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Zag kontoinformationsdienst ais

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Wenn es um Kontoinformationsdienst (AIS) nach ZAG und PSD2 in Bank-Rechtsabteilung geht: ordnet Sachverhalt, Norm, Beweislast, Gegenargumente und nächsten Schritt; liefert ein direkt nutzbares Arbeitsprodukt mit Prüfpunkten, Risiken und nächstem Schritt.From its SKILL.md

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Kontoinformationsdienst (AIS) nach ZAG und PSD2

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Worum es geht

Prüft Kontoinformationsdienste (Account Information Services, AIS) nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 ZAG und Art. 67 PSD2. AIS-Provider unterliegen einem Light-Registrierungsregime (§ 34 ZAG) statt einer vollständigen Erlaubnis. Datenzugriffsrechte, Consent-Management, Haftungskette und die Anforderungen aus RTS-SCA Art. 36 (dedizierte Schnittstellen) werden normseitig verankert.

Kernnormen

  • § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 ZAG – Definition Kontoinformationsdienst: Online-Dienst zur Bereitstellung konsolidierter Informationen über ein oder mehrere Zahlungskonten; kein Zahlungsvorgang, nur Datenabruf
  • § 34 ZAG – Registrierungspflicht (nicht Erlaubnis); erleichtertes Verfahren; Mindestanforderungen: Berufshaftpflichtversicherung oder gleichwertige Garantie
  • § 50 ZAG – Zugangsrecht des AIS-Providers zu Kontoinformationen beim kontoführenden Zahlungsdienstleister; Nicht-Diskriminierungsgebot
  • § 51 ZAG – Haftungskette: AIS-Provider haftet für Schäden durch unbefugten Datenzugriff oder Datenweitergabe; Nachweis autorisierter Sitzung Voraussetzung
  • § 46 ZAG i.V.m. RTS-SCA Art. 10 – SCA auch beim AIS-Datenabruf: erstmaliger Zugang und alle 90 Tage erneute SCA (Art. 10 Abs. 2 RTS-SCA VO 2018/389)
  • Art. 67 PSD2 (Richtlinie 2015/2366) – Rechte und Pflichten des AIS-Providers: Zugang nur auf explizite Zustimmung des Nutzers, Verbot der Verwendung für andere Zwecke als Informationsbereitstellung, keine Datenanreicherung ohne Einwilligung
  • RTS-SCA Art. 36 (VO 2018/389) – AIS-spezifische Schnittstellenanforderungen: kontoführender PSP muss AIS denselben Zugang gewähren wie dem Kontoinhaber; Fallback-Mechanismus
  • DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. a – Rechtsgrundlage Einwilligung für AIS-Datenzugriff; Zweckbindung, Datensparsamkeit; Schnittstelle zu § 25 DSGVO Datenschutz by Design

Prüfschritte

  1. Dienst-Klassifikation (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 ZAG): Nur Kontoinfos oder auch Zahlungsauslösung? Kombi-Dienst erfordert PIS-Erlaubnis (§ 10 ZAG) zusätzlich.
  2. Registrierung (§ 34 ZAG): Berufshaftpflichtversicherung beschaffen (EBA-Mindestdeckung: 0,5 Mio. Euro pro Schaden); Registrierungsantrag BaFin.
  3. Consent-Mechanismus: Explizite Einwilligung des Nutzers nach Art. 67 Abs. 2 lit. a PSD2; DSGVO-konforme Consent-UI; Scope klar begrenzen.
  4. SCA-Implementierung (§ 46 ZAG, RTS-SCA Art. 10): 90-Tage-Erneuerungs-SCA; erstmaliger Zugang mit vollständiger SCA.
  5. API-Anforderungen (RTS-SCA Art. 36, § 50 ZAG): Kontoführer muss Zugang ermöglichen; Qualitätsmessung gem. EBA-Leitlinie EBA/GL/2018/07 (jetzt RTS Art. 32).
  6. Datenschutz-Check (DSGVO, Bundesdatenschutzgesetz): Zweckbindung (nur Kontoinformation), Speicherbegrenzung, Auskunftsrechte des Nutzers.
  7. Haftung (§ 51 ZAG): Schadensersatzpflicht bei unbefugtem Zugriff; Nachweis gültiger Sitzung und Nutzer-Consent als Haftungsbefreiung.

Typische Fallkonstellationen

  • PFM-App (Personal Finance Management): § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 ZAG, § 34 Registrierung, DSGVO Consent, 90-Tage-SCA-Erneuerung
  • White-Label AIS für Kreditprüfung: § 50 ZAG Datenzugang, DSGVO Art. 22 Profilierungsverbot prüfen, Zweckbindung dokumentieren
  • Kontoführer verweigert AIS-Zugang: § 50 ZAG Diskriminierungsverbot, RTS-SCA Art. 36, EBA-Eskalationsverfahren
  • AIS-Dienstleister gibt Daten weiter: § 51 ZAG Haftung, DSGVO Art. 83 Abs. 4 Bußgeld bis 10 Mio. Euro
  • Kombi AIS+PIS: Erlaubnis § 10 ZAG (PIS) + Registrierung § 34 ZAG (AIS) kombinieren

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