Post ma pre litigation
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⚠️ Experimentelle Skill-Sammlung für deutsches Recht (Arbeits-, Gesellschafts-, Insolvenz-, Datenschutz-, Prozessrecht u.a.) – inzwischen verbessert und im Alltag getestet, aber weiterhin Experiment. Bitte selber ausprobieren, Issues/PRs willkommen! Keine Rechtsberatung. Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO), DSGVO, US-Transfer, KI-VO & Co
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Wenn es um Post-M&A Warranty Claims in commercial-courts-deutschland geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert eine Schnittstellenkarte mit Kollisions-, Zuständigkeits- und Nachweisfragen.
SKILL.md
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Post-M&A Warranty Claims
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: GVG §§ 119, 119b (Commercial Court), ZPO §§ 184a, 614, 1025-1066, AGGVG der Länder, EU-VO 1215/2012 (Brüssel Ia) — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fachkern: Post-M&A Warranty Claims
- Normen-/Quellenanker: Commercial Courts/Commercial Chambers der Länder, ZPO, GVG, Zuständigkeit, Sprachwahl Englisch/Deutsch, Wortprotokoll, Geheimnisschutz und internationale Zustellung.
- Entscheidende Weiche: Gerichtsstand, Streitwert/Sachgebiet, Verfahrenssprache, Vertraulichkeit, Beweisaufnahme, Übersetzung, Protokoll und Vollstreckbarkeit steuern.
- Arbeitsprodukt: Erzeuge eine konkrete Prüf- oder Entscheidungsmatrix mit Norm, Tatbestand, Beleg, Einwand, Risikoampel und nächstem Schritt; Anschluss-Skills nur bei echter Vertiefung nennen.
Einstieg
Stelle höchstens fünf Fragen, sofern die Akte sie nicht beantwortet:
- Soll der Output auf Deutsch, Englisch oder zweisprachig sein?
- Welches Gericht/Forum ist vorgesehen oder vereinbart?
- Welche Klausel, welcher Streitwert und welche Parteien liegen vor?
- Welche Frist oder Verfahrenshandlung steht als nächstes an?
- Welche Unterlagen sind schon da: contract, correspondence, notices, expert report, exhibits, prior pleadings?
Arbeitsworkflow
Post-M&A Warranty Claim — Prüfraster
| Schritt | Inhalt | Norm/SPA-Bezug |
|---|---|---|
| 1. Notice-Frist | im SPA meist 30-60 Tage ab Kenntnis; absolute Survival meist 18-24 Monate für General Warranties, 5-7 Jahre für Tax/Fundamental | § 437 BGB als gesetzliches Pendant; Vertragsfrist hat Vorrang |
| 2. Notice-Inhalt | Anspruchsgrundlage (Garantienennung), Sachverhalt, Höhe (Bandbreite), Anlagen | Vertragsanforderungen strikt einhalten |
| 3. Knowledge-Qualifier | "to the Seller's Knowledge" — Personenkreis genau bestimmen (Disclosure Schedule, Drittwissen?) | typischer Streitpunkt: Wissen vs. Wissenmüssen |
| 4. Disclosure Letter | hat Garantie qualifiziert? "Disclosed Matters" entlasten Verkäufer | Lex specialis vor Garantietext |
| 5. Baskets (De-minimis & Threshold) | Bagatellsumme einzeln (z.B. 50.000 EUR), Gesamtschwelle (z.B. 1 Mio. EUR) | Tipping-Basket versus Excess-Basket prüfen |
| 6. Cap | Haftungsobergrenze meist 10-20 % des Kaufpreises | Fundamental: 100 %, Tax: 100 %, General: limitiert |
| 7. Schadenberechnung | direkter Schaden / lost profits / consequential damages — was deckt SPA? | § 252 BGB i.V.m. § 249 BGB als gesetzlicher Maßstab, oft contractually limited |
| 8. W&I-Versicherung | parallelle Meldung Versicherer, Tail-Coverage einhalten | Underwriting-Liste mit Ausschlüssen prüfen |
| 9. Mitigationspflicht | § 254 BGB i.V.m. SPA-Klausel; Käufer muss Schaden minimieren | Beweislast trägt Verkäufer |
| 10. Verjährung | Vertragslaufzeit (Survival) versus § 195 BGB drei Jahre | Vertragslaufzeit ist meist Ausschlussfrist, nicht Verjährung |
| 11. Earn-Out und Locked-Box | parallele Anpassungsstreitigkeiten | § 315 BGB Leistungsbestimmung, Expert Determination |
| 12. Streitbeilegung | SPA-Klausel: Schiedsgericht oder Commercial Court? | § 1029 ZPO versus § 119b GVG / §§ 184a GVG |
Trade-off Settlement versus Litigation
- Vorzeitiges Settlement: spart Kosten und Reputation; aber kostet auch Recht auf weitere Claims.
- Litigation: in Deutschland kostengünstig, aber langsam (oft 2-4 Jahre bis OLG-Urteil).
- W&I-Versicherer: drängt häufig auf Vergleich vor mündlicher Verhandlung; Mandant muss Verzichtserklärungen aufmerksam prüfen.
- Forum sichern: Commercial Court, Commercial Chamber, ordentliches Gericht, Schiedsgericht oder Ausland trennen.
- Sprache sichern: wirksame Englischwahl, notwendige Übersetzungen und deutsch bleibende Verfahrensschritte prüfen.
- Prozesshandlung bauen: Antrag, Schriftsatz, Evidence Map, Timetable, Hearing Script oder Mandantenmemo erstellen.
- ZPO-Realität bewahren: keine US-Discovery, kein Pleading-Theater; Tatsachenvortrag, Beweisangebot, richterliche Prozessleitung und deutsches Kostenrisiko sauber erklären.
- Nächsten Schritt festlegen: Frist, Verantwortliche, Unterlagen, gerichtliche Kommunikation und Mandantenfreigabe.
Red Flags
- Commercial-Court-Zuständigkeit oder englische Sprache wird nur behauptet, aber nicht aus Klausel, Gesetz und Landesrecht hergeleitet.
- Englischer Schriftsatz klingt wie US-Litigation und enthält keine ZPO-tauglichen Beweisangebote.
- Anlagen sind englisch/deutsch gemischt, aber Übersetzungs- und Zitierlogik fehlt.
- Geheimhaltungsinteressen werden erst in der mündlichen Verhandlung entdeckt.
- Das Wortprotokoll wird gewünscht, aber nicht rechtzeitig prozessual vorbereitet.