Drift und schaufenster vermeiden
Prüft einen Zeugnisentwurf als einheitliches Ganzes auf Notendrift, widersprüchliche Adverbien, überladene Spitzenformulierungen und eine unpassende Schlussformel. Liefert eine Satz-für-Satz-Konsistenzmatrix und eine bereinigte Gesamtfassung.From its SKILL.md
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Drift und Schaufenster vermeiden
Ziel
Konsistente Zeugnisse generieren, in denen unterschiedliche Bewertungsachsen sachlich erklärbar bleiben und unbeabsichtigte Widersprüche beseitigt werden. Nicht jede Abweichung ist ein Geheimcode: Fachleistung, Führung, Verhalten und einzelne Zeiträume dürfen verschieden bewertet sein, wenn die Akte das trägt.
Was ist Drift?
Drift entsteht, wenn einzelne Sätze oder Abschnitte eines Zeugnisses eine andere Note tragen als die anderen. Drei Arten:
Schaufenster-Drift
Langer, positiver Aufgabenkatalog oder ausführliche Spitzensätze → dann schwache Hauptformel. Das schöne Schaufenster verdeckt die Abwertung im Kern.
Bereichs-Drift
Innerhalb eines Themenblocks (z.B. Fachkenntnisse) stehen zwei Sätze mit unterschiedlichen Notenniveaus direkt nebeneinander.
Beispiel aus dem Quellmaterial:
- Satz A: „verfügt auch in Randbereichen über äußerst profundes Fachwissen" (Note 1)
- Satz B direkt danach: „nahm an Weiterbildungsseminaren teil" (Note 3) → Drift zwei Stufen im Themenblock Fachkenntnisse — rot.
Achsen-Drift
Eine Achse (Leistung oder Verhalten) ist deutlich stärker als die andere, ohne dass das sachlich begründet ist.
Drift-Erkennungsraster
| Drift-Befund | Signalwirkung | Bewertung |
|---|---|---|
| Stark verschiedene Aussagen zum selben Merkmal und Zeitraum | möglicher Widerspruch | Belege und Wortlaut prüfen |
| Unterschied zwischen Fachleistung und Führung | kann sachlich richtig sein | Achsen getrennt begründen |
| Schwächere Lernbereitschaft trotz hoher Fachkenntnisse | nicht automatisch negativ codiert | tatsächliche Entwicklung prüfen |
| Starkes Leistungsbild und knappe Schlussformel | kein Anspruch auf Gleichlauf | Freiwilligkeit und Gesamtwirkung trennen |
| Einheitliche Superlative ohne Tatsachenbelege | Schaufensterrisiko | auf belegte Aussagen zurückführen |
Konsistenzregel beim Generieren
Vor dem Ausgeben des vollständigen Zeugnisses:
- Welche Note ist für Leistung festgelegt?
- Sind Abweichungen zwischen Leistungsmerkmalen durch konkrete Tatsachen erklärbar?
- Welche Note ist für Verhalten festgelegt?
- Sind Unterschiede zwischen Vorgesetzten-, Kollegen- und Kundenkontakt sachlich belegt?
- Ist die freiwillige Schlussformel vom gesetzlichen Beurteilungsteil getrennt bewertet?
Beispiel Schaufenster-Drift (aus dem Quellmaterial)
Zeugnis aus Muster 2: Viele Note-1-Einzelsätze (äußerst profundes Fachwissen, außerordentliche Arbeitsmoral), aber konstante Note-3-Sätze in Lernbereitschaft, Innovation und Sozialverhalten → aggregierte Note 2 bis 3.
Der erste Eindruck (schöne Spitzensätze) verdeckt die systematische Absenkung in anderen Bereichen.
Spezialfall: Widerspruch zwischen Einzelsätzen
Ein direkt widersprüchliches Satzpaar:
„Herr Braun arbeitete stets eigenverantwortlich" + „Er erledigte die nach Anweisung zugewiesenen Aufgaben zuverlässig."
→ Die Aussagen widersprechen sich nicht zwingend: Auch eigenverantwortliche Arbeit kann auf übertragenen Aufgaben beruhen. Zu prüfen ist, ob „nach Anweisung" unnötig verengt oder den tatsächlichen Entscheidungsspielraum korrekt beschreibt.
Der Generator muss solche Kombinationen ausschließen.
Qualitätsprüfung vor Ausgabe
- Enthält der Leistungsabschnitt Sätze aus mehr als einer Notenstufe?
- Ist die Schlussformel zur Hauptnote konsistent?
- Gibt es im Verhaltensabschnitt Sätze, die zur Leistungsnote im Widerspruch stehen?
- Gibt es direkte Widersprüche (eigenverantwortlich vs. nach Anweisung)?
Stolpersteine
- Musterzitate aus verschiedenen Notenstufen kombinieren, weil sie „gut klingen".
- Spitzensätze aus Note-1-Zeugnissen mit einer Note-3-Hauptformel kombinieren.
- Unterschiedliche Bewertungsachsen ohne Tatsachenprüfung automatisch angleichen.
Anti-Muster
- Aufgabenbeschreibung sehr umfangreich und beeindruckend gestalten, um eine schwache Note zu kompensieren.
- Einzelnen Satz aus einem Musterbaustein übernehmen, ohne zu prüfen, ob er zur gewählten Note passt.
- Schlussformel-Niveau beliebig von der Leistungsnote abkoppeln.
Rechtsprechungsanker und Output
- BAG, Urteil vom 27.04.2021 - 9 AZR 262/20, Rn. 17 bis 20 und 27: Das Zeugnis ist individuell zu gewichten und als einheitliches Ganzes zu lesen; ein schematischer Notenkatalog genügt nicht.
- BAG, Urteil vom 15.11.2011 - 9 AZR 386/10, Rn. 15 bis 21: Maßgeblich ist der objektive Empfängerhorizont im konkreten Gesamtzusammenhang, nicht ein isoliertes Codelexikon.
Liefere eine Satzmatrix mit Merkmal, Zeitraum, Tatsachenbeleg, möglicher Lesart und Änderungsvorschlag. Markiere nur echte Widersprüche als Fehler; sachlich begründete Differenzierungen bleiben erhalten.
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