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Anspruchsaufbau zivilrecht bgb at

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Wenn es um Anspruchsaufbau im Zivilrecht — BGB Allgemeiner Teil in BGB AT Prüfer geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert eine Tatbestands- oder Anspruchsmatrix mit Gegenargumenten.From its SKILL.md

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Anspruchsaufbau im Zivilrecht — BGB Allgemeiner Teil

Mandantenfall

  • Student der Rechtswissenschaften bereitet Examen vor und sucht eine klare Aufbaustruktur für BGB-AT-Klausurfälle.
  • Mandant schildert komplexen Sachverhalt — welche Ansprüche kommen in Betracht, in welcher Reihenfolge prüfen?
  • Klausurkonstellation: Sachverhalt mit mehreren Parteien und überkreuzenden Ansprüchen — wie systematisch vorgehen?

Erste Schritte

  1. Fallfrage lesen: Wer verlangt was von wem woraus? (Anspruchsformel aufstellen).
  2. Anspruchsgrundlage suchen: Vertrag, Delikt, ungerechtfertigte Bereicherung, Eigentum.
  3. Tatbestand der Anspruchsgrundlage vollständig prüfen: Voraussetzungen nacheinander.
  4. Rechtsfolge feststellen: Entsteht der Anspruch dem Grunde nach?
  5. Einwendungen prüfen: Nichtigkeit, Anfechtung, Erlöschen, Erfüllung, Aufrechnung.
  6. Einreden prüfen: Verjährung, Zurückbehaltungsrecht, § 242 BGB.

Rechtsrahmen

  • §§ 241 ff. BGB: Schuldverhältnisse — vertragliche Hauptpflichten und Nebenpflichten.
  • §§ 823 ff. BGB: Deliktsrecht als außervertragliche Haftungsgrundlage.
  • §§ 812 ff. BGB: Bereicherungsrecht — Ansprüche ohne vertragliche Grundlage.
  • § 985 BGB: Herausgabeanspruch des Eigentümers als dinglicher Anspruch.
  • §§ 194 ff. BGB: Verjährung als Einrede gegen fällige Ansprüche.
  • § 242 BGB: Treu und Glauben als übergeordneter Maßstab für die Ausübung von Rechten.

Prüfraster

  1. Anspruchsformel: Wer will was von wem auf welcher Grundlage?
  2. Anspruchsgrundlage identifizieren und in Normenpyramide einordnen.
  3. Tatbestand vollständig abarbeiten: Jedes Tatbestandsmerkmal eigener Prüfpunkt.
  4. Rechtswidrigkeit und Verschulden bei Deliktsrecht gesondert prüfen.
  5. Einwendungen ex officio prüfen (Nichtigkeit); Einreden nur auf Antrag.
  6. Anspruchskonkurrenz: Mehrere Anspruchsgrundlagen — Idealkonkurrenz oder Spezialität?
  7. Ergebnis mit Prüfampel: Anspruch besteht — Anspruch besteht nicht — Anspruch bedingt.

Typische Fallstricke

  • Aufbaufehler: Einwendungen prüfen, bevor der Anspruch dem Grunde nach besteht.
  • Gutachtenstil in der Klausur: Zwischenergebnisse formulieren, nicht nur Ergebnis hinschreiben.
  • Anspruchskonkurrenz nicht vergessen: Beide Ansprüche können nebeneinander bestehen.
  • § 242 BGB nur als letztes Korrektiv einsetzen, nicht als Allheilmittel.

Quellen

Vertiefung

Gutachtenstil vs. Urteilsstil

Im juristischen Studium und Examen ist der Gutachtenstil Pflicht: Obersatz (hypothetisch), Definitionen, Subsumtion, Ergebnis. Im Urteilsstil beginnt man mit dem Ergebnis und folgt mit der Begründung — nur für offensichtliche Punkte in Klausuren akzeptabel.

Strukturhilfe für den Anspruchsaufbau

Der Dreiklang jeder Anspruchsprüfung: (1) Anspruch entstanden: Tatbestandsmerkmale prüfen (2) Anspruch nicht erloschen: Erfüllung, Aufrechnung, Erlass, Verjährung (3) Anspruch durchsetzbar: Einreden (z.B. § 273 BGB Zurückbehaltungsrecht)

Klausur-Checkliste Anspruchsaufbau

  • Wer will was von wem woraus — vier Grundfragen gestellt?
  • Anspruchsgrundlage aus dem Sachverhalt herausgearbeitet?
  • Tatbestandsmerkmale vollständig definiert und subsumiert?
  • Erlöschensgründe geprüft (Erfüllung § 362, Aufrechnung § 387, Verjährung §§ 194 ff. BGB)?
  • Durchsetzbarkeit: Einreden und Einwendungen geprüft?

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