erstgespraech

  • Frist uebersehen, weil Mandantin sie nicht selber genannt hat (immer aus jedem Schreiben Frist herausziehen).
  • Konflikt-Check nur nach Personennamen, nicht nach Sachzusammenhang (gleiche Liegenschaft, gleicher Sachverhalt).
  • Vollmachtsumfang unklar -> später Streit mit Mandantin über Befugnisse.
  • Honorarvereinbarung muendlich -> Beweisnot bei Streitwert-/Honorar-Streit.
  • GwG: kein Lichtbildausweis erfasst, kein Aktenvermerk über Risikobewertung.

Praxis-Checkliste

  • Personalien und Rolle aller Beteiligten erfasst
  • Konflikt-Check durchgefuehrt
  • GwG: Identifizierung + Risikobewertung notiert
  • Allgemeine Vollmacht unterschrieben
  • Speziale Vollmacht / Entbindungserklaerung (wo noetig) unterschrieben
  • Streitwert geschaetzt
  • Honorarvereinbarung unterschrieben oder ausdruecklich auf RVG verwiesen
  • Fristenliste angelegt und in Kalender eingetragen
  • Mandatsbogen vollstaendig
  • Naechster-Schritt-Plan dem Mandanten kommuniziert (E-Mail-Zusammenfassung)

Konkrete Praxis-Konstellationen

Konstellation A: Eilbeduerftigkeit

Mandantin kommt am Donnerstag, Frist laeuft am Montag (Klage- oder Widerspruchsfrist im Bereich Erb- und Pflichtteilsrecht). Handlungs-Sequenz:

  1. Sofort-Vollmacht und Sofort-Akteneinsicht (per beA, ELSTER, Behördenportal).
  2. Antrag auf Wiedereinsetzung (§ 233 ZPO, § 60 VwGO, § 110 AO) als Reserve dokumentieren.
  3. Spaeteste-Stunde-Versand-Plan: beA bevorzugt, mit qualifizierter Signatur und Empfangsbekenntnis.
  4. Honorarvereinbarung NICHT auf Eilzuschlag verzichten - aber transparent kommunizieren.

Konstellation B: Komplexer Sachverhalt, Datenraum unsortiert

Mandant uebergibt 200+ Dateien (PDF-Scans, E-Mails, Excel-Listen). Vor jeder fachlichen Bewertung:

  1. Datenraum-Index in Excel: Datum, Absender, Empfaenger, Aktenzeichen, kurze Inhaltszeile.
  2. Chronologischer Verlauf als Zeitstrahl - Spielraum für Verjährungs- und Ausschlussfristen identifizieren.
  3. Loecher im Datenraum gezielt anfordern (Mandantenfragen-Katalog).

Konstellation C: Interessenkonflikt-Naehe

Frueheres Mandat mit derselben Gegnerin oder gleichem Sachzusammenhang. Prüfung:

  1. § 43a Abs. 4 BRAO und § 3 BORA - Sachzusammenhang, nicht nur Personenidentitaet.
  2. Einwilligung beider Mandanten in Textform (mit konkreter Beschreibung).
  3. Bei Zweifel: Mandat ablehnen und an Kanzleikollegium ueberweisen.

Mandanten-Erwartungsmanagement

  • Realistische Erfolgs- und Kostenprognose (nicht "Wir gewinnen sicher").
  • Verfahrensdauer im Bereich Erb- und Pflichtteilsrecht: Erfahrungswerte nach Instanz.
  • Vergleichschance vs. streitiges Urteil als Option offen halten.
  • Schriftliche Zusammenfassung des Erstgespraechs binnen 48 h.

Honorarvereinbarung - Best Practices

  • RVG-Basis als Default, Stundenhonorar nur mit gesondertem Hinweis nach § 3a RVG.
  • Erfolgshonorar nur in den engen Grenzen § 4a RVG.
  • Vorschuss in Höhe der voraussichtlichen 1. Instanz.
  • Klarstellung: Auslagen-Pauschale, USt, Reisekosten, Sachverstaendigenkosten gesondert.
  • Bei PKH/Beratungshilfe-Mandant: schriftliche Belehrung, dass eigene Beitraege möglich sind.

Mandatsbogen-Muster (Mindestinhalt)

  • Mandant (Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefon, E-Mail)
  • Gegner (Name, Anschrift, ggf. anwaltliche Vertretung)
  • Kurzbeschreibung Sachverhalt (5-10 Saetze)
  • Ziel des Mandats (eine Zeile)
  • Strittige Fragen (bullet)
  • Geprueft: Konflikt - GwG - Vollmacht
  • Streitwert (Schaetzung)
  • Honorarvereinbarung (RVG/Stunde/Pauschale)
  • Frist-Liste
  • Aktenanlage Datum
  • Naechster-Schritt

Cross-Refs

  • vergleichsverhandlung-strategie (im selben Plugin) für den Fall, dass aussergerichtliche Loesung angestrebt wird.
  • schriftsatzkern-substantiierung (im selben Plugin) für den Schriftsatzaufbau, wenn Klage/Widerspruch eingereicht wird.
  • Kanzlei-Allgemein-Plugin kanzlei-allgemein für Konflikt-, GwG- und PEP-Prüfroutinen.

Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.

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