Avv tom art 32 dsgvo anlage
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⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für deutsches Recht (Arbeits-, Gesellschafts-, Insolvenz-, Datenschutz-, Prozessrecht u.a.) – inzwischen verbessert und im Alltag getestet, aber weiterhin Experiment. Bitte selber ausprobieren, Issues/PRs willkommen! Keine Rechtsberatung. Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO), DSGVO, US-Transfer, KI-VO & Co
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Wenn es um TOM-Anlage Art. 32 DSGVO in Datenschutzrecht geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.
SKILL.md
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TOM-Anlage Art. 32 DSGVO
Zweck / Purpose
Strukturierte Anlage zum AVV mit den technischen und organisatorischen Maßnahmen des Auftragsverarbeiters gemäß Art. 32 DSGVO und Art. 28 Abs. 3 lit. c DSGVO. Purpose (EN): German-language TOM annex to a DPA under Article 32 GDPR.
Wann dieses Modul hilft
- TOM-Anlage zum AVV ist zu erstellen, zu prüfen oder zu aktualisieren.
- Aufsichtsbehoerde fordert Nachweis der TOM.
- Nach Datenpanne ist die TOM-Anlage auf Aktualitaet zu prüfen.
- Bei Änderung der Verarbeitung ist die TOM-Anlage anzupassen.
Rechtlicher Rahmen
- Art. 32 Abs. 1 DSGVO: Geeignete TOM unter Beruecksichtigung des Stands der Technik, der Implementierungskosten und der Art, des Umfangs, der Umstaende und der Zwecke der Verarbeitung sowie der unterschiedlichen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos.
- Art. 32 Abs. 1 lit. a bis d DSGVO: Pseudonymisierung und Verschluesselung, Vertraulichkeit, Integritaet, Verfuegbarkeit, Belastbarkeit, Wiederherstellbarkeit, regelmäßige Prüfung.
- Art. 25 DSGVO: Datenschutz durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen.
- Art. 28 Abs. 3 lit. c DSGVO: TOM als Pflichtklausel im AVV.
Ablauf / Checkliste
- Risikobewertung.
- Art der Daten (Stamm-, Verkehrs-, Inhaltsdaten, Art. 9 DSGVO).
- Umfang und Zweck.
- Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos für Betroffene.
- Mindestkategorien (Art. 32 Abs. 1 DSGVO).
| Kategorie | Maßnahmenbeispiele |
|---|---|
| Pseudonymisierung | Pseudonymisierung in Test- und Entwicklungsumgebungen, technische Trennung der Zuordnungstabelle |
| Verschluesselung | TLS 1.3 in Transit; AES-256 at rest; Schlüsselverwaltung HSM |
| Vertraulichkeit | Zutrittskontrolle, Zugangskontrolle, Zugriffskontrolle, Trennungskontrolle |
| Integritaet | Weitergabekontrolle, Eingabekontrolle, Logging, Hashfunktionen |
| Verfuegbarkeit | Backup, RPO/RTO, Notfallplan, geo-redundante Speicherung |
| Belastbarkeit | DDoS-Schutz, Lastverteilung, Failover-Verfahren |
| Wiederherstellbarkeit | Backup-Tests, dokumentierte Wiederherstellungsverfahren |
| Regelmäßige Prüfung | jaehrliche TOM-Audits, Penetrationstests, Vulnerability Scans |
- Organisatorische Maßnahmen.
- Datenschutzbeauftragter, Datenschutzschulungen (jaehrlich), Vertraulichkeitsverpflichtungen, IT-Sicherheits-Richtlinie, Incident-Response-Plan, Need-to-Know-Prinzip, Berechtigungsverwaltung, Joiner-Mover-Leaver-Prozess.
- Zertifikate und Standards.
- ISO/IEC 27001:2022.
- BSI IT-Grundschutz / BSI C5:2020 (Cloud-Spezifikum).
- SOC 2 Type II Trust Services Criteria.
- TISAX (Automotive).
- PCI-DSS (Zahlungsverkehr).
- Sub-AV-Konsistenz.
- Sub-AV müssen mindestens dasselbe TOM-Niveau einhalten.
- Vertragliche Durchleitung (Art. 28 Abs. 4 DSGVO).
Mustertext / Template
TOM-Anlage (Strukturvorlage):
Anlage 2 zum Auftragsverarbeitungsvertrag
Technische und organisatorische Massnahmen (Art. 32 DSGVO)
Stand: [DATUM]
Auftragsverarbeiter: [NAME]
Pruefturnus: jaehrlich, unverzueglich bei wesentlicher Aenderung
1. Pseudonymisierung (Art. 32 Abs. 1 lit. a DSGVO)
1.1 In Entwicklungs- und Testumgebungen werden personenbezogene Daten ausschliesslich in pseudonymisierter Form verarbeitet.
1.2 Die Zuordnungstabelle wird getrennt gespeichert; Zugriff nur für den Datenschutzbeauftragten.
2. Verschluesselung (Art. 32 Abs. 1 lit. a DSGVO)
2.1 In Transit: TLS 1.3 mit Forward Secrecy; SSL/TLS-Konfiguration gemaess BSI TR-02102.
2.2 At Rest: AES-256 (CBC oder GCM) für alle Datenbanken und Backups.
2.3 Schluesselverwaltung: HSM oder gleichwertige Loesung; jaehrliche Rotation.
3. Vertraulichkeit (Art. 32 Abs. 1 lit. b DSGVO)
3.1 Zutrittskontrolle: physische Sicherung der Rechenzentren (24/7-Bewachung, Mehrfaktor-Zutritt).
3.2 Zugangskontrolle: Multi-Faktor-Authentifizierung für alle priviligierten Konten.
3.3 Zugriffskontrolle: rollenbasiertes Berechtigungsmodell, Least Privilege, periodische Rezertifizierung.
3.4 Trennungskontrolle: mandantenfaehige Trennung; logische Trennung mit eigener Zugriffskontrolle.
4. Integritaet (Art. 32 Abs. 1 lit. b DSGVO)
4.1 Weitergabekontrolle: dokumentierte Schnittstellen, Audit-Log für alle Datenexporte.
4.2 Eingabekontrolle: nachvollziehbare Protokollierung aller Schreibvorgaenge auf personenbezogene Daten.
4.3 Hash-Funktionen: SHA-256 oder besser für Integritaetspruefungen.
5. Verfuegbarkeit und Belastbarkeit (Art. 32 Abs. 1 lit. b DSGVO)
5.1 Backup: taegliche inkrementelle Backups, woechentliche Vollbackups, Aufbewahrung 30 Tage.
5.2 RPO (Recovery Point Objective): hoechstens 24 Stunden.
5.3 RTO (Recovery Time Objective): hoechstens 8 Stunden für kritische Verarbeitungen.
5.4 Geo-Redundanz: synchrone Replikation in mindestens zwei EU-Rechenzentren.
5.5 DDoS-Schutz: vorgeschalteter Filter; SLA mit Provider.
6. Wiederherstellbarkeit (Art. 32 Abs. 1 lit. c DSGVO)
6.1 Notfallhandbuch; Notfalluebungen mindestens jaehrlich.
6.2 Dokumentierte Wiederherstellungsverfahren.
6.3 Verifikation der Wiederherstellbarkeit durch tatsaechlichen Wiederherstellungstest mindestens halbjaehrlich.
7. Regelmäßige Pruefung (Art. 32 Abs. 1 lit. d DSGVO)
7.1 Penetrationstest durch unabhaengige Dritte mindestens jaehrlich.
7.2 Vulnerability Scan monatlich.
7.3 ISMS-internes Audit jaehrlich; externes Audit nach ISO 27001 jaehrlich.
7.4 TOM-Anlage wird mindestens jaehrlich auf Aktualitaet geprueft.
8. Organisatorische Massnahmen
8.1 Datenschutzbeauftragter benannt; Kontaktangabe in Anlage 4.
8.2 Verschwiegenheitsverpflichtung aller Mitarbeitern (Art. 28 Abs. 3 lit. b DSGVO).
8.3 Jaehrliche Datenschutzschulung; Schulungsnachweise vorhanden.
8.4 Joiner-Mover-Leaver-Prozess; sofortiger Entzug der Zugriffsrechte bei Austritt.
8.5 Incident-Response-Plan mit Meldewegen an den Verantwortlichen binnen 48 Stunden nach Kenntnis einer Datenpanne (Art. 33 DSGVO).
9. Zertifikate und Standards
9.1 ISO/IEC 27001:2022 – Zertifizierungsdatum [DATUM], Zertifizierer [STELLE].
9.2 BSI C5:2020 Typ 2 – Stand [DATUM].
9.3 SOC 2 Type II – Berichtszeitraum [ZEITRAUM].
10. Sub-Auftragsverarbeiter
10.1 Sub-AV unterliegen denselben oder gleichwertigen TOM gemaess Art. 28 Abs. 4 DSGVO.
10.2 Sub-AV-Audits werden auf Verlangen vorgelegt.
Typische Drafting-Fehler
- TOM-Anlage als Marketingbroschuere statt konkreter Maßnahmen.
- Pauschalformulierungen ("nach Stand der Technik") ohne konkrete Beschreibung.
- Keine Aktualisierung seit Vertragsschluss.
- Pseudonymisierung als Pflicht uebergangen, obwohl Art. 32 Abs. 1 lit. a DSGVO sie explizit benennt.
- Keine RPO/RTO.
- Keine Prüfturnusangaben.
- Sub-AV-Konsistenz nicht adressiert.
Quellen Stand 06/2026
- Art. 25, Art. 28 Abs. 3 lit. c, Art. 32 DSGVO.
- BSI TR-02102 (Kryptografische Verfahren).
- ISO/IEC 27001:2022.
- BSI C5:2020.
- SOC 2 Trust Services Criteria.
- Zitierweise:
../../../references/zitierweise.md.