Regulatory fdi restructuring starug
Skill Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/skills/regulatory-fdi-restructuring-starug
⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für deutsches Recht (Arbeits-, Gesellschafts-, Insolvenz-, Datenschutz-, Prozessrecht u.a.) – inzwischen verbessert und im Alltag getestet, aber weiterhin Experiment. Bitte selber ausprobieren, Issues/PRs willkommen! Keine Rechtsberatung. Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO), DSGVO, US-Transfer, KI-VO & Co
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Wenn es um Regulatory, FDI und Fusionskontrolle in Corporate-Kanzlei geht: zerlegt Ergebnis, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und Gegenposition; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten. Auswahlstichwort: Regulatory Fdi Restructuring Starug; Arbeitsfeld: Corporate-Kanzlei.
SKILL.md
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Regulatory, FDI und Fusionskontrolle
Arbeitsbereich
Anmeldepflichten Fusionskontrolle und FDI prüfen: M&A-Transaktion erfordert Clearance. Normen: §§ 35 ff. GWB (deutsches Fusionskontrollrecht), Art. 1 ff. FKVO (EU-Fusionskontrolle), AWG/AWV (Investitionsprüfung), SektSchV (Sektorschutz), TKG, EnWG. Prüfraster: Umsatzschwellen, Marktanteile, Vollzugsverbot § 41 GWB, FDI-Meldepflichten nach AWV § 56 ff. Output Regulatory-Memo, Melde-Zeitplan, CP-Tracker. Abgrenzung: Kartellrecht laufende Verfahren siehe kartellrecht-Skill; Vollzugsbedingungen siehe signing-closing-conditions. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: BRAO, BORA, FAO, BNotO, StBerG, WPO, PAO; AO §§ 38, 42, 90, 93, 153, 162, 164, 169-171, 173, 233a, 370-378, UStG, EStG, KStG, GewStG, GrEStG, ErbStG, FGO; StaRUG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fachlicher Kern — Gesellschaftsrecht und Corporate Law
- Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel
Regulatory, FDI und Fusionskontrolleund löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind. - Arbeitsmodus: Erst Gesellschaftsform, Organ, Beschlussweg, Vertretung, Registerlage, wirtschaftliches Ziel und Minderheitenposition sortieren; dann Treuepflicht, Kapitalerhaltung, Haftung, Transaktions-Closing und Beweis-/Vollzugsrisiko prüfen.
- Outputpflicht: Beschluss-/Listenmatrix, Register-To-do, Board-/Beiratsvorlage, Closing-CP-Liste, Treuepflicht-Red-Team, Geschäftsführerhaftungsmemo oder Mandanten-Decision-Paper.
- Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
Fachkern: Regulatory, FDI und Fusionskontrolle
- Corporate-Aufgabe (Regulatory, FDI und Fusionskontrolle): M&A-Transaktion erfordert Clearance.
- Norm-/Dealanker: GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen.
- Entscheidende Weiche: Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen.
- Arbeitsprodukt: Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern.
Wann wird dieser Skill aufgerufen
Typische Auslöser:
- "Ich habe hier Regulatory, FDI und Fusionskontrolle und brauche einen belastbaren nächsten Schritt."
- "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung."
- "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage."
- "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?"
Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit /corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-kommandocenter oder /corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-matter-file. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur.
Voraussetzungen und Kontext laden
Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter ~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate/<slug>/: mandat.md, history.md, chronologie.md, fristen.yaml und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen.
Benötigte Unterlagen:
- aktueller Vertragsentwurf, Markup, Term Sheet und Annex-/Schedule-Struktur.
- CP-Tracker, Closing Deliverables, Gesellschafter-/Organfreigaben.
- Disclosure Letter, Knowledge-Definition, W&I- oder Garantie-Struktur.
Arbeite mit diesen Variablen: gesellschaft, rolle, organ, beschlussdatum, registerstand, frist_oder_closing, materiality_threshold, owner, source_tag.
Workflow
- Corporate-Kontext fixieren. Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit
[Annahme - prüfen]weiter. - Quellen inventarisieren. Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als
[Mandant], Register als[Register], Gerichts-/Behördenquellen als[Primärquelle]und Modellwissen als[Modellwissen - prüfen]. - Organ- und Kompetenzebene trennen. Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht.
- Materiality-Schwelle setzen. Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping.
- Normenprüfung durchführen. Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle.
- Belegkette bauen. Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht
[zu verifizieren]. - Risikomatrix erstellen. Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill.
- Draft oder Review-Gate wählen. Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen.
- Hand-off vorbereiten. Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten.
- Abschlusskontrolle. Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises.
Prüfraster im Gutachtenstil
Obersatz: Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist.
1. Mandats- und Rollenrahmen. Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste.
2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority. Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern:
- BGB §§ 133, 157, 241 Abs. 2, 280, 311 Abs. 2, 433 und 453 für Kaufvertrag und Auslegung.
- GmbHG §§ 15 und 16 für Anteilsübertragung und Gesellschafterliste.
- AktG §§ 76, 93, 111 und 179a für Leitungs-/Kontrollpflichten und Strukturmaßnahmen.
- BGB § 158 für Closing Conditions und Bedingungseintritt.
3. Organ- und Zuständigkeitsprüfung. Nur wenn der konkrete Arbeitsschritt eine Organentscheidung vorbereitet, Zuständigkeit, Zustimmungsvorbehalte, Interessenkonflikte, Informationsgrundlage und Dokumentation prüfen. Der fachlich passende Haftungs- oder Board-Paper-Skill liefert die dafür einschlägige Rechtsprechung; ARAG/Garmenbeck ist kein Universalanker.
4. Register- und Gesellschafterlistenlogik. Nur bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder streitiger Legitimation Paragraf 16 und 40 GmbHG sowie Registerstand und materielle Berechtigung getrennt prüfen. Ohne solche Title- oder Legitimationsfrage diesen Prüfstrang auslassen.
5. Vollzugshindernisse. Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge?
6. Subsumtion. Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: § 15 GmbHG notarielle Form erfüllt? nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. § 46 GmbHG Zustimmung erforderlich? nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind.
Zwischenergebnis: Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat.
Output-Module
- Corporate-Vermerk: Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung.
- Beschluss-/Board-Paper-Modul: Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste.
- Issue List: Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline.
- Information Request: konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite.
- Matter-Update: kurzer Eintrag für
history.mdund ggf. Frist-/Owner-Eintrag fürfristen.yaml.
Quellen und Zitierregel
Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf dejure.org, openjur.de, bundesgerichtshof.de, bundesverfassungsgericht.de, curia.europa.eu oder eur-lex.europa.eu. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: [Mandant], [Register], [BGH-Datenbank], [dejure.org], [EUR-Lex], [Web-Recherche - prüfen], [Modellwissen - prüfen].
Hand-Off zu anderen Skills
Nach diesem Skill weiter mit:
/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-spa-apa-entwurf- wenn der Befund in SPA/APA-Entwurf oder Klausellogik einfließen soll./corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-vertragsmarkup-key-issues- wenn Markup-Abweichungen in Key Issues und Verhandlungslinien übersetzt werden müssen./corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-disclosure-schedules- wenn Garantien, Knowledge und Disclosure Letter abgeglichen werden./corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-signing-closing-conditions- wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden./corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-closing-bible-archiv- wenn executed documents, Registerbelege und Closing Bible gesichert werden müssen.
Was dieser Arbeitsgang nicht macht
- Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing.
- Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus.
- Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle.
- Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt.
- Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review.
- Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten.
Berufsrechtliche Hinweise
Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden.
Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden
Regulatory, FDI und Fusionskontrolle
Triage — klaere vor Beginn
- Umsatzschwellen erreicht? → Bundeskartellamt (§§ 35 ff. GWB) oder EU-Kommission (Art. 1 FKVO)?
- Ausländischer Erwerber aus Nicht-EU-Land? → AWG/AWV-Investitionspruefung prüfen
- Branche: Ruestung, Verteidigung, Kritische Infrastruktur, Medien, Gesundheit, Cloud? → SektSchV oder besondere Prüfpflichten
- Timeline: Vollzugsverbot (Standstill Obligation) bis Freigabe; Gunst-Jumping-Risiko?
- Mehrere Jurisdiktionen (USA HSR Act, UK NSI Act, China SAMR)? → Multijurisdiktioneller Koordinationsbedarf
- FDI-Screening: Meldepflicht oder nur Prüfmoeglichkeit des BMWK?
Zentrale Normen
- §§ 35-43 GWB — Zusammenschlusskontrolle; Aufgreifschwellen; Anmeldepflicht
- § 36 GWB — Untersagungsvoraussetzungen; erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs
- § 41 GWB — Vollzugsverbot; bis zur Freigabe kein Vollzug; Bussgeld bis 10 % Weltumsatz
- Art. 1-21 FKVO (EG) 139/2004 — EU-Fusionskontrolle; Aufgreifschwellen; Alleinzuständigkeit
- §§ 55 ff. AWG i.V.m. §§ 55 ff. AWV — Aussenhandelsgesetz; Investitionspruefung
- SektSchV (Sicherheitsueberprueefungsverordnung) — Sektoren Kritische Infrastruktur; KRITIS-Unternehmen
- § 56 AWV — Meldefrist 2 Monate ab sicherem Abschluss; Erwerb ab 10 % bei kritischen Sektoren
- Verordnung (EU) 2019/452 — EU-FDI-Screening-Rahmen; nationale Stellen melden an EU-Kommission
Fusionskontrolle: Aufgreifschwellen
Bundeskartellamt (§ 35 GWB)
- Kombinierter Weltumsatz aller Beteiligten > 500 Mio. EUR UND
- Mindestens ein Beteiligter > 25 Mio. EUR Inlandsumsatz UND
- Ein weiterer Beteiligter > 5 Mio. EUR Inlandsumsatz
- ODER: 3. Aufgreifschwelle: Kaufpreis > 400 Mio. EUR + erhebliche Inlandstaetigkeit (§ 35 Ia GWB)
EU-Kommission (Art. 1 FKVO)
- Tier 1: Weltumsatz > 5 Mrd. EUR + EU-Umsatz > 250 Mio. EUR für mind. zwei Beteiligte
- Tier 2: Weltumsatz > 2.5 Mrd. EUR + EU-Umsatz > 100 Mio. EUR in mind. drei Mitgliedstaaten
Vollzugsverbot (§ 41 GWB / Art. 7 FKVO)
Kein Vollzug bis zur Freigabe oder Ablauf der Prüfdauer. Ausnahme: vorherige Genehmigung (Dispensantrag).
FDI-Screening (AWG/AWV): Sektoren und Schwellen
| Sektor | Aufgreifschwelle | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Kritische Infrastruktur (Energie, Wasser, IT, Verkehr) | 10 % Stimmrechte | § 56 AWV |
| Medien | 10 % | § 56 AWV |
| Gesundheit / Pharma | 10 % | § 56 AWV |
| Verteidigung / Ruestung | 10 % | § 60 AWV; SektSchV |
| KI / autonome Fahrzeuge / Robotik | 10 % | § 56 Ia AWV |
| Sonstige Unternehmen | 25 % | § 55 AWV |
Meldefrist: 2 Monate nach Vertragsschluss. Prüfdauer: 4 Monate (verlaengerbar).
Schritt-für-Schritt-Workflow
- Schwellentest — Umsatzzahlen beider Parteien errechnen; GWB/FKVO/Drittlaender-Schwellen prüfen
- FDI-Check — Nationalitaet des Erwerbers; Sektor der Zielgesellschaft; AWV-Schwellen
- Timeline festlegen — Anmeldezeitpunkt (post-Signing); Prüfdauer Phase I (4 Wochen GWB; 25 Werktage FKVO)
- Gun-Jumping-Protokoll — Informationsaustausch beschraenken bis Freigabe; Clean Team wenn noetig
- Anmeldungsformulare — Bundeskartellamt: Formular A/B; EU-Kommission: Form CO/Short Form
- Pre-notification Contacts — informelle Voranfrage bei Behörde; Zeitplan abklaeren
- Anmeldung einreichen — mit vollstaendigen Informationen; Kooperationspflicht
- Phase-II-Risiko bewerten — wenn Bedenken: Abhilfemassnahmen (Auflagen) verhandeln
- Freigabe-Erlangung dokumentiert → dann Closing freigeben
Entscheidungsbaum: Zuständigkeit
Umsaetze erreichen EU-Schwellen (FKVO Tier 1 oder 2)?
→ Ja: EU-Kommission zuständig (One-Stop-Shop)
→ Ausnahme: Art. 9 FKVO Verweisung an nationale Behörde beantragt?
→ Nein: GWB-Schwellen erreicht?
→ Ja: Bundeskartellamt; ggf. simultane Nicht-EU-Anmeldungen
→ Nein: Keine Anmeldepflicht — trotzdem FDI-Screening pruefen!
Output-Template Regulatory-Memo
Adressat: Deal-Team / Mandant — Tonfall praezise, entscheidungsorientiert
REGULATORY MEMO — FUSIONSKONTROLLE UND FDI
Transaktion: [DEAL-NAME]
Datum: [DATUM]
1. FUSIONSKONTROLLE
GWB-Schwellen: [Erreicht Ja/Nein; Details]
FKVO-Schwellen: [Erreicht Ja/Nein; Details]
Drittlaender-Anmeldungen: [USA HSR / UK / China / Sonstige]
Vollzugsverbot: [Ja/Nein; ab wann aufgehoben]
Erste-Phase-Dauer: [X Wochen]
2. FDI-SCREENING
Erwerber-Nationalitaet: [Land]
Zielsektor: [Sektor; AWV-Schwelle]
Meldefrist: [Datum]
Genehmigungspflicht: [Ja/Nein/Unsicher]
3. TIMELINE
| Meilenstein | Datum | Zuständigkeit |
|------------|-------|---------------|
| Signing | [Datum] | Deal-Team |
| Anmeldung | [Datum] | Kartellrecht-Team |
| Phase-I-Frist | [Datum] | Behörde |
| Voraussichtliches Closing | [Datum] | Alle |
4. EMPFEHLUNG
[Strategie; Auflagen-Risiko; Zeitplan-Risiken]
Rote Schwellen
- Vollzugsverbot missachtet — Gun Jumping; Bussgeld bis 10 % Weltumsatz
- FDI-Meldefrist verpasst (2 Monate nach Vertragsschluss) → BMWK kann nachtraegliche Untersagung erwaegen
- Phase-II-Risiko unterschaetzt → Closing verzoegert sich 6-18 Monate
- Drittland-Anmeldungen (USA, China) vergessen → Separates Vollzugsverbot in diesen Ländern
- SektSchV-Prüfung bei Ruestungsunternehmen vergessen → Genehmigungspflicht verpasst
Quellen
- §§ 35-43 GWB; Art. 1-21 FKVO (EG) 139/2004; §§ 55, 56, 60 AWV; Verordnung (EU) 2019/452
- Immenga/Mestmaecker GWB (6. Aufl. 2020) §§ 35 ff.; Ohler AWG/AWV (2021)
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.