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Wenn es um Algorithmen und Empfehlungssysteme nach dem Digital Services Act in Bundesnetzagentur-Verfahren geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert ein direkt nutzbares Arbeitsprodukt mit Prüfpunkten, Risiken und nächstem Schritt.From its SKILL.md

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Algorithmen und Empfehlungssysteme nach dem Digital Services Act

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: Anhörung i.d.R. 4-6 Wochen, Beschlussfristen sektorspezifisch (EnWG Festlegungen, TKG Marktanalyse 3 Jahre), Beschwerde nach VwGO/EnWG.
  • Tragende Normen verifizieren: BNetzAG, EnWG §§ 21 ff. (Anreizregulierung), TKG §§ 9 ff. (Frequenz/Marktregulierung), PostG, EisbG, MessEG, NIS2-Aufsicht, BSI-KritisV, DigiNetzG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: BNetzA, Beschlusskammer, betroffenes Unternehmen (Netzbetreiber, TK-Unternehmen, Postunternehmen), Bundeskartellamt, OVG NRW, BVerwG.
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Festlegungsbeschluss, Anhörungsschreiben, Marktdefinition/-analyse, Konsultationsdokument, Beschwerdeschrift, Konzessionsbescheid — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Zweck und Anwendungsfall

Anwaltliche Arbeit zu Transparenz- und Risikopflichten von Anbietern von Online-Plattformen und Suchmaschinen bezüglich algorithmischer Empfehlungssysteme. Adressat: Bundesnetzagentur als Digital Services Coordinator (DSC) nach § 12 DDG, daneben Europäische Kommission für VLOPs und VLOSEs. Typische Konstellationen: Plattform muss Empfehlungslogik in den AGB beschreiben (Art. 27 DSA); VLOP muss Systemrisiken bewerten (Art. 34 DSA) und Minderungsmaßnahmen ergreifen (Art. 35 DSA); Beschwerde gegen voreingestellte personalisierte Empfehlung; Auskunftsersuchen der BNetzA als DSC nach Art. 67 DSA.

Eingaben

  • Plattformtyp (Hosting, Online-Plattform, sehr große Online-Plattform/Suchmaschine).
  • Aktive monatliche Nutzer in der EU (Schwellenwert Art. 33 DSA: 45 Mio.).
  • Art des Empfehlungssystems (kollaborativ, contentbasiert, hybrid, ML-Modell, redaktionelle Kuratierung).
  • Bestehende Beschreibung in den AGB und im Transparenzbericht.
  • Risikobewertungsbericht (intern oder veröffentlicht).
  • Konkretes Verlangen der BNetzA oder konkrete Beschwerde Dritter.

Rechtsrahmen

  • VO (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), insbesondere
  • Art. 14 (AGB-Klarheit, Grundrechtsbezug),
  • Art. 27 (Empfehlungssysteme allgemein),
  • Art. 34/35 (Systemrisiken VLOP, Minderungsmaßnahmen),
  • Art. 37 (unabhängiges Audit VLOP),
  • Art. 38 (nicht-profilbasierte Option),
  • Art. 40 (Datenzugang Forscher),
  • Art. 42 (Transparenzberichte VLOP).
  • §§ 12–24 DDG (BNetzA als DSC, nationale Befugnisse).
  • § 18 DDG (Auskunftsverlangen), § 19 DDG (Untersagung), § 24 DDG (Bußgelder bis 6 Prozent Jahresumsatz).
  • Art. 67 ff. DSA (Untersuchungsbefugnisse), Art. 73 DSA (Verpflichtungszusagen), Art. 74 DSA (Geldbußen).
  • Art. 7, 8, 11, 21 GRCh, DSGVO Art. 22 (automatisierte Entscheidung im Einzelfall).
  • § 31 BDSG, § 25 TDDDG (Cookie-Schnittstelle).
  • §§ 51 Abs. 1 Nr. 7, 75 VwGO (VG Köln; Untätigkeitsklage).

Ablauf

  1. Plattform-Kategorie bestimmen.
  • Hosting (Art. 4 ff. DSA).
  • Online-Plattform (Art. 19 ff. DSA).
  • Sehr große Online-Plattform/Suchmaschine (Art. 33 ff. DSA).
  • Kategorisierung steuert den Pflichtenkatalog.
  1. AGB-Transparenz Art. 27 DSA prüfen.
  • Klare und verständliche Darstellung der Hauptparameter.
  • Bedeutendste Faktoren benennen; relative Gewichtung erläutern.
  • Sprache: deutsche Sprachfassung erforderlich für deutsche Nutzer.
  • Layout: leicht zugänglich, nicht in versteckten Hilfeseiten.
  1. Nicht-profilbasierte Alternative Art. 38 DSA.
  • Für VLOPs verpflichtend: mindestens eine Empfehlungsoption, die nicht auf Profiling beruht (z. B. chronologisch).
  • Klar erkennbarer Auswahl-Punkt direkt im Hauptfluss.
  1. Systemrisikobewertung Art. 34 DSA. Vier Risikodimensionen:
  • rechtswidrige Inhalte,
  • Grundrechte (Art. 7, 8, 11, 21 GRCh),
  • demokratische Prozesse und gesellschaftliche Debatte,
  • geschlechtsspezifische Gewalt und Schutz Minderjähriger.
  1. Minderungsmaßnahmen Art. 35 DSA dokumentieren. Konkret, messbar, evaluierbar; Effektivitätsmessung als Teil des Art. 42-Berichts.

  2. Auskunftsverlangen der BNetzA. Strukturierte Antwort mit Schwärzungen (Sicherheitsdetails, Modellgewichte, Geschäftsgeheimnisse nach § 17 GeschGehG).

  3. Beschwerdeführer-Rolle. Beschwerde nach Art. 53 DSA i. V. m. § 18 DDG; Anhang mit Screenshots, Zeitstempel, betroffenen Nutzerkonten.

  4. Rechtsschutz.

  • Klage zum VG Köln (§ 51 Abs. 1 Nr. 7 VwGO) gegen DSC-Maßnahmen.
  • Anfechtung von Untersagungsverfügungen.
  • Bei VLOP-bezogenen Verfahren ggf. Klage zum EuG (Art. 263 AEUV).

Mustertexte

  • Art. 27 DSA-Erklärung für die AGB: Hauptparameter (Aufmerksamkeitssignale, Nutzerinteraktion, Aktualität), Gewichtung in Prozentbändern, Anpassungsoptionen.
  • Auskunft an die BNetzA nach § 18 DDG: tabellarische Antwort mit Anlagen Pseudonymisierungs-/Aggregationsvermerk.
  • Beschwerde nach Art. 53 DSA: Plattform, Sachverhalt, behauptete Pflichtverletzung, Beweismittel, Antrag.

Quellenpflicht

  • Vorrang EU-Originaltext aus EUR-Lex.
  • Leitlinien der Kommission und des Europäischen Gremiums für digitale Dienste (Art. 64 DSA) als Auslegungshilfe.
  • BNetzA-DSC-Praxis nur generisch, konkrete Az. vom Anwender zu verifizieren.
  • Zitierweise nach references/zitierweise.md.

Beispiele

  • Online-Marktplatz. Marktplatzbetreiber muss seine Empfehlung von Verkäuferangeboten transparent machen. Ergebnis: Erweiterung AGB-Klausel, neue Nutzeroberfläche mit Erklärbutton.
  • Soziales Netzwerk VLOP. Lieferung der nicht-profilbasierten Default-Option. Ergebnis: Pflicht aus Art. 38 DSA, Implementierungspfad und Test in 3 EU-Mitgliedstaaten dokumentieren.
  • Verbraucherverband-Beschwerde. Personalisierungs-Override rügen. Ergebnis: Beschwerde an BNetzA-DSC, Erfolgsaussicht hängt von Beweissicherung ab.
  • Suchmaschine. Reihenfolge-Algorithmus muss erläutert werden; Mitbewerber-Beschwerde wegen Selbstbevorzugung.
  • Video-Plattform. Kinderschutz-relevante Empfehlung; Bezug zu Art. 28 DSA (Minderjährige), Audit Art. 37 DSA.

Verhältnis zu anderen Skills im Plugin

  • Verzahnung mit digital-services-online-werbung-transparenz-dsa bei werblicher Personalisierung.
  • Verzahnung mit digital-services-transparenzberichte-online-plattformen für Art. 42-Berichtspflicht.
  • Verzahnung mit digital-services-vlop-vlose-koordination-eu-kommission bei VLOP/VLOSE-Verfahren.
  • Verzahnung mit digital-services-dark-patterns-dsa-schnittstelle bei UI-Gestaltung der Empfehlung.

Häufige Fehler

  • Art. 27 DSA-Klausel zu abstrakt ohne konkrete Faktoren-Gewichtung.
  • Art. 38-Default-Option versteckt in Untermenüs.
  • Risikobewertung Art. 34 als reiner Checklisten-Abhaken statt empirischer Analyse.
  • Minderungsmaßnahmen ohne messbare Kennzahlen.
  • DSGVO-Art. 22-Bezug bei automatisierter Entscheidung ignoriert.

Qualitätsgate

Vor Versand prüfen:

  • VLOP-Status sicher bestimmt?
  • Art. 27, 34, 35, 38 DSA jeweils geprüft?
  • Sprachfassung Deutsch?
  • AGB-Klausel im Originalwortlaut beigefügt?
  • Risikoampel je Pflicht?
  • Mit Schwärzungs-Skill abgestimmt?

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